InSeL LeBeN

Durchhalten und Abwarten – 03.04.2020

Keine Menschenseele weit und breit

Am lautesten sind gerade die Vögel im Garten (abgesehen vom Nachbar, der ab und zu sägt oder bohrt oder hämmert oder kärchert), wahrscheinlich verstehen sich die gefiederten Freunde jetzt richtig und diskutieren, was hier eigentlich los ist bzw. nicht los ist. Kein Flugzeuglärm, keine fahrenden Autos, alles ist sehr still mometan.

Wir machen uns Sorgen um den Umzug nach Singapur. Momentan lässt die Regierung niemanden mehr ins Land, selbst unser vorläufiges Visum nützt nichts, es gibt keine Ausnahmen. Nur klinisches Personal dürfte noch ins Land. Wir können nur abwarten und hoffen, dass sich bis zum geplanten Termin unserer Starts dort die Situation wieder ändert.

Kabelsalat

Wir haben das Büro umgeräumt und etwas mehr Platz geschaffen. Im Homeoffice soll eine angenehmere Athmosphäre herrschen, wenn man schon Nachts um 3 aufstehen muss für die ersten Telefonkonferenzen. Respekt an Steffen, der das echt immer schafft und mich dann gut gelaunt und wach um 6 Uhr anlacht, wenn ich aus dem Bett schleiche, um die Kinder nicht aufzuwecken.

Homeoffice
Teamarbeit

Die Mädels sind noch motiviert und erledigen ihre Schulaufgaben selbstständig. Ella hat jetzt ebenfalls eine Online-Lösung von der Schule bekommen und chattet mit den Lehrern und Mitschülern am Laptop. Aber die Osterferien werden trotzdem bereits erwartet, auch wenn wir die in diesem Jahr ohne Urlaub oder Besuch bei der Familie verleben werden. Das „Zu Hause bleiben“ fällt bei den herrlichen Sonnentagen etwas schwer. Wenigstens spazieren gehen oder Sport im Freien sind weiterhin erlaubt. Auch Inliner, Rennrad und Trampolin – ein Glück alles noch verfügbar bei uns. Also kein Jammern.

Sport geht auch zu Hause super
Motive beim Spaziergang

Die freie Zeit vor der Ausgangsbeschränkung nutzte ich bekanntermaßen oft zum Fotografieren, gerne allein, noch lieber zu zweit oder in der Gruppe. Wenn ich allein unterwegs war, dann einfach um zwischen Alltag und Familie ein bisschen Zeit nur für mich zu haben. Am vergangenen Samstag zog ich allein los, um Tübingen während dieser Zeit festzuhalten. Die ganze Serie ist hier auf der Seite unter: http://lebenrolle.de/?p=5979 zu finden. Mein Motto danach: Zusammen ist man weniger allein.

Leergefegte Innenstadt
Einsamer Park

Wenn das Gedankenkarussell nervt, dann helfen einfach kleine Aufmunterungen und Ablenkung am besten. Das neu gedruckte Buch meiner Freundin Miriam erreichte mich diese Woche. Schaut doch auf ihre Webseite zum Buchprojekt (http://www.anders-gleich.de/index.php?lc=de) und unterstützt gerne mit einem Kauf, Bücher kann man prima auch verschenken, Weihnachten kommt wieder. 🙂

Freude am Nachmittag
Backen gegen Seelenfrust
Aus Peking mitgebracht, wenn die Pflicht kommt, bin ich gerüstet.

Die Stille der Einsamkeit ist eine Schatzkiste brillanter Ideen.

© Hubert Joost

Eine ruhige Welt – 24.03.2020

Vielleicht der letzte Schnee für lange Zeit.

Wir sind ganz gut in die zweite Woche unserer intensiven Familienzeit gestartet. Das zeitige Auftstehen für Steffen zehrt schon an seinen Kräften, da hilft wohl in Zukunft nur ein ausgedehnter Nachmittagsschlaf oder zeitiger ins Bett gehen. Meine Mädels haben das Lernen zu Hause gut im Griff und ich kann jetzt sogar wieder schriftliche Division mit Kommazahlen :-), am Nachmittag wird irgendwas im Haus geputzt und zur Belohnung spielen wir immer eine Runde Tischtennis auf dem Esstisch. Mittlerweile werden die Ballwechsel länger und in sechs Wochen kann ich beide wohl im Verein anmelden. Charlotte versorgt uns mit Mittagessen, auch Kuchenbacken ist noch nicht langweilig geworden. Wir vermissen trotzdem alle unsere sozialen Kontakte, da helfen auch Videotelefonate nur bedingt.

Ein bisschen Spaß muss sein.

Nachdem uns der Frühling schon letzte Woche gezeigt hat, dass er im Anmarsch ist, kam am Samstag ein kleines Schneetief angerauscht und zauberte alles kurzfristig in eine weißeWinterwelt. Den Sonntag nutzten wir daher für einen ausgedehnten Waldspaziergang, im glitzernden Sonnenlicht bei strahlend blauem Himmel ein echter Genuss.

Frühlingsboten im Garten
Zauberwald
Blüten überall – der Frühling kommt

Singapur hat ebenfalls wieder gestiegene Zahlen bei den Covid-19 Patienten gemeldet, die neuen Fälle wurden wohl importiert und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie damit weiter verschärft. Uns bleibt weiterhin nur Abwarten wie sich die Lage entwicktelt in den nächsten Wochen. Wohnungen scheint es genug zu geben, wir haben die Zeit genutzt und uns einen ersten Überblick verschafft, die Lage unserer neuen Bleibe eingegrenzt und hoffen bald vor Ort das für uns Passende klarmachen zu können.

Die Versorgungslage in Deutschland ist weiterhin nur bei Toilettenpapier, Mehl und Hefe angespannt. Die Bäcker haben geöffnet, ich habe meinen Ein-Brot-am-Montag-Backtag einfach eingestellt und backe in Singapur dann wahrscheinlich wieder genug. Die Witzbilder sind trotzdem immer eine lustige Abwechslung zwischen all den Zahlen und Fakten in der Krisenzeit.

🙂

Neben all den Challenges und Aufrufen zum Teilen von Fotos aus Kindertagen, oder dem 27. Bild auf meiner Kamera, dem Mitsingen, am Fenster musizieren oder Kerzen anzünden rufe ich hiermit auf: Zeigt Solidarität mit den Menschen, die momentan keine Einkünfte haben, die nicht aufgefangen werden von gut gefüllten Staatskassen. Spendet direkt! An Künstler, die ihr kennt. An Hilfsorganisationen, die sich um Flüchtlinge kümmern oder Projekte im Krisengebieten organisieren. Lasst auch die kleinen Geschäfte und Restaurants um die Ecke wissen, dass ihr in diesen Zeiten zu ihnen haltet.
Und Nachbarschaftshilfe sollte immer selbstverständlich sein, damit muss sich jetzt keiner im Netz profilieren, einfach machen!

Solidarität der Bestrebungen knüpft Euch mit Bindfäden,

Solidarität der Schicksale schnürt Euch mit Stricken,

Solidarität der Verantwortungen schmiedet Euch mit Ketten aneinander.

Arthur Schnitzler

Isolation für alle – 18.03.2020

Morgens geht der erste Blick gerade immer auf diese Webseite. Die Zahlen sind jedesmal erschreckend und wer jetzt immer noch glaubt, wir werden verschont, liegt falsch. Unsere Siuation wird dadurch nicht besser, aber wir machen uns noch keine riesigen Sorgen, dass der Umzug nach Singapur gefährdet ist. Verschieben können wir wohl, die Schule beginnt erst Mitte August dort. Es gibt bereits eine nette Frau in Singapur, die uns mit der Wohnungssuche helfen würde. Die zwei Wochen Quarantäne würden wir dann wahrscheinlich in einem Service-Appartment verbringen können.

Zu Hause hat sich das Homeoffice und Homeschooling Team gut eingerichtet. Steffen arbeitet bereits in der asiatischen Timezone und ist morgens der Erste, der wach ist und Kaffeeduft im Haus verströmt. Ich bin noch täglich im Rathaus und helfe dort bei Fragen und allen anderen Dingen, die weiterhin erledigt werden müssen. Dort ist es sehr einsam, die Kollegen haben Einzelbürobelegung verordnet bekommen und es wird nur noch per Telefon und Email Kontakt gehalten, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden. Auch Schichtbetrieb wird es geben. Die Kinder erledigen fleißig ihre Schulaufgaben am Vormittag und erweisen sich als vorbildlich beim Erledigen von Haushalt, Kochen, Gartenarbeit. Auch Bastelprojekte und Megapuzzle, Gitarrenkonzert auf der Terrasse und Videos aus Ellas Schule halten sie bei Laune.

Homeoffice mit neuer Tontechnik
Wolkenkuchen für alle
Gartenkonzert mit Applaus von den Nachbarn

Solange es noch keine Ausgangsperren gibt, nutze ich die Nachmittage um eine Runde in der Natur zu drehen. Das schöne Wetter ist für totale Quarantäne einfach zu schön und allein unterwegs kann ich keinen gefährden.

Keine Küsse unter Misteln mehr.

Das Fahrrad hat eine neue Besitzerin gefunden, die sicher genau soviel Spaß damit hat, wie ich in den wenigen Ausfahrten davor. Singapur hat verschärfte Maßnahmen für EBikes erlassen, was eine Mitnahme sinnlos gemacht hat. Und da dort die Kontrollen und Strafen bei jeglichen Verboten ebenfalls sehr streng sind, brauche ich es gar nicht erst versuchen.

Wir sind froh, schon viele Dinge sehr zeitig geregelt zu haben und jetzt nicht in Stress zu kommen, wenn doch noch weitere Einschränkungen beschlossen werden. Viele bürokratische Dinge können wir jetzt per Mail oder Telefon klären. Wer mag kann uns die Daumen drücken, dass es mit dem Umzug nach Singapur doch alles klappt, wie geplant.

Freitag, der 13.03.2020

Singapur verbietet von Sonntag an allen Ausländern die Einreise, wenn sie in den vergangenen 14 Tagen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien waren. Das gilt auch für Transit-Aufenthalte in dem südostasiatischen Stadtstaat. Das Ganze gilt nicht für Menschen, die dauerhaft dort leben oder lange einen Pass des Staates haben. Sie sollen sich nach der Einreise in heimische Quarantäne begeben. Quelle: Stern

„Schaltjahre sind Katastrophenjahre“, besagt der Aberglaube. In diesen Jahren sollte man keine Häuser bauen und keine Ehe schließen. Am Schalttag geborene Kinder müssen nicht nur damit klarkommen, nur alle vier Jahre ihren richtigen Geburtstag feiern zu können, sondern auch, von Geistern heimgesucht zu werden. Und zu allem Überfluss wird es so richtig kalt, besagt eine Bauernregel. Müssen wir 2020 also mit dem Schlimmsten rechnen? Quelle: MDR

Jetzt erwischt uns die Pandemie mit voller Kraft, ab Dienstag sind die Schulen bekanntlich geschlossen, 5 Wochen zu Hause bleiben. Eine Kraftprobe, die viele Menschen in China schon viel länger dort aushalten. Kinder und Mann werden also zu Hause bleiben, ich darf im Rathaus Dienst tun, die Urlaubssperre war zu erwarten. Immerhin haben wir Arbeit und werden bezahlt, da geht es anderen nicht so gut. Also kein Jammern bitte.

Die Reisepläne zur Wohnungssuche in Singapur liegen jetzt auf Eis. Würden wir einreisen wollen, müssten wir zwei Wochen in Quarantäne dort. Macht also keinen Sinn, wenn ich nur eine Woche dort hin will. Aussitzen und gesund bleiben lautet die Devise. Kaum waren die Schul- und Kitaschließungen bekannt, wurden die Supermärkte hier erneut gestürmt. Ich vermute es wird keiner verhungern in den nächsten Wochen. Warum seit einer Woche das Toilettenpapier überall ausverkauft ist, bleibt mir weiterhin ein Rätsel. Wenn es das Weinregal wäre, … 🙂 mal sehen wie es in fünf Wochen dort aussieht. Katzenfutter war auch noch reichlich vorhanden.

13.03.2020 – Toilettenpapier ausverkauft
Die verpackten Seifenkisten-Flitzer sahen schon etwas makaber aus diese Woche.
Humor nicht vergessen in Krisenzeiten

Das Haus wir leer(er) – 01.03.2020

Nachdem wir in den letzten Wochen versucht haben, dem Chaos im Keller Herr zu werden, ist ein großer Teil jetzt geschafft. Dank lieber Freunde, die mit großem Auto dienen und beim Ein- und Ausladen helfen konnten, war das Umziehen der Sachen, die eingelagert werden, doch schnell geschafft.

Wenn Fotografen die Wände leeren.
Großer Bus bedarf einer Einweisung

Über 50 Kisten und zwei Schränke, viele gerahmte Fotografien, ein Schlitten, ein Fahrrad, eine Puppenstube und noch ein paar andere Dinge passten in den Transporter. Wer weiß, ob wir uns freuen, wenn wir die irgendwann alle wieder auspacken müssen.

Von leer zu voll dauerte es knapp 4 Stunden.
Lagerarbeiter – noch lachen sie
Alles hineingepasst und noch etwas Luft.

Das Wochenende im Vogtland war trotz der vielen Plackerei ganz lustig. Obwohl hier noch kein Corona-Fall nachgwiesen wurde, gab und gibt es wohl Hamsterkäufe in den Geschäften. Auch hier keine Chance mehr an Handdesinfektionsmittel zu kommen. Dafür gab es Alternativen für die üblichen Atemschutzmasken. Wir haben uns dann für dieses Modell entschieden, schreckt vermutlich nicht nur Viren ab.

Mach den Gorilla für mich.

Ich vermute ja, dass die Grenzen zwischen West und Ost kurzfristig und heimlich wieder geschlossen wurden. Das Schaubild könnte einen das fast glauben lassen. Quelle: welt.de

Keine Viren im Osten!

Über ein kurzes Winterintermezzo freuten wir uns. Dauerte aber keine Nacht, dann war alles wieder verschwunden. Und der Frühling steht bereits in den Startlöchern. Auch wenn der Februar in diesem Jahr einen Tag länger brauchte, die Temperaturen sprechen eine andere Sprache.

Schnee? Ja!

Corona kommt näher – 24.02.2020

Italien hat es nach Frankreich nun auch mit dem Coronavirus erwischt. 230 Erkrankte, 6 Tote (Stand am 24.02.) – so schnell verbreitet sich dieser hoch ansteckend Virus jetzt in Europa. Ich habe Masken bestellt, beim großen Onlinehändler sind sie schon rar, in der Apotheke nur mit Wartezeiten zu erhalten. Am 11. März sollen sie geliefert werden. Es ist kein Panikkauf, hätte vor der ersten Reise nach Singapur sowieso welche für uns bestellt. Ob die etwas bringen? Hände waschen und Menschenmassen vermeiden wohl eher. Nicht einfach, wenn man in einer Behörde arbeitet und täglich Publikumsverkehr hat. Aber jede Kassiererin im Supermarkt ist wohl noch mehr Viren und Bakterien ausgesetzt. Wir vertrauen einfach darauf, dass Europa und dann wohl bald auch Deutschland auf die Coronapatienten vorbereitet sind und alle besonnen bleiben. Panik hilft keinem, auch wenn ich öfter das Gefühl habe, das sich immer mehr von „Jeder ist sich selbst der Nähste.“ in der Gesellschaft ausbreitet.

Der Keller sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, aber es ist auch schon viel geschafft. Kartons stapeln sich, die Mülltonne füllt sich, die Säcke für Spenden nach Osteuropa ebenso, man findet immer wieder Dinge, die schon ewig aus dem Gedächtnis verschwunden waren. Am Freitag werden die ersten Sachen ins Lager gebracht.

Angebote der Speditionen trudeln ein, darum dürfen wir uns jetzt selbst kümmern. Vielleicht wird es die, mit der wir damals nach Indien umgezogen sind. Die kennen wir schon und waren sehr zufrieden.

Das Haus steht zur Weitervermietung bereits im Internet, bald werden die ersten Interessenten zur Besichtigung kommen.

Henri ist weg. So leer auf dem Stellplatz jetzt. Aber er hat sehr nette neue Eigentümer bekommen und wird diese im Sommer nach Portugal fahren.

Abschied

Ach ja, ein bisschen Fasching gab es auch, im Ländle heißt das ja Fasnet.

Perücken verrücken!

Der Stand der Dinge am 19.02.2020

Die finale Genehmigung Seitens der Firma ist nun endlich da! Juhu. Jetzt können die Teams in Singapur endlich mit dem Visaantrag und dem Antrag auf Arbeitserlaubnis voran gehen. Ein weiterer Schritt in Richtung Ziel ist gemacht, noch viele weitere liegen vor uns.

30 Kisten sind im Haus gepackt, die ersten Sachen verkauft. Am Samstag müssen wir von Henri Abschied nehmen. Unsere Camper wird ins Münsterland umziehen und dort einer anderen Familie hoffentlich viele schöne Reisen und Abenteuer bescheren. Wir hatten einige sehr schöne Erlebnisse mit ihm und werden uns gerne daran zurück erinnern.

Das Corona-Virus hält die asiatische Welt weiterhin in Atem. Aktuell gibt es 81 bestätigte Erkrankte in Singapur. Die Regierung dort schickt alle Rückkehrer aus China für zwei Wochen in Quarantäne. Dafür wurden auch Kinosäule und Sporthallen als Notunterkünfte umfunktioniert. Es sind dragonische Strafen, bis hin zum Entzug der Arbeitserlaubnis, angedroht worden, für die Leute, die sich nicht an die Quaratänemaßnahmen halten. Die Millionenstadt ist mit großflächiger Überwachungstechnik ausgestattet und nutzt alle Möglichkeiten die „Gesetzesbrecher“ zu identifizieren.

Der private Konsum in China machte bis zum Virusausbruch 65 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Eine interessane Zahl aus dem Zeitartikel vom 19.02.2020 „Wer in Quarantäne ist, fällt am Fließband aus.“

Was mich gerade sonst noch beschäftigt:

Ich schaue alle in den Mediatheken verfügbaren Dokumentationen zu Singapur an. Auch wenn der eigene Eindruck dann sicher ein anderer sein wird. Ich habe eine Seite gefunden, die den Sonnenauf- und -untergang in Singapur anzeigt. Sehr konstant die ganze Angelegenheit. Im Juni geht die Sonne um 07:00 Uhr auf und um 19:09 Uhr unter. Die Schwankungen dieser Zeiten betragen max. 20 Minuten über das Jahr gesehen. https://www.sunrise-and-sunset.com/de/sun/singapur/singapore

Fotos vom Auszug in Peking im Juni 2014 waren auch wieder interessant. Wie viele LKWs standen damals vor der Tür? Zwei, also haben wir Platz für unsere Möbel, die mitkommen sollen.

Letzter Tag in Peking – ausgerechnet ein Corona-Bier

Es geht wieder los. – 12. Februar 2020

https://gisanddata.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Wenn das Leben neue Pläne für einen bereithält, ändern sich auch sofort die Gewohnheiten. Nie würde mich eine Statistik über Virenerkrankte so interessieren wie in diesen Tagen und vermutlich den kommenden Wochen. Mehrmals täglich wird diese Seite aktualisiert, man kann den Erkrankten quasi beim Sterben zuschauen, wenn die Zahlen wieder gestiegen sind. Ein Horror! Corona hat unsere Pläne gleich am Anfang durcheinander gewirbelt und eingetrübt. Auch in der Stadt, die wir wohl ab Frühsommer unser neues Zuhause nennen werden , gibt es Infektionen mit dem Coronavirus. Derzeit sind 50 Personen erkrankt, was bei einer Einwohnerzahl von 5.703.600 gerade einmal 0,0008766 % Betroffene bedeutet. Bis jetzt gibt es keine Todesfälle in der Stadt, aber die Alarmstufe steht bereits auf Orange.

Ich denke an die vielen Menschen in China, auch an unsere Zeit in Peking. Wir wären dort jetzt wie Tausende gefangen in der Wohnung, in Angst und Sorge um die Kinder und einen selbst. Berichte lese ich gerade sehr viele, die alle wenig Mut und Hoffnung auf eine schnelle Besserung der Lage machen. Fast 1400 Menschen sind dem Virus bereit erlegen, so viele Schicksale und Hinterbliebene, die um ihre Angehörigen trauern.

Singapur 2011 bei Tag
Singapur 2011 bei Nacht

Ich kenne die Stadt bzw. den Staat Singapur eigentlich nur aus den Medien, gerade einmal 4 Stunden durfte ich sie 2012 bei einem kurzen Aufenthalt auf dem Rückweg von Australien nach Indien beschnuppern. Heiß ist es dort, kein Wunder der Äquator liegt quasi um die Ecke und tropisches Klima ist damit vorprogrammiert. Schirm und Wasserflasche gehören dort dann sicher demnächst zur Standardausrüstung beim Verlassen der Unterkunft. Wer sich selbst einen kleinen Einblick verschaffen möchte, dem lege ich diese Doku ans Herz: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/laender-menschen-abenteuer/Wunderwelt-Singapur-Geisterjaeger-und-Himmelsstuermer,lma1834.html

Momentan beginnen die Vorbereitungen mit den für uns bereits bekannten Aktivitäten. Visa-Anträge ausfüllen, neue Passbilder machen lassen, Schulab- und -anmeldungen für die Kinder, Kündigungen schreiben, Fahrzeuge verkaufen, Haus aussortieren. Gefühlt türmt sich da der Mount Everest vor einem auf. Wenn ich nicht daran glauben würde, dass es machbar ist, wäre es zum Verzweifeln. Noch haben wir gut 3 1/2 Monate Zeit und am Ende wird hoffentlich alles gut.

Reisepläne, um eine neue Bleibe zu suchen, werden so weit wie möglich verzögert. Die Besorgnis um die weitere Ausbreitung des Virus schreckt uns gerade ab, in Richtung Asien aufzuberechen. Aber allzu lange können wir damit auch nicht warten. Zweifel kommen auf, ob die Entscheidung überhaupt richtig war. Wir können nur darauf vertrauen, dass die Regierungen in China und Singapur ihr Bestes geben, um der Lage Herr zu werden. Verrückmachen ist für uns jetzt keine Option, besorgt sein reicht fürs Erste auch schon.

Im Keller wird gestapelt und geradelt.

Die beiden üblichen Fragen tauchten bei den vielen Gesprächen mit der Familie, Freunden und Kollegen ebenfalls wieder auf. „Was sagen denn eure Kinder dazu?“ – natürlich waren sie beide in den Entscheidungsprozess eingebunden und finden es im Großen und Ganzen aufregend. Allerding sind Tränen wohl ebenfalls erwarten und es wäre schlimm, wenn keine fließen würden. „Und was machst du dann dort?“ – das wird sich zeigen, ich werde berichten, es wird sicher nicht langweilig …

Wer leben will, muß das Fieber riskieren.

Friedrich Hebbel
(1813 – 1863)