Ein wirkliches gelungenes Video zu einem mutigen Abenteuer haben wir auf der Seite
www.vimeo.com entdeckt: http://vimeo.com/11564312?ab
2.000 miles
30 days
3.000 photo
in 3 minutes. Einfach rasend schnell und atemberaubend schön.
Nachdem mein Mann den offiziellen Antrag für das Assignment gestellt hat konnte ich auch meinen
Arbeitgeber über unsere Pläne informieren. Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend startete ich
heute ins Büro. Meinen unmittelbaren Vorgesetzter und den Bürgermeister informierte ich zuerst.
Beide zeigten Verständnis für meinen Ausstieg aus dem Job. Mutig und richtig finden sie diese Entscheidung,
dann zu gehen, wenn die Kinder noch klein sind. Auf der anderen Seite wird eine Mitarbeiterin jetzt fehlen
und die Aufgaben werden schnellstmöglich umorganisiert. Der Personalchef wird von mir erst morgen eingeweiht.
Einigen Kolleginnen und Kollegen hatte ich bereits im Vorfeld von unserem Projekt berichtet und heute ebenfalls
über die Sache informiert. „Wow – Indien“ war wohl die häufigste Antwort. Da werden sicher noch viele Leute
nachfragen und Informationen von mir wissen wollen.
Am Wochenende habe ich schon die ersten Kisten verpackt. Hauptsächlich Winterklamotten, die wahrscheinlich
nicht mehr gebraucht werden in den nächsten zwei Jahren und eingelagert werden. Neue Umzugskisten muss
ich jetzt dringend besorgen, damit ich meinen Tatendrang weiterführen kann.
Das Büro in unserer Einliegerwohnung werden wir am kommenden Wochenende soweit vorbereiten, dass dort
Kisten für Indien und die Einlagerung Platz finden.
Außerdem waren wir beim Fotograf und haben von den Kindern und mir neue Passbilder machen lassen.
Für Reisepässe, Visa und Schulanmeldung werden wir die sicher gebrauchen können.
Den Zeitpunkt der Abreise haben wir mit Ende Juli terminiert. Dann bleiben uns in Bangalore gut zwei Wochen
zur Eingewöhnung, bis die Schule beginnt. Den Auszug aus unserer Wohnung hoffen wir schon bis Mitte Juli
bewerkstelligen zu können, dann kann ich mit den Mädchen zwei Wochen Urlaub in Auerbach machen, bevor
wir abfliegen Richtung Indien. Steffen fliegt eventuell bereits vor uns nach Bangalore, um alles für die Ankunft
seiner „Weiber“ vorzubereiten. Über Pfingsten möchten wir unseren Look&See-Trip nach Bangalore machen,
um dort ein Haus und eine passende Schule für Charlotte auszusuchen.
Wir werden sehen, ob sich der Zeitplan halten lässt.
Seit Dienstagabend wissen wir, dass unser großes Projekt Indien endlich genehmigt ist.
Bisher nur als inoffizielle Mitteilung Seitens des Chefs meines Mannes, aber die offizielle
Bestätigung erwarten wir in den nächsten Tagen. Der große Freudensprung blieb dennoch
bisher irgendwie aus, denn ich hatte innerlich fast damit gerechnet, dass es nichts mehr wird.
Nun also doch! Meine Gedanken sind auf der einen Seite von großem Glück erfüllt, auf der
anderen Seite erwartet uns jetzt jede Menge Arbeit und die Aufregung wird sich in den
nächsten Wochen wohl ziemlich steigern.
Jetzt heißt es die große To-Do-Liste nach zeitlichen Prioritäten ordnen und die ersten wichtigen
Dinge anstoßen. Noch weiß nicht einmal mein Arbeitgeber von meinen Plänen, hier Mitte des
Sommers die Stadtverwaltung zu verlassen. Immerhin ist die Phase des Wartens endlich vorbei und
wir können in die Vorbereitungen dieses „Mammutprojekts“ einsteigen. Ich kann es irgendwie noch
gar nicht glauben, dass sich unser Leben in ein paar Monaten radikal verändern wird.
Die Reaktionen der Familie sind auch gespalten. Einige freuen sich mit uns, andere sind traurig,
dass wir gehen werden. Ich denke, zwei Jahre gehen schnell vorbei und Indien ist nicht aus der Welt.
Mal sehen, wer uns wirklich dort besuchen kommt oder ob die meistern das nur so leichtfertig sagen jetzt.
Ein weiterer Monat ist vergangen, ohne das wir eine Entscheidung für oder gegen unseren Indien-Plan erhalten haben.
Es macht uns langsam mürbe, Woche um Woche zu warten und nichts dagegen tun zu können. Die Mühlen der
Entscheidungsträger mahlen einfach zu langsam und den Plan Ende Juni Deutschland zu verlassen, haben wir bereits
aufgegeben.
Für uns stellte sich schon die Frage, ob wir die ganze Aktion abblasen sollen. Es hätte zum Schulwechsel im August zeitlich
super gepasst. Aber ohne Genehmigung können wir hier gar nichts tun, außer warten und warten. Der Umzug nach Indien
bedeutet im Vorfeld eine Menge Arbeit und wir haben Zweifel, dass alles in so kurzer Zeit zu schaffen. Schulbeginn an den
meisten Internationalen Schulen ist Mitte August, wenn wir noch ein bisschen Eingewöhnungszeit vorab rechnen, sollten wir
hier spätestens Ende Juli aufbrechen. Von heute an gerechnet sind das dann knapp vier Monate, die uns bleiben.
Wohnung auflösen, Behördengänge, Arzttermine, Autoverkauf, Schul-und Kindergartenabmeldungen, Reise nach Indien zur
Wohnungssuche. Das alles müssten wir in diesem knappen Zeitraum schaffen. Können wir das leisten neben Arbeitsleben,
Haushalt und Familie? Steffen hat jetzt eine Frist für seine Chefs gesetzt; wenn bis zum 18. April keine Entscheidung getroffen ist,
werden wir wohl absagen. Es bleibt also spannend und wir drücken die Daumen. Eigentlich sind wir nämlich immer noch überzeugt,
dass es die richtige Entscheidung wäre, nach Indien zu gehen. Auch wenn es eine Menge Arbeit und zusätzlichen Stress bedeuten würde.