Interview mit Charlotte am 25. Mai 2011

Charlotte, 6 Jahre alt, 1. Klasse

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S: Wie findest du, dass deine Eltern nach Indien gehen wollen?

C: Ich finde es eigentlich toll, weil ich dann ein anderes Land kennenlernen kann. Aber ich finde es auch schade, weil ich hier alle meine Freunde verliere.

S: Was wirst du am meisten vermissen?

C: Maultaschen, Brezeln, unser schönes Zuhause.

S: Wen wirst du am meisten vermissen?

C: Meine Freunde, meine Lehrerin, meine Nachbarn, meine Großeltern.

S: Wie stellst du dir Indien vor?

C: Die Gehwege sind voller Müll, die Straßen sind voller Mofas und Ochsenkarren. Es gibt ganz viel Sonnenschein, aber keinen Schnee.

S: Wie sehen wohl die Menschen in Indien aus?

C: Die Leute laufen auf der Straße herum und haben tolle bunte Kleider an. Die heißen glaube ich Saris. Dann haben die noch einen Punkt auf der Stirn, die Männer einen schwarzen und die Frauen einen roten.

S: Was denkst du, wie das Essen in Indien schmeckt?

C: Nicht so gut, aber eigentlich weiß ich es nicht. Ich glaube ich habe noch nie indisches Essen gegessen.

S: Wie stellst du dir unser neues Haus / Wohnung vor?

C: Vorne ist ein Gartenzaun, dort stehen die Kühe rum. Ich habe ein eigenes Zimmer mit allen Puppen auf dem Schrank.

S: Was erwartest du von deiner neuen Schule?

C: Am Anfang habe ich bestimmt keine Freunde und keiner will neben mir sitzen. Die Schule ist bestimmt toll, weil es dort einen Pool und einen Reitstall gibt.

S: Was willst du in Indien unbedingt ausprobieren?

C: Als erstes will ich mich mit Papa mit Farben bewerfen (macht man bei einem indischen fest namens Holi). Dann will ich englisch lernen und Bollywood-Dance ausprobieren.

S: Vor was hast du am meisten Angst?

C: Vor allem, aber nur am Anfang.

S: Was nimmst du auf alle Fälle mit nach Indien?

C: Meine Familie, meine große Puppe, deutsche Bücher, denn dort gibt es nur englische Bücher. Außerdem meine Pauline (Kuschelpuppe), mein Schuli (Schulranzen) und mein Freundschaftsbuch.

Interviewer: Sandra

Garage-Sale

Eine Menge Arbeit steckten wir die letzte Woche in die Vorbereitung unseres Garagenflohmarktes. Jetzt hoffen wir, dass die Werbeaktionen (Plakate, Flyer, Webseitenankündigung) auch zum Erfolg führt und wir einige Käufer nächste Woche begrüßen können. Hier in Deutschland ist der Garagenflohmarkt noch nicht so verbreitet, wie z.B. in USA. Dort findet in fast jeder Stadt immer ein Garage-Sale oder Yard-Sale statt. Einen Versuch ist es wert und vielleicht lassen sich auch die Schwaben zu unserem Verkauf locken.

Außerdem standen die nächsten Impfungen auf dem Programm, die wir aber alle gut überstanden haben. Jetzt müssen noch einige wenige Arzttermine erledigt werden, dann ist auch diese ganze Sache erledigt. Endlich haben wir auch den Flug und das Hotel für unseren Look&See-Trip gebucht. Am 17. Juni geht es dann für eine Woche nach Bangalore, um ein Haus zu suchen und die richtige Schule für unsere große Tocher bzw. den Kindergarten für die kleine Tochter zu finden.

Das Kistenpacken ist vorerst eingestellt, denn die Umzugsfirma wird alles selbst einpacken. Aus versicherungstechnischen Gründen sind die dazu sogar verpflichtet. Das heißt wir werden uns auf das Sortieren der Sachen beschränken, was bleibt hier in Deutschland, was kommt mit nach Indien, was wird verschenkt / verkauft usw. Unsere Wohnung ähnelt so langsam einem Pfandhaus. Überall kleben Zettel an den Gegenständen, die weitergegeben werden, wenn wir weg sind. Es wird zunehmend leeren und unwohnlicher. Aber die Zeit bis Mitte Juli wird so schnell verfliegen, damit können wir jetzt leben.

Wir brauchen eine kleine Pause und die Kinder sollen auch etwas vom warmen Sommer haben. Nächste Woche noch der Flohmarkt, dann heißt es mal wieder Freibad, Radtour oder anderes.

sommer

Sandra

Schlachten an der Papierkriegsfront

Einfach mal Abheben
Einfach mal Abheben

Noch gut 2 Monate bleiben uns Zeit, um den Umzug nach Indien vorzubereiten. Langsam wächst der Kistenberg in der Wohnung, im Keller und dem Büro. Wenn das Auto verkauft ist und der Garagenflohmarkt hinter uns liegt, müssen wir wohl auch die Garage zum Lagerplatz umfunktionieren. Ich finde es schwierig zu entscheiden, welche Dinge wirklich wichtig sind um sie mit nach Indien zu nehmen. Klar Winterklamotten benötigen wir dort wohl eher keine, die können wir alle einlagern. Auch Bücher, DVD´s und CD`s nehmen wir nicht mit, die haben wir teilweise elektronisch auf dem Computer gesichert. Schwieriger wird es da schon bei Haushaltsgegenständen, Elektrogeräten oder Spielsachen. Ich hoffe unsere Vorabreise in den Pfingstferien erleichtert einige Entscheidungen. Dann können wir uns ein Bild machen, was wir in Bangalore einkaufen können bzw. was schwer zu haben ist. Mir wird das gute deutsche Brot wohl bestimmt sehr schnell fehlen, zumal ich fast nur noch dunkle Sorten esse und in Indien die meisten Teigwaren mit Weizen gebacken werden. Entweder ich muss dann lernen selbst Brot zu backen, wenn es die Zutaten dort gibt oder ich nehme einen Brotbackautomat mit, um wenigstens ab und zu Vollkornbrot essen zu können.

Momentan führen wir viele Schlachten an der Papierkriegsfront und füllen fast täglich Formulare aus, schreiben E-Mails oder Briefe bzgl. unseres Umzugs. Einige To-Do´s haben wir so bereits erledigt, andere warten noch aufs Abarbeiten. In dieser Woche stehen bei uns allen die ersten Impfungen an. Am Donnerstag sind wir beim Betriebsarzt und am Freitag die Kinder beim Kinderarzt. Hoffentlich vertragen wir die Impfungen alle gut. Aber ich denke es ist sicherer, sich gegen Tollwut, Hepatitis usw. impfen zu lassen, als daran zu erkranken. Außerdem müssen wir alle noch einmal zum Zahnarzt.

Die nächsten beiden Wochenenden sind jetzt vollständig für die Vorbereitungen eingeplant. Als erstes wird der Keller „bereinigt“ und entrümpelt. Nach einer Woche Urlaub auf Mallorca und einem Wochenende Bauernhof müssen wir endlich wieder loslegen.

Sandra (11.05.2011)

Listen und Kisten – In Anlehnung an meinen Artikel im Bereich Leben

Zunehmend verwandelt sich unsere Wohnung in ein Umzugskistenlager. Leere Kartons liegen im Büro
und jede freie Minute nutzen wir, diese zu füllen. An den Wochenenden schaffen wir immer am Meisten.
Allein 10 Säcke alte Kleidung und Schuhe konnten wir bereits aussortieren. Es ist richtig befreien, sich von
dem ganzen alten Ballast zu trennen, der sich jahrelang in den Schränken versteckt hielt. Lustig sind dann
immer wieder kleine Entdeckungen längst vergessener Schätze. So tauchte der Gutschein für eine
Gratisübernachtung in einer Ferienwohnung im Vogtland auf, den wir anlässlich eines Luftballonstarts zu
unserer Hochzeit bekommen hatten. Vielleicht lösen wir den noch vor unserer Reise nach Indien ein.

Die Größe unserer Container, welche wir mit nach Indien nehmen dürfen, steht jetzt endlich auch fest.
Vier große Kisten mit den Maßen 150 x 105 x 115 cm stehen uns zu Verfügung. Das entspricht ungefähr
meinem Büroschreibtisch und ist nicht besonders viel Raum. Da werden wir wirklich hart entscheiden müssen,
was wir tatsächlich mitnehmen.
Mittlerweile haben wir unzählige Listen erstellt, um alle Aufgaben im Überblick zu halten. Dank Google können
wir auf diese online von jedem Arbeitsplatz aus zugreifen. Das macht vieles einfacher und hält die Zettelwirtschaft in Grenzen.

Auch einen Termin für unseren Garagenflohmarkt haben wir bereits festgelegt. Am 28. Mai wollen wir zusammen
mit unseren Nachbarn einige Sachen unseres Hausstandes verkaufen. Mal sehen, ob wir dann etwas weniger haben,
was eingelagert werden muss. Hoffen wir auf gutes Wetter und kauflustige Nachbarn.

Die ersten Kandidaten zur Wohnungsbesichtigung waren ebenfalls schon bei uns. Unser Vermieter hat die Kündigung
letzte Woche erhalten und bereits drei Tage später kamen die Interessenten. Ein komisches Gefühl ist es schon,
wenn „fremde“ Leute deine Wohnung besichtigen. Wir wären allerdings ganz froh, wenn sich schnell ein Nachmieter findet,
der vielleicht gleich unsere Küche übernimmt. Dann könnten wir uns den Ausbau und die Einlagerung dieser ebenfalls sparen.

Weiterhin sehen wir uns Dokumentationen über Indien im Fernsehen an. Unglaublich wie viele Berichte dort kommen.
Schön für uns, dann kriegen wir einige gute Tipps und interessante Eindrücke dieses riesigen Landes. Bei manchen Berichten
kommen dann allerdings auch Zweifel auf, ob es wirklich die richtige Entscheidung war.

Sandra (18.04.2011)