Neues Jahr, neue Fotoprojekte. Für ein 365-Tage-Projekt kann ich mich weiterhin nicht erwärmen, da würde wahrscheinlich der Druck, jeden Tag ein Foto machen zu müssen, meine Kreativität irgendwann einschlafen lassen und ich würde im Garten herum springen um Bienen auf Blumen zu fotografieren. Ein bisschen Anreiz brauche ich trotzdem für das neue Jahr, meine Kamera wieder öfter in die Hand zu nehmen, nicht immer nur die Ausflüge und Reisen festzuhalten, neues auszuprobieren. Daher eine andere Idee, die ich bei einer Freundin auf ihrem Blog gesehen habe. Ich wandle sie ein wenig ab, denn einfach nur 12 Fotos an jedem 12. des Monats zu machen reicht mir nicht.
Es sollen also 12 kleine Serien entstehen, möglichst am 12. jeden Monats im Jahr 2016. Bei einigen Themen werde ich es wahrscheinlich nicht immer genau zum Termin schaffen, aber ich denke das Ergebnis zählt am Ende. Die Themen stehen schon fest, die Reihenfolge überlasse ich meinem Gefühl und meiner Laune. „WAS WOLLT IHR SEHEN“ ist ein offenes Thema für alle Blogleser hier. Da ich die Kommentarfunktion aufgrund der vielen Werbeeinträge schon länger ausgeschalten habe dürft ihr mir gerne per Email eure Ideen schreiben. Ich bin gespannt und neugierig, was euch einfällt. Ein paar Fotobücher muss ich noch wälzen, die 85mm Festbrennweite habe ich momentan noch nicht zur Verfügung und über die Feiertage werde ich mir dann das erste Thema aussuchen.
Das neue Jahr wird fototechnisch nicht langweilig, nebenbei will ich endlich meine andere Webseite auf Vordermann bringen, ein neues Fotoprogramm ausprobieren, weitere Workshops geben und die Liste der unerledigten Fotobücher kleiner werden lassen.
Meine Foto-Themen für die 12 Monate im Jahr 2016:
– Lichter der Nacht
– Doppelbelichtung
– Analog
– Fotografieren mit dem Scanner
– Portraits
– 1 Tag in 12 Bildern
– Was wollt ihr sehen?
– 85mm schwarz/weiß
– Blaue Stunde
– Gemütszustände
– Automaten
– Kamera vs. iPhone
Euch allen schöne Festtage, einen glücklichen Start ins Neue Jahr. Bleibt neugierig und „never stop dreaming“ (Danke Steffen).
45 Mrd. Dollar will Mark Zuckerberg anlässlich der Geburt seiner Tochter Max in seinem weiteren Leben spenden. Eine beachtliche Summe und ich kann ihm nur gratulieren zu dieser Entscheidung. Die Welt hat Investitionen in sinnvolle Projekte dringend notwendig. Klimaschutz, Naturschutz, Bekämpfung von Hunger und Kinderarmut, Ausbildung Benachteiligter. Da steht der Einzelne immer hilflos vor einem schier unglaublich hohem Berg an Aufgaben. Die Weltgemeinschaft versucht vergeblich ein Gleichgewicht zu erreichen, das die Unterschiede zwischen reich und arm geborenen Menschen ausgleicht, Kriege, politische Machtspiele oder Umweltkatastrophen machen ihr regelmäßig eine Strich durch die Rechnung.
Kann ich da irgendwie helfen, frage ich mich regelmäßig und wasche mein Gewissen immer rein mit dem Argument, dass wir schon seit 11 Jahren ein Mädchen (und ihre Familie) aus Afrika unterstützen. Sie ist gesund, hat genug zu essen und geht in die Schule; wir freuen uns immer über die Post von ihr und schicken gern mehrmals im Jahr kleine Pakete nach Afrika.
Genug ist das sicher nicht und jeder könnte noch mehr tun, auch ich. Zwei Projekte beeindruckten mich in den letzten Wochen besonders. Die Organisation Worldbicyclerelief sorgt mit speziell entwickelte Fahrräder dafür, dass Kleinunternehmen in Afrika, Indien und anderen Regionen eine neue Chance haben oder Kinder Zugang zu Bildung erhalten, die mit dem Fahrrad den weiten Weg zur Schule schneller bewältigen können. Bis Ende Dezember verdoppelt die Organisation jede Spende, ich werde ein Fahrrad kaufen und zwei Menschen etwas glücklicher machen auf diesem Planeten.
http://www.de.worldbicyclerelief.org/
Die andere Organisation nennt sich „The Ocean Cleanup“ und möchte gegen die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren Projekte auf den Weg bringen. Wer sich näher informieren möchte der findet sie auf Facebook und unter www.theoceancleanup.com“.
Zu guter Letzt gibt es am 27. Dezember einen kostenlosen Fotokurs in Auerbach / Vogtland. Zusammen mit dem neu gegründeten Verein Ars Vitae können bis zu 10 Interessierte meine und ihre Heimatstadt kreativ mit der Kamera entdecken. Auf diesem Weg möchte ich gerne jungen Menschen ein bisschen meiner Erfahrung im Bereich Fotografie weitergeben.
Allen Blog-Lesern wünsche ich FROHE WEIHNACHTEN und einen guten Start ins Neue Jahr.
Vier Monate war nun Funkstille, der Sommer und Herbst einfach zu schön, um vor dem Computer zu sitzen. Wir haben die Natur in vollen Zügen genossen und alles in uns aufgesaugt, was Deutschland landschaftlich zu bieten hat: Berge, Wald, Seen, Meer, Strand, Städte und Wiesen. Mir fehlte nichts, das Fernweh wurde gestillt mit kleinen und großen Reisen nach Dänemark, Nürnberg, Leipzig, Erlangen, Zürich und Amsterdam. Was will man mehr?
Am Böhler Strand bei St. Peter Ording
Amsterdam war ein lang ersehnter und jetzt wahr gewordener Traum von mir, immer schon wollte ich die Stadt der Fahrräder und Grachten besuchen. Dank einer Konferenz der Fa. SUSE klappt es nun, dass ich ganz ohne Kinder und meistens auch ohne Mann (der auf der Konferenz war) durch die Gassen streifen konnte. Die verspätete Landung aufgrund des dichten Nebels verzieh ich der schönen Stadt sofort am nächsten Morgen, als die Sonne vom strahlend blauen Himmel lächelte und ich nach einem köstlichen Frühstück im „Toastable“ aufbrechen durfte.
Nach einer geführten Radtour gleich am ersten Tag entschied ich mich für die komplette Woche ein Fahrrad zu mieten. So konnte ich die ganze Stadt erkunden und schließlich bin ich schon weitaus gefährlicher in Peking mit dem Rad unterwegs gewesen.
It’s all yellow in Amsterdam – Auf zur Radtour
Die Stadt verzaubert einen von Anfang an, abgesehen von den beiden Hunde-Stinkbomben an meinen Füßen, kann ich nur positives berichten. Freundliche Menschen, Restaurants & Cafés an jeder Ecke, wenig Autoverkehr in der Innenstadt, weil wirklich jeder hier mit einem Fiets unterwegs ist. Mit Kamera ausgerüstet zog ich durch die Straßen, besuchte Museen, den Flohmarkt und die Portugiesische Synagoge, radelte sogar auf Java-Eiland (einer kleinen Insel mit modernen Wohnhäusern vor den Toren der Stadt), stöberte durch Antiquitätenläden, kaufte natürlich einen Vintage-Rock (in Blau) und am Ende gab es die obligatorische Bootsfahrt durch die Grachten.
Unvergleichlich schön – die Grachten
Wer Amsterdam noch nicht bereist hat, dem rate ich dringend es zu tun. Übrigens braucht man sich nicht unbedingt mit Hasch voll dröhnen, wenn man durch die Straßen läuft riecht man es an fast jeder Ecke, scheint dort neben Fahrrädern wohl auch jeder zu nutzen ;-) – mich macht das Zeug nur müde.
Beeindruckend fand ich die Fotoausstellung „Magnum Contact Sheets“ im FOAM, die ich mir anschaute. Fotografien der Magnum Organisation wurden dort ausgestellt und der Prozess der Fotografen anschaulich erklärt vom Entstehen der Aufnahmen, der Auswahl „des Fotos“ auf dem Negativ bis zum fertigen Druck in den verschiedensten Medien. Dort konnte ich zum Beispiel die Geschichte des Fotos von Inge Morath „Llama, Times Square, New York.“ aus dem Jahr 1957 bestaunen, sogar die Tageszeitung mit dem Foto war im Original dort zu sehen. Wer näheres erfahren möchte kann sich gern diesen Film dazu anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=rAQRZTRAM-E
Die Ausstellung inspirierte mich dazu mir ein Originalfoto aus der Sammlung der Magnum-Fotografen zum Geburtstag schenken zu lassen. Die Organisation verkauft in unregelmäßigen Abständen Drucke mit Signatur. Dieses Mal gab es intime Fotos aus teilweise privaten Archiven einiger der Mitglieder zu einem relativ günstigen Preis. Für das Lama-Foto muss ich noch etwas sparen, diese würde mit ca. 2000 $ zu Buche schlagen.
Außerdem bin ich gerade dabei ein neues kleines Projekt auf die Beine zu stellen. Mehr dazu im nächsten Artikel.
Und dann trat in diesem Sommer noch BOY in mein Leben, zwei Frauen aus Hamburg und Zürich, die einfach wunderbare Musik machen. Wer die beiden noch nicht kennt, unbedingt anhören und genießen. Beim Streaming-Dienst Spotify findet man beide Alben der sympathischen Band. Das Konzert in Stuttgart, welches ich mit meiner großen Tochter besuchte wird uns wohl lange Erinnerung bleiben.
Ein kurzer Satz zur momentanen Terrorsituation in Deutschland und Europa. Die Anschläge von Paris hätten uns genauso in Amsterdam oder beim Konzertbesuch in Stuttgart treffen können, ich bin dankbar dafür, dass es nicht dazu gekommen ist, ich bin traurig, dass viele Menschen dort ihrem jungen Leben beraubt wurden. Am Tag der Anschläge hatten wir diskutiert über Pfingsten nach Paris zu fahren (mit den Kindern) und wurden dann mit den Live-Berichten im Fernsehen am späten Abend konfrontiert. Die Reise ist in Gedanken immer noch präsent und warum sollten wir sie absagen? Es kann immer und überall passieren und wohl jeden treffen egal wo in Europa. Ein weiteres Risiko, welches wir in Kauf nehmen müssen, wenn wir uns weiterhin die Welt anschauen wollen. Humboldt hat es ganz treffend formuliert:
„Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.“
Alexander Freiherr von Humboldt
(1769 – 1859), deutscher Naturforscher, Begründer der physischen Geographie
Das Volk braucht Bildung, daher gibt es schon seit 1844 die Volkshochschulen in Deutschland. Auch ich habe dort schon Kurse besucht, gerade zum Thema Fotografie konnte ich dort einiges lernen und bin dankbar, das es diese Möglichkeit der Fortbildung gibt. Demnächst stehe ich nun selbst vor den Lernwilligen und werde mein Bestes geben zum Thema Fotografieren mit dem Smartphone. Ich bin gespannt, wer sich für das Thema interessiert. Auf alle Fälle freue ich mich auf diesen Tag und die auf die Ergebnisse, die dort entstehen.
Ein paar Anregungen, die in den letzten Tagen mit meinem Smartphone entstanden sind:
Schwindelig wird es einem ganz gerne in einer Schiffsschaukel.Bei Gegenlicht sieht man jeden Wassertropfen.Beine bis zum Himmel – wer hätte die nicht gerne.Kopfüber im SonnenlichtSchatten & Licht zaubern Motive