Von A nach B und von B nach A

Der Kreis schließt sich also wieder. Am 21. Juli 2011 verließen wir Altdorf, um am 18. August in Bangalore anzukommen, welches wir am 19. Dezember 2012 wieder verließen, um am 04. Januar 2013 in Beijing einzutreffen, was wir nun Ende Juni wieder verlassen werden, um nach fast genau 3 Jahren ins vertraute Altdorf zurück zukehren.

Indien

Abflug nach Bangalore

China ruft

Auf nach Beijing

Ankunft

Willkommen in China

Freude und Wehmut liegen dicht beisammen, wie vielen heimkehrenden Expats geht es uns da nicht anders. Für mich sind die 3 Jahre fast wie im Flug vergangen, für viele die uns vermisst haben, dauerte es wahrscheinlich ewig. Die Kinder sind gewachsen und wir mit ihnen an Erfahrungen und Erlebnissen, die unser zukünftiges Leben sehr stark prägen werden. Ella lebte dann genau so lange im Ausland, wie in Deutschland und für Charlotte ist Englisch zur zweiten Sprache geworden.
Ein abschließendes Resümee lässt sich dann wahrscheinlich erst am Ende unserer Reise aufstellen, die vielen Eindrücke in Asien haben uns verändert und werden uns sicher für immer beschäftigen. Indien war auf seine Art sehr speziell und reizvoll, die bunten Farben und das Treiben auf den Straßen, die Geräusche und Düfte vermisse ich sehr oft.

Auch China hat seinen Reiz und jetzt gegen Ende unseres Aufenthaltes versöhnen wir uns ein bisschen mit den Gegebenheiten, die oft störten: Smog, spuckende Leute, sehr ungewöhnlich anders riechendes Essen, Falschparker und singende Chinesen am sehr frühen Morgen. Wahrscheinlich werden wir das alles irgendwie doch vermissen, wenn wir dann wieder in der schwäbischen Provinz leben und die Nachbarn schimpfen, weil wir nicht ordentlich die Hecke geschnitten haben 😉 Jetzt genießen wir hier die Restzeit und nehmen alles mit, was irgendwie in den Terminkalender passt. Auch Besucher auf den letzten Drücker sind natürlich herzlich willkommen. Verpasst eure Chance nicht: Peking aus 1. Hand erleben! Und hier ist man zwar nur Einer unter Millionen, aber manchmal eben doch ein kleiner Star, von dem jeder ein Foto möchte.

Foto

Photo please!

Ich bin ein Schwamm

Nussknacker

Jetzt schon an Weihnachten denken?

… und sauge alles in mir auf. Nicht nur die schlechte Luft, die immer mal wieder in Peking hängt, sondern alle anderen Eindrücke, die diese Stadt und China allgemein zu bieten haben. Manchmal ist es dann auch etwas zuviel und ich bin überladen mit all diesen Eindrücken und Erlebnissen. Besonders die unheimlich vielen Menschen um einen herum. Nie ist man unbeobachtet, ständig sind Unmengen an Leute um einen herum. Allein die Wohnung bietet einen Zufluchtsort, wo ich ungestört sein kann. Als wir die Entscheidung getroffen hatten, nach Peking zu gehen, hatte ich mich auf die vielen Parks in der Stadt gefreut, endlich wieder Picknick mit den Kindern. Jetzt möchte ich meistens gar nicht mehr dort hingehen. Man muss es aushalten können, wenn um einen herum ständiges Gewusel oder Lautststärke herrscht. Wenn einen die anderen dauernd anstarren, als sei man ein Alien. Ella wir besonders gern betrachtet, ein blondes kleines Kind, so selten hier. Da muss man einfach ein Foto von machen, auch wenn das Kind es nicht möchte. Am besten noch mit dem eigenen Enklekind drauf. Die chinesischen Omas sind immer die schlimmsten. Ich glaube manchmal, die würden Ella auch einfach mitnehmen, wenn wir nicht aufpassen würden.

UBahn

Gut bewacht in der Metro, unsere blonden Mädchen

Vielleicht denke ich auch zu krass, viele meinen es nicht so oder wissen es eben nicht besser. Niemand sagt denen, das man so etwas nicht macht. Hier ist so vieles öffentlich und es spielt sich das meiste Leben auf der Straße ab. Überall in der Stadt sind Überwachungskameras installiert, selbst in den alten Hutonggebieten findet man diese. Peking ist eben eine Millionenstadt, das merkt man jeden Tag.

Shanghai

Abendstimmung am Bund Shanghai


Shanghai war da nicht besser. Neben den Einwohnern drängen sich noch Touristenmassen durch die Metropole. Auch hier war es schier unmöglich Plätze zu finden, die einem ganz allein gehören. Aber das weiß man ja, wenn man nach Shanghai reist. Da heißt es durch die Massen durch oder mit dem Strom mitschwimmen. Meistens ist uns das ganz gut gelungen und am Ende haben wir ein paar ruhige Momente in einem taoistischen Tempel und der angrenzenden Straße des alten Shanghais gefunden.

Voll

Bis spät in die Nacht herrscht Andrang in der Einkaufsmeile Shanghais

Im Park

Teerunde im Fuxing Park


Geradezu wohnlich ging es im Fuxing Park zu, dort treffen sich wie in allen Parks viele ältere Leute. Sie trinken Tee, spielen Karten, rauchen, erzählen, tanzen oder lernen neue Leute kennen. Ich mag das, die meisten machen einen sehr zufriedenen und glücklichen Eindruck und gehen ihrer Passion mit voller Aufmerksamkeit nach. Wie ich heute von einer Freundin gelernt habe (Danke Susanne!) werden hier sogar neue Liebesbeziehungen geknüpft. Die Regierung hat die strengen Regelungen für Scheidungen gelockert und selbst ältere Paare, die oft mit einer Zwangsheirat in die Ehe getrieben wurden, lassen sich jetzt scheiden. Ich kann mir gut vorstellen, das sich bei einem Tänzchen im Park einfacher ein neuer Partner finden lässt, als man glaubt.

Im Tempel

Eine Oase im Trubel – Taoistischer Tempel in Shanghai

Strasse

Leben in den alten Gassen von Shanghai

Moderne

Die Moderne rückt immer näher.


In Shanghai war es nicht einfach zwischen all den vielen Glasfassaden das alte und ursprüngliche Stadtbild zu finden. Am Bund stehen die Prachbauten aus den 1920er Jahren und direkt gegenüber heben sich die Wolkenkratzer in den Himmel, einer nach dem anderen. Getrennt duch den Huangpu Fluss prallen die Gegensätze aufeinander und man ist hin und her gerissen welcher Stadtteil mehr Faszination hervorruft. Um den alten Wohngebieten nah zu kommen mussten wir ein wenig suchen und nur vereinzelt sind die Straßenzüge im ursprünglichen Zustand zu finden, ziemlich herunter gekommen und teilweise kurz vor dem Verfall. Das dort überhaupt Menschen wohnen erstaunte mich irgendwie. Direkt daneben werden die Baugruben für neue Bauprojekte ausgehoben, bald werden wohl auch die letzten alten Wohnquartiere weichen müssen und die Bewohner umgesiedelt. Stattdessen gibt es dann im alten Stil neu errichtete Gebäude, wie wir sie im Viertel nahe den Yu-Gärten findet. Auf alt getrimmte Kaufhäuser und Souveniershops locken viele Toursiten an, mitten drin der Stadttempel.

Unterwegs

Ganz nah an den Menschen in den Straßen von Shanghai

Froesche auf der Karte

Schwere Entscheidung: Entenköpfe gegrillt oder doch lieber Frosch?


Widmen wir uns kurz einem meiner Lieblingsthemen hier: Essen. Shanghai bot in dieser Hinsicht neben den altbekannten Köstlichkeiten mehr tierische Auswahl. Unzählige Restaurants, die vor der Tür ihr Angebot anpreisen, meistens Fisch und Muscheln oder Schrimps, aber auch Schildkröten, Krabben, Frösche und anderes Meeresgetier fand sich in den kleinen Wassertanks oder Schüsseln. Interessant, wenn man mit Kindern unterwegs in der Stadt ist, spart man sich das Eintrittsgeld für das Aquarium, denn das liegt quasi auf der Straße. Gegessen haben wir davon nichts. Ich muss mich endlich durchringen Vegetarier zu werden!

Lotte

Schulprojekt Algenzucht – ein voller Erfolg

Kunstnacht

Bastelaktionen zur Kunstnacht der British School


Zum Schluss noch ein bisschen Alltag. In der Schule unserer Großen wurde einiges geboten, so z.B. die Kunstnacht, bei der die einzelnen Klassen einige der selbstgemachten Kunstwerke zur Versteigerung anboten. Für die Eltern gab es Snacks und Wein, für die Kinder Basteln, Filmvorführung und Popcorn. Außerdem weckte der Wissenschaftstag die Experimentierfreude der Kinder. Charlotte züchtete mit Begeisterung Algen in Marmeladengläsern auf dem Fensterbrett und in der Vorratskammer. Am Sience-Day durften die Schüler ihre Projekte und Ergebnisse in der großen Turnhalle präsentieren. Da gab es dann auch springende Eier, brodelnde Vulkane, eine selbstgebaute Kanone oder in Cola eingelegte Zähne zu sehen.

Spass

Wasserspaß im Park unseres Wohngebietes


In Peking klettern die Temperaturen langsam in die tropischen Bereiche. Bei 30° im Schatten tut eine kurze Abkühlung in den Wasserfontänen des Wohngebietparks ganz gut. Ob wir ein chinesisches Freibad testen bin ich mir noch nicht sicher. Mich schrecken die Bilder der tausenden Leute bewaffnet mit Schwimmringen doch etwas ab.

Ein neuer Start im Neuen Jahr

Unsere Transition von Indien nach China steht unmittelbar bevor. Am 3. Januar verlassen wir Deutschland in Richtung Osten, dann startet das neue Abenteuer in Peking. In einer Hauptstadt zu Leben ist ein Novum und sicherlich aufregend. Momentan herrschen dort winterliche Temperaturen von teilweise -12 Grad.

Kerzenschein

Ein ruhiger Ausklang des Jahres.

Nach Dauerwärme in Indien mussten wir uns zurück in Deutschland erst einmal an die kalten Temperaturen gewöhnen. Warme Wintersachen und Schuhe wurden angeschafft und natürlich erwischte mich gleich eine dicke Erkältung inklusive Bindehautentzündung.

Santa

Der Weihnachtsmann war auch da.

Wir konnten ein paar ruhige Tage hier in der Heimat verbringen. Es lag sogar genug Schnee in den Bergen, um unserer Leidenschaft nachzugehen und die Pisten hinunter zu saußen. Das wird dann vielleicht in China auch noch einmal möglich sein, laut Internet gibt es dort in der Nähe von Peking einige Skipisten. Unsere große Tochter wird sich freuen und die Kleine kann dann vielleicht auch einmal probieren.

Vogtland

Das schöne Vogtland leicht verschneit.

Die Flüge sind gebucht, ein Auto ist reserviert und die Wohnung wird voraussichtlich bis zum 5. Januar auch fertig werden. Am 7. beginnt die Schule für Charlotte und auch für Steffen beginnt der Alltag im Job. Wir sind alle mächtig aufgeregt und gespannt auf unsere neuen Erfahrungen in 2013.

Allen unseren Lesern hier wünschen wir einen guten Start ins Neue Jahr. Wir freuen uns immer über Kommentare und Meinungen von euch.