Projekt Nr. 4 – Back in Beijing

Da macht mir ein Flashback nach Peking einen Strich durch das Projektthema Nr. 4, dann wird es einfach geändert, als freier Mensch darf ich das entscheiden. 🙂
Im Vorfeld der kurzen Reise habe ich mir den Kopf zermartert, welches Thema wäre etwas, 5 Tage sind nicht wirklich lang. Zumal ich nicht alleine dorthin gereist bin und ein gut gefülltes Programm bevorstand. Radtour, Kochkurs, Mauerwanderung, Freunde treffen, … was könnte ich fotografisch umsetzen zwischendurch???

Peking fasziniert, erschreckt, begeistert, ermüdet, nach 2 Jahren Landleben in der Megacity einzutauchen strengt von der ersten bis zur letzten Minute an und trotzdem würde ich es immer wieder machen. Erstaunlich viel ist geblieben und erstaunlich viel hat sich verändert. Peking eben! Es wird sich jetzt sogar in der Metro angestellt zum Einsteigen in die Züge. Mein Gemüsemarkt wurde grundrenoviert. Einige neue Gebäude und Metro-Linien sind dazu gekommen. Das Café in unserem Wohngebiet gibt es noch, wurde etwas aufgehübscht. Es spucken viel weniger der Leute auf die Straße. Der Verkehr ist noch chaotischer. Und Luftwerte um die 180 erschreckten mich, bei denen ich damals nicht mal eine Maske getragen habe.

Die Stadt pulsiert, schläft nicht, ist immer in Bewegung. Wieder jede Minute von Menschen umringt zu sein, das hatte mir zwar nicht gefehlt, erstaunt mich aber immer wieder aufs Neue. Peking ohne Chinesen – nicht immer einfach, besonders an Orten, wo ich umzingelt war von Menschentrauben. Einige Aufnahmen habe ich dennoch hinbekommen und ich finde sie zeigen Peking auf eine ganz besondere Art und Weise. Ruhig ohne Hektik, menschenleer und dennoch Großstadtdschungel. Vielleicht komme ich irgendwann wieder in die Stadt und versuche mich dann wieder an den Bewohnern.

Briefkasten

Typischer Briefkasten, gefüllt, Hutong noch bewohnt.

Kekse

Bunt, süß, für alle Feierlichkeiten – Kekse gehen immer in Peking.

Teddys

In der beliebten Einkaufsstraße stehen Plüschtiere hoch im Kurs, ein Kunde scheint gerade auszuwählen.

Imbiss

Dekorativ versteckter Imbiss- spätestens zur Mittagszeit ist hier die Hölle los.

Essen

Die Großstadt ist ständig hungrig, daher werden die Verkaufsstände für Nahrhaftes bereites Morgens überall aufgebaut.

Perlenmarkt

Am Perlenmarkt wird gerade umgebaut, Altes musste weichen, Gebäude und Händler.

Mr. Shi

Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein – Weihnachten ist eben immer.

Kunst

Ist das Kunst oder kann das weg? 798 die Kunstmeile in Peking – immer wieder gut besucht. Teilweise verstauben die Kunstwerke nach kurzer Zeit.

Hochhaus

Wohnen wird immer teurer in der Millionenstadt, da wird jeder qcm genutzt.

Rote Dekorationen sind beliebte Souvenirs - wie auch hier im Jingshan Park, der an den Wochenende voller Touristen ist.

Rote Dekorationen sind beliebte Souvenirs – wie auch hier im Jingshan Park, der an den Wochenende voller Touristen ist.

Werbung

Werbeprospekte in einem Café – leider kann ich diese nicht lesen, aber immerhin die Fotos darin bestaunen.

Feiner Staub

Smog

Dunkle Wolke oder Smog?

Eigentlich sind wir beim Thema Smog (smoke und fog bilden das sog. Kofferwort) einiges gewohnt aus den Zeiten in Peking, abgehärtet quasi bei teilweise Werten von bis zu 800 µg/m³ in den Wintermonaten dort. Erlaubt sind in Europa max. 25 und wenn der Wert in mehreren Tagen über 50 steigt, sollten die betroffenen Städte Maßnahmen ergreifen. Nun auch hier, in Deutschland, in Stuttgart, nur ca. 25 km entfernt, in der Woche ab 11. Januar erreichten die Werte dort 140 µg/m³, fast dreimal soviel als erlaubt. Es wurde ein freiwilliges Fahrverbot angeordnet, an dass sich natürlich unglaublich viele Autofahrer hielten. Satte 3% weniger waren am Tag darauf mit dem Fahrzeug unterwegs, der Wert blieb weiterhin über 100. Nun hat Stuttgart durch seine Kessellage erschwerte Bedingungen, die schlechte Luft bleibt in der Stadt hängen. Selbst bei meiner Laufrunde konnte ich die Smogwolken aus Richtung Stuttgart heranziehen sehen. Und von den vielen Aussichtspunkten hoch über der Stadt wird sich ein ähnliches Bild zeigen wie damals im Smog geplagten Peking. Gut dass hier auch gemessen wird und die Bevölkerung über die Gefahren aufgeklärt sind, die Feinstaub verursacht.
Es ist nicht der Autoverkehr allein, der die Rußpartikel in die Atmosphere bläst, Industrie und das Verbrennen von Holz, Öl und Gas tragen ebenfalls kräftig dazu bei. In Peking wurde es immer besonders in den Wintermonaten schlimm, wenn zusätzlich zu den Industrie- und Autoabgasen die vielen Kohleheizkraftwerke und Privathaushalte mit Kohleöfen in Betrieb gingen. Im Sommer hielt oft die Wetterlage (Wind aus Süden, dort stehen die Fabriken) den Smog in der Stadt.

Passend dazu zeigte eine Dokumentation auf ARTE, die dramatischen Auswirkungen der mit Feinstaub belasteten Luft. Selbst in den entferntesten Bergdörfern hoch oben im Himalaya waren die Werte erschreckend. Außerdem sind nicht nur die Luftschichten zum Atmen belastet, auch in den höheren Wolkenschichten der Atmosphäre lagern sich die Rußpartikel ab und erhöhen die Temperatur, da sie das Sonnenlicht absorbieren. Und die Gletscher schmelzen schneller, weil hier ebenfalls diese schwarzen Rußpartikel das Sonnenlicht absorbieren und somit die Schmelze beschleunigen. Alles keine positiven Daten, die uns die Forscher darlegten.

http://www.arte.tv/guide/de/044781-000-A/dunkle-wolken-ueber-dem-dach-der-welt

Was kann der Einzelne tun, fragen wir uns immer wieder. Angesichts dieser globalen Verschmutzung, die nicht nur den großen Wirtschaftsboom-Ländern in die Schuhe geschoben werden kann. Klar wird in Indien, China und vielen anderen Regionen vermehrt CO2 ausgestoßen, wir haben es schließlich mit eigenen Augen gesehen und durften wochenlang Atemmasken in Peking tragen. Wir sind in der glücklichen Lage, dass alle Familienmitglieder kein Auto für den täglichen Arbeitsweg brauchen. 3 fahren Rad und eine läuft, damit sparen wir wenigstens etwas CO2 ein. Strom sparen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, regionale Produkte kaufen, weniger Online einkaufen, … daran werden wir 2016 weiter arbeiten. Das wärmste Jahr seit den bisherigen Wetteraufzeichnungen und der derzeit viel zu milde Winter sind nicht mehr weg zu diskutieren.

Good Bye Beijing

Frage

Die große Frage!

Bald heißt es Abschied nehmen von Peking und China, vielen Freunden und einer Stadt, die es einem nicht immer einfach machte, sie zu mögen. Was werde ich vermissen und was nicht?

* Ich werden die vielen netten Meschen, die uns hier begegnet sind vermissen
* Die sonnigen und nicht-polluteten Tage in der Großstadt
* Das authentische chinesische Essen
* Die vielen herrlichen Fotomotive
* Die unzähligen kleinen Shops und Märkte
* Die langen Schultage der Kinder 🙂
* Das Fremde und Abenteuer

* Ich werde die Falschparker, Spucker und lauten Menschen nicht vermissen
* Die Menschenmassen, die einen manchmal fast erdrückten
* Schlechte Luft und Lärm
* Fake-Lebensmittel und gechlortes Leitungswasser
* Überteuerte Preise für Wein und Schokolade
* Extreme Wetterlagen (Smog, Hitze, Dauerfrost, Sturm)

Am 01. Juli betreten wir nach über einem Jahr wieder deutschen Boden und freuen uns auf alles was vor uns liegt. Wir sind offen für Besucher aus nah und fern, teilen gern unsere Erlebnisse mit euch oder grillen einfach zusammen eine gute Bratwurst. Wenn Deutschland dann noch ins Finale kommt, wird der Start in der Heimat einfach nur wunderbar.

Mutter und Kind

Straßenfotografie bleibt mein Favorit.

Essen

Die Chinesen bleiben Weltmeister im Essen.

Geschäft

Jede Straßenecke wird für Geschäfte aller Art genutzt.

Tour

Eine letzte Runde durch die Stadt – klassisch auf Rädern.

China

Abschied von meiner Fotogruppe – Hutongtour im Chinalook

Ayi Mei

Bye bye Ayi Mei – sie findet hoffentlich eine neue Familie.

Ella

Unser letztes chinesisches Geburtstagskind – Ella ist 6

Bollerwagen

Ein Fotofreund hilft beim Transport der letzten Einkäufe.

Forbidden City

Sonnenuntergang über der Verbotenen Stadt

Fans

Ich stehe Kopf vor lauter Chinesischer Fans.