Ein Hoch auf Hamburg

Galerie

Diese Galerie enthält 6 Fotos.

Ziemlich weit in den Norden trieb es mich am vergangenen Wochenende, zusammen mit meiner Freundin Birgit hatte ich mich zur Teilnahme an einem Fotokurs qualifiziert. Martin Foddanu (http://lüttefreiheit.de/) lockte uns mit dem Workshop zum Thema Reisefotografie in die schöne Stadt … Weiterlesen

Seattle überrascht – Teil 2

Galerie

Diese Galerie enthält 6 Fotos.

Wie immer, wenn ich auf Reisen bin versuche ich nicht nur die Sonnenseiten des Landes oder der Stadt zu beobachten, denn der Touristenblick täuscht oft über die Zustände einer Gesellschaft hinweg. Schon in Indien und China zog es mich regelmäßig … Weiterlesen

Seattle überrascht – Teil 1

Galerie

Diese Galerie enthält 7 Fotos.

„It’s raining again, but you don’t mind. This is your cue to duck inside for another latte.“ – Auszug aus Seattle: City Guide (Lonely Planet). Oh Gott, gleich der erste Satz schreckte mich schon ab diesen Reiseführer zu kaufen, ich … Weiterlesen

Wer küsst schon einen Leguan? Oder ein Lama?

Wie in vielen Familien kommt auch in unserer in letzter Zeit vermehrt die Frage nach einem Haustier auf. Hund, Katze, Maus … alles wird von den Töchtern verlangt, allerdings bietet eine Allergie der Großen gegen Tierhaare einen ersten Einhalt. Aber Rennmäuse wären wohl eine Option, denn darauf hat sie bei der Freundin nicht reagiert. Diese stehen nun hoch im Kurs, es werden Bücher zu Haltung und Pflege gelesen und der richtige Platz für den Stall ausgesucht. Wir werden uns wohl nicht mehr lange dagegen wehren können, pädagogisch sind Haustiere für Kinder ebenfalls gern gesehen, wegen der Verantwortung, die man dabei lernt. Die wird hoffentlich dann nicht so bald auf mich übertragen, wenn das erste Interesse an den Mäusen abgeflaut ist.

Aber die Mama hat ja sowie so einen Knall,: „Welche Mama will denn schon ein Alpaka als Haustier?“ fragte mich meine Tochter ganz entsetzt, als ich einmal wieder den Wunsch geäußert hatte, irgendwann eine Herde Alpakas mein Eigen nennen zu wollen. Ja, nicht gerade das übliche Haustier, aber irgendwie bin ich seit meiner ersten Begegnung in Australien fasziniert von diesen Tieren. Auch mein Mann schüttelte den Kopf, als ich im von einer neuen Freizeitattraktion im Schwarzwald erzählte; dort werden Alpaka-Führungen angeboten. Nun stand der Winterurlaub in Tirol vor der Tür und leider erwachte Frau Holle erst kurz vor unserer Rückreise nach Hause aus ihrem Winterschlaf und schickte den ersehnten Schnee. Mangels Skifahren vertrieben wir uns die Zeit mit Wandern und Eislaufen, besuchten kuschelig eingerichtete Skihütten und wärmten uns am eigenen Kamin bei Stollen und Kaffee. Im Internet fanden wir dann den Koglhof in Ellmau, der neben Ferienzimmern auch eine Herde Lamas bietet, mit denen Familien oder Gruppen Trekking gehen dürfen. Zwar keine Alpakas, aber immerhin, wir meldeten uns für eine Führung an und erreichten nach kleiner Suche am Sonntag den herrlich gelegenen Hof, unterhalb des wilden Kaisers. Ruth, die Besitzerin und ihre Tochter erwarteten uns schon und zur Freude von mir gab es neben den gut 30 Lamas auch einen jungen Alpakahengst namens Lui. Wir durften uns im Stall jeder ein Lama aussuchen, welches wir an einem Halfter dann führen sollten. Steffen wählt Hugo, Ella entschied sich für den schon etwas betagten und kleineren Leo und Charlotte schnappte sich Samba (feuriger Tänzer passt ja irgendwie auch zu ihr).

Lama Hugo

Lama Hugo, der Schönste im Stall.

Nachdem wir unsere Lamas ausgesucht haben, durften wir erst eine Runde striegeln. Das machte nicht nur uns Spaß, auch die Tiere genießen dieses Ritual sehr. Allerdings nur, wenn sie daran gewöhnt sind. Normalerweise sind die Lamas Fluchttiere und müssen an Menschen gewöhnt werden, wenn sie Vertrauen gefasst haben, lassen sie sich sehr gut anfassen und eben auch an der Leine führen. Selbst kleinere Kunststücke kann man den Tieren beibringen.

Alpaka

Lui, das einzige Alpaka mit Lamafrisur.

Die Wanderung führte durch den am Grundstück liegenden Wald, über kleine Brücken und dann durch den Ort, wo wir erstaunte Touristen aber auch Einheimische trafen, die der Anblick unserer Gruppe nicht überraschte. Regelmäßig sind die Lamas auf dieser Route unterwegs, es werden sogar Gebirgstouren angeboten, z.B. auf die Gruttenhütte unterhalb des Wilden Kaisers. Dann mit Gepäck, die Lamas sind hervorragende Lasttiere.

Leo

Ella und Leo – sehr ruhiges Lama

Lamas und Alpakas sind sehr einfühlsame  Wesen, die sich sehr gut an die Person anpassen, welche sie gerade führen. Auch den Bezug zur Besitzerin konnten wir immer wieder deutlich erleben, sobald sie sich umdrehte und nicht mehr das Lama anschaute, versuchte dieses an der nächstbesten Stelle zu fressen. Ist man unruhig oder hektisch beim Trekking ist auch das Tier launisch. Ella war das beste Beispiel, sie lief mit ihrem Leo in einer Seelenruhe durch die Gegend, als wenn sie noch nie etwas anderes gemacht hat. Für unsere hippelige Charlotte war es schon etwas schwieriger, ihr Samba passte sich hervorragend an ihre Art an, sie hatte größere Mühe mit ihm. Der kleine Lui (Alpaka) war ein geduldiger Kerl, der schon sehr viel gelernt hat im Umgang mit fremden Touristen. Wir beide gingen der Gruppe voran, als sich die Herde hinter uns etwas verlangsamte, wurde auch er langsam und wartete instinktiv auf seine Artgenossen.

Bruno Pause

Bei der Pause mit Bruno.

Pause

Samba und Charlotte

Nach gut einer Stunde erreichten wir den Hof und führten die Lamas zurück in den Stall. Wir blieben noch eine ganze Weile stehen und ließen uns die anderen Lamas zeigen, eine herrliche Ruhe stellte sich ein, alle entspannten sich. Und der schönste Moment dieser Tour war für mich, als eines der Tiere ganz langsam auf uns zukam. Es ist laut Besitzerin Ruth ein sehr verschmustes Lama, was uns schnell klar wurde. Immer wieder streckte es uns den Kopf entgegen, so als wollte es uns einen Kuss geben. Am Anfang ist das schon sehr ungewöhnlich, aber wenn man sich darauf einlässt ein wirklich tolles Gefühl. Ganz nah kam es an mein Ohr und ich konnte es atmen hören, die Schnauze ist weich und berührte meine Wange mehrmals. Steffen wollte den Moment festhalten, aber ich wollte das Lama nicht erschrecken mit der großen Kamera. Manchmal muss man einen Moment einfach so genießen, Foto hin oder her. Ich werde es sicher nicht vergessen. Ob die eigene Herde irgendwann Wirklichkeit wird, wird sich zeigen, träumen kann man ja weiter davon und das Trekking in Ellmau war sicher nicht die letzte Tour.

Besucher

Die anderen warten schon neugierig auf uns Besucher.