Lost Place Charlottenhöhe

Diese Serie ist in der verlassenen Lungenklinik „Charlottenhöhe“ im Schwarzwald entstanden. Ohne Worte lasse ich die Bilder sprechen und den Ort von damals zumindest in der Erinnerung wachhalten. Es tut einem im Herzen weh, diese wunderschönen Gebäude zu sehen, die seit Jahren dem Vandalismus und der Zerstörung preisgegeben sind.

Vorhang

Wenn der letzte Vorhang fällt.

Glasbruch

Türen aus Glas

Badepulver

Restbestände

Treppenhaus

Stufen ins Leere

Aussicht

Zimmer mit Aussicht

Röntgenentwickler

Laborversuche

Stationszimmer

Verlassene Station

Badezimmer

Badeanstalt

Spiegelbild

Spiegelbruch

Flur

Flure ohne Sinn

Tür

Türschaden

Matratzen

Matratzenlager

Schuh

Aschenputtel

Badwanne

Sonnenbad

Fensterlicht

Lichtblicke

Sicherungen

Durchgebrannt

Ofen

Kalte Kuche

Spinnweben

Netzanbieter

Dachboden

Dachbodenfund

Glasscheibe

Zerbrochene Träume

Computer

Ohne Anschluss

Zigarrenkiste

Tropenschätze

Radio

Lautlos

Schränke

Kabinett der Leere

Sofa

Rauswurf

Polaroid

Willkommener Abschied

Analogpunk

Judith Holofernes hat auf ihrem neuen Album „Ich bin das Chaos“ einen sehr schönen Song Namens „Analogpunk 2.0“. Die anderen Lieder sind ebenfalls sehr hörenswert, aber dieser eine geht mir speziell durch den Kopf, wenn ich mich in letzter Zeit immer wieder mit Hingabe der analogen Fotografie widme. Mit Instax von Fuji und Polaroid habe ich die alte Technik für mich wieder entdeckt. Einen Film mit der Praktika meines Opas bereits belichtet und jetzt sollte endlich die Weltaflex aus dem Jahr 1956 zum Einsatz kommen.

Welta

Die Rolleiflex der DDR nannte sich Weltaflex.

Mir war es gelungen ein sehr schönes Modell bei Ebay Kleinanzeigen zu erstehen, inklusive Ledertasche, Bedienungsanleitung und einem anschließbarem Blitz (sehr nostalgische zum Auffächern) sowie des Originalkartons. Lediglich ein Trageriemen fehlte, da habe ich kurzer Hand einen aus meiner Sammlung montiert.

Blitz

In alte Zeiten versetzt.

Sogar die Glühbirne am Blitz sah noch funktionstüchtig aus, die Batterie bauten wir aus und stellten fest, das es diese sogar heute noch zu kaufen gibt. Falls ich den Blitz irgendwann einmal ausprobiere werde ich berichten. Irgendwie kommen bei mir immer Gedanken auf, welche Lebensgeschichten diese alten Kameras wohl hatten. Wem hat sie damals gehört, was und wer fotografierte damit. Leider werde ich es wohl nie erfahren, vielleicht hätte ich die Verkäuferin fragen sollen, ob sie näheres dazu weiß. Immerhin lässt die Seriennummer auf das Baujahr 1956 schließen.

Blitz

Aufgeklappt sieht es aus wie eine Vorrichtung zum Abhören des Weltalls.

Mittelformat, 6×6 cm, Rollfilm. Soweit war alles klar, Rollfilme werden zum Glück wieder bzw. immer noch produziert und gibt es sowohl in der farbigen als auch der Schwarz-Weißen Version. Vor dem ersten Shooting wollte ich die Kamera etwas reinigen, was leicht möglich ist, es lässt sich alles öffnen und man kann den Spiegel im Lichtschacht herausnehmen. Leider hat dieser mein Putzmittel nicht vertragen und mit einem Wisch war die ganze Spiegelbeschichtung ab. So ein Missgeschick aber auch. In einer Kosmetikbox fand ich einen Ersatzspiegel, den ich Dank meiner Fotofreundin Simone mit dem Glasschneider in die passende Form brachte und wieder in die Kamera einbauen konnte.
Den ersten Film brachte meine weitere Fotofreundin Birgit aus München mit und ich hatte sogar Glück, das in der Kamera noch eine leere Spule eingelegt war. Auf diese wir dann der Anfang des Films gezogen und bis zum ersten Bild aufgerollte. Wer lesen kann ist klar im Vorteil oder auch „read the f… manual“ – am Vorabend der ersten Einsatzes wollten wir zusammen unsere Kameras mit den Schwarz-Weißfilmen der Marke Ilford bestücken. Birgits Weltaflex hatte schon das modernere Zählwerk eingebaut und stoppte automatisch bei Nr. 1 des Films, bei meiner war noch das alte Zählwerk eingebaut, was bedeutet, dass man beim Einlegen des Films das Panschutzfenster hinten auf der Rückwand öffnen muss, um auf dem Filmpapier zu erkennen, wann die Nr. 1 erreicht ist. Wenn wir das vorher nachgelesen hätten, würden jetzt 12 Bilder auf dem Film belichtet sein, statt nur der folgenden fünf. Ich drehte einfach viel zu weit und als wir es bemerkten war schon Bild Nr. 8 angezeigt, natürlich lässt sich der Film nicht wieder auf der Spule zurückdrehen. Pech gehabt!

Frohen Mutes machten wir uns an einem sehr sonnigen Sonntag auf ins Kloster Bebenhausen, der perfekten Kulisse für schwarz-weiße Aufnahmen. Altes Gemäuer, Kirche, Klostermauern, Pflastersteine und zum Glück nicht sehr überlaufen an diesem herrlichen Morgen. Es machte auf jeden Fall richtig Spaß mit der Weltaflex zu fotografieren, etwas gewöhnungsbedürftig ist es am Anfang schon, durch den Verschluss von oben zu schauen, die Kamera (ca. 1kg) gerade zu halten und das im Sucher seitenverkehrte Bild richtig auszurichten. Es braucht Zeit und gerade das macht es spannend. Man überlegt genau, welches Motiv ist gut, gerade wenn man wie ich nur fünf Aufnahmen hat. Blende und Belichtungszeit lassen sich vorne einstellen, die Schärfe am Drehrad an der Seite. Für einige der Belichtungen nutze ich meine Belichtungsmesser App, bei einigen war ich mir sicher, die richtigen Einstellungen gewählt zu haben.

Fachwerk

Erste Aufnahme – Fensterblick

Die Ergebnisse des Fotoausflugs konnte ich schon sehr bald bestaunen, denn einer meiner Fotofreunde Matthias (ich bin gesegnet mit Fotofreundinnen/-freunden) bot mir an den Film zu entwickeln und einzuscannen. Das Entwickeln übernahm dann wohl seine Frau, der ich hiermit ebenfalls danken möchte. Die Bilder sind also schon in dieser Hinsicht etwas ganz besonderes, bei den vielen Mitstreitern. 😉

Bebenhausen

Aufnahme 2 – Turmblick

Türrahmen

Aufnahme 3 – Tunnelblick

Fachwerk

Aufnahme 4 – Durchblick

Turm

Aufnahme 5 – Fest im Blick

Ich freue mich sehr über die Bilder und werde demnächst Abzüge bestellen. Und neue Filme natürlich auch! Jetzt heißt es erste einmal Ferien für die Kinder und ab Mitte August Urlaub für die Eltern. Wenn es hier ein bisschen ruhiger wird, ich bin dann mal weg. Am Meer ;-). Bis bald Sandra

Schwarzwaldmärchen

Hermann Hesse – Schwarzwald

Seltsam schöne Hügelfluchten,
Dunkle Berge, helle Matten,
Rote Felsen, braune Schluchten,
Überflort von Tannenschatten.
Wenn darüber eines Turmes
Frommes Läuten mit dem Rauschen
Sich vermischt des Tannensturmes,
Kann ich lange Stunden lauschen.

Dann greift wie eine Sage,
Nächtlich am Kamin gelesen,
Das Gedächtnis mich der Tage,
Da ich hier zu Haus gewesen.

da die Fernen edler, weicher,
Da die tannenforstbekränzten
Berge seliger und reicher
Mir im Knabenauge glänzten.

Spiegel

Geheimnisvoller See – Spiegel am Waldrand

Beschützerin – Glaube an Märchen und Sagen!

Hinweis

Begleiter – Lass dir den Weg weisen!

Felsen

Felsschlucht – Schau in die Lüfte!

Wildwuchs – Jeder Halm ist ein Wunder!

Brücke

Die Brücke – entscheide dich!

Wasser

Der Quell des Lebens.

Blumen

Düfte am Weg – Inspiration zum Träumen.

Fluss

Am Fluss – treiben lassen für immer.

Zauberfeen – wünsch dir was!

Sonne

Kraftvoll bleiben

Steine

Gute Geister – sei freundlich!

Baum

Mit dem Wind wachsen.

Wasserlauf

Dem Lauf des Lebens folgen.

Blattwerk

Bedecke und Öffne dich.

Ufer

Am Ufer – vergeude Zeit!

Baumkronen

Gut behütet.

Wurzel

Lass Wurzeln und Flügel wachsen.

Schild

Ankommen.

Mühle

Die Mühlen sollten langsam mahlen.

Seeblick

Weite – oft ganz nah.