Hoch Hinaus?

Titisee Riesenrad

Welt-Klugheit

Bleib‘ nicht auf ebnem Feld!
Steig‘ nicht so hoch hinaus!
Am schönsten sieht die Welt
Von halber Höhe aus.

Friedrich Wilhelm Nietzsche
(1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller
Boote am Titisee
Sonnenbaden am See

Der Film schlummerte eine Weile im Biest. Jetzt wurde er freigelassen und die Erinnerungsmaschine lief an. Das Wochenende am Titisee im August – wie genossen wir das rein weibliche Zusammensein. Tankten Sonne, stürzten in den See, eroberten die Lüfte im Riesenrad. Was wären wir ohne Erinnerungen? Wie schön, dass es schon sehr lange diese wunderbaren Zaubergeräte gibt, die Momente einfrieren können.

Schaufensterdirndl Stuttgart
Kopflos in Stuttgart

In Stuttgart traf ich eine Gruppe Gleichgesinnter, analog waren wir nur zu zweit an diesem Samstag Vormittag unterwegs. Die anderen blieben beim digitalen Fotografieren. Motive finden sich immer, der Film zähmt mich trotzdem jedesmal und den Auslöser zu drücken kostet Überwindung. Begrenzung kann allerdings sehr spannend sein. Nur drei Motive waren es mir an diesem Tag wert, damit das Filmmaterial zu belichten.

Girl in town

Am Thema Portrait werde ich 2020 weiterhin üben müssen. Dabei die passende Stimmung und das Licht richtig einzufangen stellen mich immer wieder vor Herausforderungen. Die sind bekanntlich gut, um besser zu werden. Also neuen Film einlegen, komponieren und abdrücken.

Lotte in Licht und Schatten
Spiegelbild

Wir wollen uns nie sehen, wie wir sind, und wehe dem,
der einmal ein gelungenes Portrait von uns liefert!

Georg Herwegh
(1817 – 1875), deutscher Lyriker, lt. Heinrich Heine „die eiserne Lerche der Revolution“

Wer Lust und Zeit hat, vor meiner Kamera zu sein, der darf sich gerne melden. Ich suche Models aller Art und jeden Alters. TRAUT EUCH!

Schwarzer Wald in hellem Licht

Wer an den Schwarzwald denkt, dem kommen vermutlich Bilder von tief dunklen Tannenwäldern, engen Schluchten und einsamen Dörfern in den Sinn. In Teilen stimmt dieses Bild auch heute noch, wer genau hinschaut findet dort aber ebenso zauberhaftes Licht, Helligkeit und eine Natur, die einem immer wieder den Atem nimmt, vor Staunen, Entzücken und Leuchten.
Wer würde nicht dahinschmelzen beim Anblick eines Sees, verhangen von zartem Morgennebel, der über das glasklare Wasser zieht, als wollte er es streicheln. Die Sonne steigt langsam über dem Waldrand empor, wärmt die ersten Zuschauer und lässt einen Tag voller Licht erwarten. Die mystisch dunklen Tannen geben dieser märchenhaften Kulisse den nötigen Kontrast.

Tage und Stunden auf einsamen Wegen, hohen Gipfeln und an rauschenden Wasserfällen. Dazwischen ein kurzes Eintauchen in die quirligen Städte des Südschwarzwaldes, wie Freiburg, das die Freiheit bereits im Namen trägt. Sich treiben lassen im Tumult der Bewohner, Studenten und Besucher, den Straßenkünstlern zuschauen, einen köstlichen Kaffee genießen, flanieren wie zu alten Zeiten. Herrlich, diese Stunden – verrinnen in der Sanduhr und es fühlt sich trotzdem ewig an. Die Momente, wenn eine anstrengende Tour ihrem Ziel entgegenführt, der Gipfel zum Greifen nah, schwitzend und zufrieden die Füße hochlegen zu können. Ein Glück auf Erden, das nicht selbstverständlich ist und darum so kostbar.

Immer wieder die Stille genießen, Gedanken sortieren, die letzten Monate Revue passieren lassen, Gespräche führen oder eine Runde mit den Töchtern um die Tischtennisplatte sausen. Auf dem Nachbarbauernhof der alten Frau eine Geschichte vom letzten Gewitter entlocken, bei dem der Blitz mehrere Kühe auf den Wiesen dort oben am Hang erschlagen hat. In der kleinen Kapelle nebenan die Ahnentafeln lesen und mit dem Gedanken verlassen, wie schrecklich und schön das Leben sein kann.
Der Kioskbesitzerin am See eine halbe Stunde Plauderzeit schenken, weil die Gäste noch auf sich warten ließen an diesem sonnigen Morgen und sie berichtet, das ihr verkauftes Eis unterschiedlich besteuert werden muss, je nachdem wo es verspeist wird. Irrwitzige Bürokratie im deutschen Urlaubsparadies, wahrscheinlich fliegt sie deshalb immer in die Ferne, wenn der Kiosk Ferien macht.
Im Bootshaus am Campingplatz bedienen sehr freundliche junge Leute, die nicht aus Deutschland stammen. Die vegetarische Pizza ist mit Schinken belegt, aber nie würde ich mich jetzt bei dem jungen Mann beschweren, der am Abend vorher meine Wäsche aus dem Trockner genommen und sehr ordentlich zusammengelegt hatte.
Dem interessierten Fotografen-Wanderer in der Schlucht die eigene Kamera erklären und eine App am Telefon zeigen, mit der er die Belichtung messen kann – große Freude.
Es sind die kleinen Lichtstrahlen, die das Leben immer wieder wirft und eine Zufriedenheit erzeugen, die lange nachhält. Hier eine Auswahl meiner Glücksmomente.

Kirche
Idylle am Wegesrand

Wolken
Wolkengigant über dem Titisee

Haus
Typische Schwarzwald-Architektur

Pferdekoppel
Pferden am Berg

Steine
Hochstapelei

Holz
Natürliche Kunststücke

Brücke
Kein Weg zurück

Wutach
Im Rausch des Wassers

Kirche
Schwarzwald?

Hochfirst
Hoch oben blickt man tief.

Wolken
Schauspiel am Himmel

Freiburg
Bücherzelle neu entdeckt

Brille
Stadtkind

Zeitung
Tagesgeschäft

Schuhe
Spitzentanz in den Gassen

Taube
Stadtvogel

Kirchenplatz
Aus nah und fern

Fahrrad
Ortsansässige

Wald
Aus der Reihe tanzen

Pause
Rastplatz

Mohn
Vom Regen in die Traufe

Uhr
Stillstand der Zeit

Fenster
Privatsphäre

Feldberg
Alter Glanz in immer neuem Licht

Feldbergturm
Wo bitte ist das Meer geblieben?

Blumen
Blütezeiten gehen und kommen wieder.

Lost Place Charlottenhöhe

Diese Serie ist in der verlassenen Lungenklinik „Charlottenhöhe“ im Schwarzwald entstanden. Ohne Worte lasse ich die Bilder sprechen und den Ort von damals zumindest in der Erinnerung wachhalten. Es tut einem im Herzen weh, diese wunderschönen Gebäude zu sehen, die seit Jahren dem Vandalismus und der Zerstörung preisgegeben sind.

Vorhang
Wenn der letzte Vorhang fällt.

Glasbruch
Türen aus Glas

Badepulver
Restbestände

Treppenhaus
Stufen ins Leere

Aussicht
Zimmer mit Aussicht

Röntgenentwickler
Laborversuche

Stationszimmer
Verlassene Station

Badezimmer
Badeanstalt

Spiegelbild
Spiegelbruch

Flur
Flure ohne Sinn

Tür
Türschaden

Matratzen
Matratzenlager

Schuh
Aschenputtel

Badwanne
Sonnenbad

Fensterlicht
Lichtblicke

Sicherungen
Durchgebrannt

Ofen
Kalte Kuche

Spinnweben
Netzanbieter

Dachboden
Dachbodenfund

Glasscheibe
Zerbrochene Träume

Computer
Ohne Anschluss

Zigarrenkiste
Tropenschätze

Radio
Lautlos

Schränke
Kabinett der Leere

Sofa
Rauswurf

Polaroid
Willkommener Abschied

Schwarzwaldmärchen

Hermann Hesse – Schwarzwald

Seltsam schöne Hügelfluchten,
Dunkle Berge, helle Matten,
Rote Felsen, braune Schluchten,
Überflort von Tannenschatten.
Wenn darüber eines Turmes
Frommes Läuten mit dem Rauschen
Sich vermischt des Tannensturmes,
Kann ich lange Stunden lauschen.

Dann greift wie eine Sage,
Nächtlich am Kamin gelesen,
Das Gedächtnis mich der Tage,
Da ich hier zu Haus gewesen.

da die Fernen edler, weicher,
Da die tannenforstbekränzten
Berge seliger und reicher
Mir im Knabenauge glänzten.

Spiegel
Geheimnisvoller See – Spiegel am Waldrand

Beschützerin – Glaube an Märchen und Sagen!

Hinweis
Begleiter – Lass dir den Weg weisen!

Felsen
Felsschlucht – Schau in die Lüfte!

Wildwuchs – Jeder Halm ist ein Wunder!

Brücke
Die Brücke – entscheide dich!

Wasser
Der Quell des Lebens.

Blumen
Düfte am Weg – Inspiration zum Träumen.

Fluss
Am Fluss – treiben lassen für immer.

Zauberfeen – wünsch dir was!

Sonne
Kraftvoll bleiben

Steine
Gute Geister – sei freundlich!

Baum
Mit dem Wind wachsen.

Wasserlauf
Dem Lauf des Lebens folgen.

Blattwerk
Bedecke und Öffne dich.

Ufer
Am Ufer – vergeude Zeit!

Baumkronen
Gut behütet.

Wurzel
Lass Wurzeln und Flügel wachsen.

Schild
Ankommen.

Mühle
Die Mühlen sollten langsam mahlen.

Seeblick
Weite – oft ganz nah.