In Leipzigs Straßen

Der Herstellung von Zeit geht recht einfach, ich nehme sie mir einfach. Zumindest ab und ab, für die Fotografie, für die Freiheit, für die Seele. In Leipzig geht das besonders gut. Da wohnt und arbeitet Antje Kröger in ihrem Atelier und ab und zu sogar auf den Straßen dieser bunten Stadt. Mit der Kamera! Ich durfte sie begleiten am letzten Wochenende, da standen Inszenierung und Straßenfotografie auf dem Workshop-Plan. Nach langen corona-freien und wenig inspirierenden Wochen besuchte ich den vierten Kurs bei ihr. Für die Inszenierungen werde ich bald Worte zu den im Atelier entstandenen Fotos finden. Am zweiten Tag zogen wir durch die Straßen im Stadtteil Neuschönefeld. Dort trifft man sich in der Eisenbahnstraße im türkischen Kaffee zum Frühstück. Eine der gefährlichsten Straßen in Europa, es herrscht Waffenverbot. Wir hatten keine dabei und morgens ist es dort sehr ungefährlich. Nette Menschen, die sich auf einen Plausch mit uns einlassen, fast zu wenig Betriebsamkeit für Straßenfotografen. Darum zogen wir Richtung Innenstadt, wo eine große Demonstration gegen Rassismus stattfand. Es waren dort auch farbige Demonstranten unterwegs, zusammen mit ihren Freunden, Bekannten oder Gleichgesinnten zogen sie auf die Straßen mit Plakaten und Fahnen. Mich hat eine Szene ins Herz getroffen, der farbige Flaschensammler inmitten der vielen Demonstranten. Dem war die Veranstaltung vielleicht egal, die weggeworfenen Flaschen bedeuteten einen kleinen Extraverdienst für ihn an diesem Sonntag in Leipzig.

Meine Aufgabe lautete: Alles unterhalb des Knies & Kreise. Nicht ganz einfach, aber machbar. Und Abschweifen vom Thema war erlaubt.

Das Hauptthema des Workshops lautete „Abgrund“, daher versuchten wir auch dieses auf der Straße umzusetzen und ich wollte meine Ikone noch inszenieren. Die Freiheitsstatue ist ein eher einfaches Motiv und der passende Sockel fand sich auf einem kleinen Rasenstück.

Eine Aufgabe bestand darin, Portraits von drei Menschen aufzunehmen. Christine traf ich an einer Unterkunft für betreutes Wohnen, sie war sofort bereit für ein Foto. Das zweite entstand bei der Demonstration, den Namen des Abgelichteten habe ich nicht herausgefunden. Ein Portrait bleibe ich also schuldig, ein Grund mehr, wieder nach Leipzig zu kommen, irgendwann. Dafür hat Antje mich in Szene gesetzt, ganz entspannt mein Blick, die Herstellung von Zeit geglückt, in diesem Moment.

Suchbild mit Klingeln
Die Italienerin
Spiegel Sperrmüll
Kneipenkultur
Schneewittchen
Anbeter der Schuhe
Von der Krippe in den Abgrund
Musterkind
Blauer Benz
Christine geht Rauchen
Abgrund Statue
Farbengleich
Verkabelt
Umzug mit Rad
Keine Waffen
Kleckserei
Motivsuche
Freiheit für alle
Kopf in die Wolken stecken
Beinfreiheit
Liebessuchende
Wer sammelt Flaschen? Colored People
Sternburger statt Maske
Demonstranten
Poser
Herstellung von Zeit (Foto von Antje Kröger)

Ich kann die Kurse von Antje jedem ans Herz legen, der fotografisch weiterkommen möchte oder seinen Blick schärfen mag. Näheres hier: http://www.antjekroeger.de/kreative-fotoworkshops-antjekroeger/

Farbe & Licht

Spaß

Zwei arbeitsintensive, sehr kreative und von Licht durchflutete Tage in Leipzig liegen jetzt eine gute Woche hinter mir. Die Zeit bei Antje (http://www.antjekroeger.de/) ist jedes Mal aufs Neue eine extrem Spannende, die immer viel zu schnell verfliegt. Eine interessante Mischung an Teilnehmern hatte sich am Samstag Morgen unter dem Dach des Ateliers zusammengefunden, um sich fotografisch mit den Themen Licht, Farbe und Gestaltung auseinanderzusetzen. Dieses Mal waren gleich vier Männer an Bord, neben Paul unserem Model noch Matthias, Ralf und Wolfram. Die weibliche Seite wurde von Annett verstärkt, mit Antje zusammen waren wir trotzdem in der Unterzahl. Eine angenehme Runde, die über die beiden Tage irgendwie so schnell zusammen gefunden hat.

Matthias
Ralf
Annett
Wolfram

Ein Workshop bei Antje öffnet immer neue Türen, ich denke bei uns allen war das auch diesmal der Fall. Nachdem wir uns theoretisch mit den essentiellen Fragen zum Thema beschäftigt hatte, durfte jeder seine kreative Seite ausprobieren. Es waren nicht nur Einfallsreichtum gefragt, auch die Mithilfe der gesamten Gruppe, Stimmungen zu erzeugen, um jede einzelne Idee umzusetzen. Die zeitliche und räumliche Einschränkung stellte eine besondere Herausforderung dar.

Familie?

Ich fand es sehr spannend zu sehen, was die Anderen mit den zugerufenen Wörtern, Farben, Aufgaben und Lichtsituationen kreierten. Paul stellte sich immer wieder neuen Situationen und war am Ende sicher genauso geschafft wie wir. Nach zwei Tagen war der Akku leer, nicht nur in den Kameras, sondern auch in mir. Umso schöner war es hinterher die Ergebnisse aller zu sehen, der Arbeit Lohn.

Sport!
Doppelte Arbeit 🙂

Antje hat es wieder geschafft, meinen Fokus im Bereich Fotografie zu schärfen, kritischer mir mit selbst zu sein, das Licht verstärkt einzubeziehen, mehr zu wagen und sowohl mir als auch den Models vor der Kamera das abzuverlangen, was für ein stimmiges Foto notwendig ist.

Danke auch für das zwar sehr ernste aber ehrliche „Z“-Polaroid von Dir. Vor der Kamera zu stehen ist eben eine ganz andere Herausforderung als dahinter. Auch das will in Zukunft geübt werden.

Z(unkunftsfragen)

Flucht in die Ruhe

Fast vier Wochen sind vergangen, bis ich die Ruhe gefunden habe, über meinen zweiten Workshop bei Antje (http://www.antjekroeger.de/) zu berichten. Eine Zeit, die ich wohl gebraucht habe, um diese zwei intensive (und stürmische) Tage in Leipzig zu reflektieren und in passende Worte zu fassen. Es ist im Herbst üblich, dass Körper und Geist zur Ruhe kommen, sich zurückziehen und Kraft tanken, genau wie die Natur ein Pause einlegen sollen. In meinem mir sicher selbst gemachten hektischen Leben zwischen Beruf, Familie und intensivem Hobby Fotografie keine einfache Aufgabe und so war das Thema, dass mit unser Model Philine nach 15 Minuten Interview stellte genau passend: Flucht in die Ruhe.
Ich sollte eine Serie mit ihr fotografieren, Akt und gerne mit Requisiten und keine 24 Stunden nach Bekanntgabe der Aufgabe.

Flucht in die Ruhe – was fällt mir dazu ein: wer flieht? wohin? warum? Ruhe bedeutet für den Fliehenden was? Nachdem ich mir diese Fragen beantwortet habe entstand eine Geschichte, die ich versuchte darzustellen. Ob es gelungen ist kann der Betrachter selbst entscheiden. Ich selbst bin jetzt zufrieden mit der Umsetzung, die Ruhe in meinem Leben zu finden, die mir im letzten Jahr abhanden gekommen ist wird länger dauern. Aber das macht nichts, ich bin ein aktiver Mensch, liebe Veränderungen und bin neugierig, Neues zu erfahren.

Was ich bei Antje neben den vielen unbezahlbaren Tipps rund um das Thema Fotografie & Leben gelernt habe sind drei Dinge, die seit diesem Wochenende in meinem Kopf festgebrannt sind:

Akzeptieren – Reduzieren – Fokussieren

Daran arbeite ich und erste kleine Erfolge geben mir Hoffnung, dass es gelingt meine Zukunft anders zu gestalten. Ich werde nicht fliehen, ich werde versuchen die Ruhe in mir zu finden, die das Leben für mich und meine Lieben lebenswerter macht.

„Hohe Ziele bedürfen langer Geduld.“ – Heinrich Lhotzky

Ich möchte „Danke“ sagen an Antje und ihre unbeschreibliche Art, einen sofort in den Bann zu ziehen und die Seele für zwei Tage loszureißen von Alltagsthemen. An Philine, die eine wunderbare junge Frau voller Esprit und der richtigen Lebenseinstellung ist und an Daniela, mit der mich jetzt nicht nur ein gemeinsames sehr trauriges Erlebnis in unseren Leben verbindet, sondern die Magie des Workshops „Beseelte Nacktheit“.

Philines Flucht in die Ruhe:

Nachdenklich
Gedankenfäden spinnen

Tüte
Verstecken spielen

Ausbruch
Ausbruch versucht

Begehren
Begehren erweckt

Aufbruch
Aufbruch erkämpfen

Traum
Wunschtraum gefunden

Koffer
Hoffnung erwartet

Brille
Durchblick erschwert

Seil
Seiltanz gewagt

Ausweg
Ausweg gefunden

Alle raus!

Sari Frau
Flashback India

Im Radio kam neulich ein sehr guter Beitrag, der in etwa so ging: … sagt im … Linke raus, Rechte raus, Lesben raus, Schwule raus, Juden raus, Flüchtlinge raus, Terroristen raus, Nazis raus, Deutsche raus … auf die Straße, die Sonne scheint, macht was Schönes zusammen. Ich habe mit meiner Tochter geschmunzelt und ihr danach erklärt, dass diese Worte ohne den Schluss ganz anderes klingen würden, das man bis zum Ende zuhören sollte und das manchmal bewusst Worte weggelassen oder sogar umgeschrieben werden, dann würde dieser Witz keinen Sinn machen und der Verfasser gleich als Rassist dastehen. Letztendlich freuten wir uns aber auch darüber, das endlich der Frühling Einzug hält und es wieder wärmer wird, alles grünt und blüht und die Töchter wieder mehr draußen spielen können.

Endlich hatte ich zum VHS Kurs Smartphone Fotografie bestes Wetter und konnte sechs Teilnehmern an einem Samstag Vormittag Tipps und Tricks für das Fotografieren ohne echte Kamera geben. Sie waren alle begeistert und sehr interessiert, besonders schön finde ich immer die schon etwas betagten Teilnehmer, die sich vier Stunden Zeit nehmen und am Ball bleiben mit der neuen Technik. Die Freude über gut eingefangene Motive auf den Gesichtern ist der beste Lohn für diese „Arbeit“, die mir wirklich viel Spaß bereitet.

Schloss
Eine ewige Liebe – Fotografie

Mit dem schönen Wetter kommt auch die Lust am Fotografieren wieder zurück. Die Kamera war jetzt drei Wochen zum Service, jetzt runderneuert und mit sauberem Sensor wieder einsatzbereit. Bis dahin hielten mich die Polaroids, die analoge Praktika und eben das Telefon bei Laune. Die Polaroid-Sammlung wurde um ein weiteres Modell erweitert: SX-70. Ich drücke die Daumen, das sie noch funktioniert. Sobald ich Filme bestellt habe, werde ich sie testen. Der analoge schwarz-weiß Film in der alten Praktika ist noch nicht voll, ich bin jetzt aber schon auf die Abzüge gespannt.
Die nächste kleine Fotoausstellung wird gerade vorbereitet und am Samstag findet in Holzgerlingen ein Wettbewerb des Landesverbandes statt, an dem ich mit viel Bildern teilnehmen werde. Da unser Verein die Veranstaltung ausrichtet werde ich den ganzen Tag dort beschäftigt sein und sicher viele tolle Bilder sehen. Der nächste Fotoausflug findet dann am Sonntag statt, die Lost Places Tour im Hotel Waldlust in Freudenstadt steht schon seit Jahresbeginn auf der Liste.

Sonnenschein
Ab – raus in die Sonne!

Und dann wird mich Mailand bestimmt verzaubern und viele spannende Motive bieten, drei volle Tage in der schönen Stadt, die ich zum ersten Mal erleben darf. Danke schon jetzt an meine Familie, die ohne mich die Osterfeiertage verbringen wird. Das Frühjahr ist einfach immer wieder zauberhaft und ich freue mich auf die Sonne, das Licht, die Wolken, den Regen und den Duft der Natur.

Doppel
Aus Kindern werden Teenager.

Die neue Doppelbelichtungsfunktion vom Snapseed war längst überfällig, danke dafür.