Ich bin kreuz und quer durch ganz Süddeutschland gewandert, habe im Schwarzwald in Holzhütten genächtigt, bin zu Fuß, nicht nur auf Schusters Rappen, sondern auf nackten Sohlen in die Schweiz gezogen und habe oft statt einer Zimmerdecke auch nur den nackten Himmel über mir gehabt. Als ich seßhaft wurde, war es nur dem äußeren Schein nach. Nirgends hielt es mich lange, und wenn ich drei Monate in einer Stadt zugebracht hatte, trat ein Zustand von Lufthunger ein. Berg und Gebirge zogen mich immer lebhafter an. Ich war monatelang unterwegs, wie um die mir gemäße Landschaft zu suchen. Zwischen meinem dreißigsten und vierzigsten Jahr bin ich in Italien von Stadt zu Stadt gezogen, aber alles Entzücken über die Schönheit, alle Sehnsuchtsbefriedigung konnte mich auf die Dauer nicht festhalten. Nach einer Weile verlangte mich nach einem Wald, nach einer Wiese, einem Schatten gebenden Baum, ja sogar einem schweren Wolkenhimmel. Der Süden rief mich, aber dem Norden war ich zu Eigen.
Vier volle Tage, Abstand vom Alltag, nahezu Seeluft schnuppern und sich den Stunden nur der Freundin, der Muse und der Sonne hingeben, ein Traum.
HafenblickElfie von untenBlau soweit das Auge reicht.Elfi AusblickeAlle Mann an Bord bitte!Elfi von oben
Die neu eröffnete Elbphilharmonie schauten wir uns natürlich an, trotz Touristenmassen ein Erlebnis, der Ausblick ist einfach umwerfend und die Architektur des Gebäudes einmalig schön. Die gebogenen Glasflächen zaubern immer neue Reflexionen und Spiegelungen.
Glaswellen
Anschließend zog es uns Richtung Universität, die am Freitag Nachmittag allerdings ziemlich leer gefegt war, das schöne Wetter regte wohl keine Studenten mehr zum Lernen an. Die U-Bahn-Station erscheint mit ihren Farbwechsel-Würfeln wie ein Ort auf einem anderen Stern.
City CampingFarbwürfelAuf die Plätze – fertig – los!Zuviel Koffein in der Stadt.
Eine inspirierende Ausstellung erwartete uns in den Deichtorhallen: SPACE STREET LIFE PHOTOGRAPHY mit Bildern aus sieben Jahrzehnten und Künstlern rund um den Globus. Ich hätte noch zwei Stunden länger schauen und staunen können. https://www.deichtorhallen.de/ausstellung/space
Musik liegt in der Luft.SonnenkindRot-WeißWegweisende BilderBahnhofsgeflüster
Und dann die Elbe … breit und tief … Einfahrt und Ausfahrt in die weite Welt … es fühlte sich nach Meer an, dort zu sitzen, die Schiffe zu bestaunen und der Sonne ade zu sagen … Junge komm bald wieder!
Sag zum Abschied leise Servus. Weiße Tauben nennt man hier Möwen. ;-)Kleine Freiheit für alle.Werft im VorbeiflugZauberlichtglitzerT(r)au Dich!Industrie-RomantikDock mit Kran
Mit der Fähre ging es ans andere Ufer, Cranz liegt an der südlichen Spitze Hamburgs – hier beginnt das Alte Land. Die Elbe ist so breit, dass es sich anfühlt als überquere man einen See. In russischer Hand ist die Werft und es wird auch am Samstag gearbeitet. Leider gab es keine Äpfel auf den Höfen zu kaufen und der gemütliche Bäcker mit dem leckeren Zuckerkuchen hat dicht gemacht, ein Wohnhaus entsteht stattdessen – das Alte Land wird modern und verliert wie so viele Orte ein Stück seines Charmes. Das nächste Mal muss ein Fahrrad mit, das Hinterland ist eine Erkundungsreise wert.
Aida verdreht vielen den KopfGewächshausSchattenspieleEinblickBaumriesen im SonnenlichtUngewöhnlich unbelegtSei nicht Feige!
Blankenese – Treppenviertel, Elbblick, Süllberg, Café Schuldt – das schönste Viertel von Hamburg – gehörte sogar einmal nach Dänemark. Wer hier nicht die Zeit verliert, dem ist nicht zu helfen. Mehr zum Lesen: https://www.zeit.de/entdecken/reisen/2016-06/blankenese-hamburg-ausflug-treppenviertel-falkensteiner-ufer-camping
Der Kaffee mit Kuchen im Café Schuldt war Pflichtprogramm, außerdem schmecken die Fischbrötchen und ein Alsterwasser am Elbstrand bei Sonnenuntergang am besten.
Leuchtturm Grafitti macht es bunt. Es war zauberschön!Romantiker kommen auf ihre Kosten.
Altona zog uns am letzten Morgen in den Bann, die Straßen waren für einen Montagmorgen recht belebt. Das letzte Polaroid entstand nach äußerst lustigen Regieanweisungen des sehr aufgeregten Mitarbeiters im Café Reise Bar. Alle anderen Fotos entstanden ebenfalls analog und warten auf ihre Entwicklung.
Blick auf den DOM – vom WC der Bar im Heaven’s Nest
Ziemlich weit in den Norden trieb es mich am vergangenen Wochenende, zusammen mit meiner Freundin Birgit hatte ich mich zur Teilnahme an einem Fotokurs qualifiziert. Martin Foddanu (http://lüttefreiheit.de/) lockte uns mit dem Workshop zum Thema Reisefotografie in die schöne Stadt an der Elbe. Seit 10 Jahren durfte ich nun endlich einmal wieder durch Hamburg streifen und mich ganz auf das Fotografieren konzentrieren, denn dank ortskundiger Freundin musste ich noch nicht einmal im Stadtplan suchen oder mit elektronischer Karte navigieren. Das machte die Sache erheblich einfacher und wir konnten den Fototag richtig genießen.
Morgens in der Speicherstadt – noch ist es ruhig.
Jeder Teilnehmer sollte sich ein Thema zu seiner Fotoreportage aussuchen, die dann aus insgesamt 10 Fotos bestehen sollte. Ich hatte mir schon im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht. Hamburg verbinden viele mit Wasser, aber es gibt auch andere interessante Bereiche. Von Martin kamen weitere Vorschläge zum Thema, wie z.B. Auf den Zeiten Blick, Hamburger Brücken, Kleine Dinge, usw. Mein Thema war Glas, was viele Möglichkeiten bieten sollte. Allein in der neuen Hafencity hätte ich wahrscheinlich den ganzen Tag zu diesem Thema Motive einfangen können. In Zweiergruppen (wir machten daraus eine lustige 4er Gruppe) zogen wir los, um uns nach gut 2 Stunden mit allen Teilnehmern zum gemeinsamen Mittagessen zu treffen. Einige bestellten Labskaus und das obwohl wir in einem Bayrischen Restaurant saßen, der gar nicht so eigenartig schmeckt wie er aussieht.
Alles Käse – vielleicht wirkt der sogar.
Sehr interessant fand ich unseren gemeinsamen Fußweg durch den alten Elbtunnel auf die andere Seite. Dieser ist wohl am Wochenende nur für Fußgänger und Radfahrer geöffnet und ein echtes Erlebnis. Den Blick auf die Stadtkulisse mit der Elbe im Vordergrund sollte man sich nicht entgehen lassen.
Abstieg unter die Elbe – der alte Elbtunnel fasziniert
Am zweiten Tage hieß es nach einem gemeinsamen Frühstück in einem der hippen Cafés der Stadt (http://osterdeich.net/) folgte die Präsentation der Reportagen. Jeder hatte eine andere Sicht auf die Stadt geworfen und selbst die Einheimischen waren erstaunt, was sie bisher nicht entdeckt hatten. Hamburg ist fototechnisch auf alle Fälle eine Reise wert und ich werde sicher keine 10 Jahre mehr warten für einen nächsten Besuch dort. Meine komplette Auswahl Hamburg – Made Of Glass ist hier zu sehen: