Wenn wir die dauerhafte Brandung der Gedanken geteilt haben, wird eine Form der Leere sichtbar.
– Dalai Lama –
Einen Ort zu finden, der die Sehnsucht nach Stille, Weite und Unendlichkeit stillt – fast unmöglich. Am Kullen gelingt es uns, diesem kleinen schroffen Felsengebiet am Öresund. Ein Leuchtturm oben, ein Weg durch das Gestein, ein weiterer Leuchtturm am Fuß, mit Blick auf die Ostsee, die im späten gleißendem Licht des Nachmittags ihr Wellen an die Felsen wirft. Tief einatmen und den Zauber dieser geschenkten Stunden genießen.
Der Gesang des Meeres
Wolken, meine Kinder, wandern gehen Wollt ihr? Fahret wohl! Auf Wiedersehen! Eure wandellustigen Gestalten Kann ich nicht in Mutterbanden halten.
Ihr langweilet euch auf meinen Wogen, Dort die Erde hat euch angezogen: Küsten, Klippen und des Leuchtturms Feuer! Ziehet, Kinder! Geht auf Abenteuer!
Segelt, kühne Schiffer, in den Lüften! Sucht die Gipfel! Ruhet über Klüften! Brauet Stürme! Blitzet! Liefert Schlachten! Traget glühnden Kampfes Purpurtrachten!
Rauscht im Regen! Murmelt in den Quellen! Füllt die Brunnen! Rieselt in die Wellen! Braust in Strömen durch die Lande nieder – Kommet, meine Kinder, kommet wieder!
Einst zogen sie aus, um ferne Städte und Kulturen zu bereisen und Neues zu entdecken, heute herrscht vieler Orts nur noch Konsum, Kitsch und Inszenierung des Selbst vor. Man gönnt sich keine Muse mehr, sondern hastet mit E-Rollern von einem Highlight zum anderen. Ein Versuch sich diesem zu entziehen ist anstrengend, weil man an jeder Ecke auf Gelegenheiten zur Ablenkung stößt oder über kleine Fahrzeuge stolpert. Zu Fuß, mit Zeit im Gepäck und einem Blick für die kleinen Schönheiten der Altstadt näherte ich mich dieser wirklich schönen Hauptstadt Dänemarks. 1043 erstmalige erwähnt bietet sie so vielfältige Ansichten und Einblicke, die an einem einzigen Tag keinesfalls zu schaffen sind. Manche Details entdeckte ich tatsächlich erst beim zweiten Blick.
Wenn das Ampelmännchen in die falsche Richtung läuft. 9 Fenster sollst du haben. Das Gebäude ist nach dem Gründer Kopenhagens, Bischof Absalon, benannt, dessen dänischer Name Axel war. Axel Borg prägt seit 1920 das Kopenhagener Stadtbild mit seinem neoklassizitischen Baustil.Tauben – die heimlichen Beobachter der SzenerieDie Drachen vor dem Rathaus. Auf dem Pfad der Integration und dem MiteinanderKunst gegen Kaufrausch – wer siegte zeigt die Reklame.Garten am FensterParade der Schweigenden 1Erleuchte mich oder schick wenigstens einen Engel!Der König rechnet mit seiner Macht. Wurden die Fische befragt, ob sie das essen möchten?Foodporn allzeit beliebt Hier herrscht RadverkehrAuch Bücher brauchen Werbung – bildet ein Spalier für sie!Parade der Schweigenden 2Wer suchet der findet.Zwei Räder – Zwei Rohre – Zwei FarbenFrauenkirche zu KopenhagenUnd sie freuen sich seit Jahrzehnten über jeden, der sie findet. SchaufenstergespenstAusgedient – Postkarten nach Deutschland kosten 4,30 €!Mit Kettenhemd, Löwenmähne und Knöpfen aus dem KindersteckspielHeute ist die kleine Taube die Größte.Game Of Thrones vor dem SchloßKunstvolle Barriere gegen jeden feindlichen AngriffMöwenkriegIrgendwie sehen seine Begleiter wie kleine Roboter aus. IlluminatiDie Sehnsucht der kleine Meerjungfrau nach einer Gasmaske.Wir beobachten euch – immer!Parade der Schweigenden 3Die Giraffenfrau im FensterAlles nur FassadeAlles bleibt im FlussWenn die müden Beine schwer werden.Zusammenkunft der SchlösserFriss oder StirbWas würde sie wohl heute zum Treiben vor ihrem Haus sagen? Ausweglose KapitulationJazzclub um 15:05 UhrHausturm würde ich auch nehmen. Mit wehenden Fahnen über das WasserIch treibe euch vor mir hin und her. Die Rastenden und die RasendenMe too hat sie jeden Tag. Bleibt Seefahrer im Meer der MöglichkeitenMüde Touristen trifft man sogar im Design-Museum.
Wie ist dir nun, meine Seele? Von allen Märkten des Lebens fern, darfst du nun ganz dein selbst genießen. Keine Frage von Menschenlippen fordert Antwort. Keine Rede noch Gegenrede macht dich gemein. Nur mit Himmel und Erde hältst du einsame Zwiesprach. Und am liebsten befreist du dein stilles Glück. dein stilles Weh in wortlosen Liedern. Wie ist dir nun, meine Seele? Von allen Märkten des Lebens fern darfst du nun ganz dein selbst genießen.
Nein, natürlich ist es nicht der erste Film, den ich je belichtet habe. Die Anzahl zu ermitteln wäre eine spannende Angelegenheit. Aus meinen analogen Urzeiten liegen noch unzählige Negativstreifen in einem Karton. Der Titel bezieht sich auf den ersten Film, den ich mit der neu eingeweihten Pentacon Six TL fotografiert habe. Nach gefühlt ewiger Zeit beim Reparaturservice kam das gute Stück jetzt zum Einsatz. Da ich schon einige schwarz-weiß Filme mit der Weltaflex im 6×6 Format belichtet habe, wollte ich jetzt endlich den ersten Farbfilm in dieser Größe testen. Den FUJI PRO 400 H hatte ich im Fotomarkt Tübingen mitgenommen. Um die Kamera zu bestücken bedurfte es eines You-Tube-Videos. Ich mag es, wenn ich in Echtzeit kleine Problemlösungen anschauen und sofort umsetzen kann.
Das Beast (meine Bezeichnung für die Pentacon, da sie so schwer ist und sich unter allen meinen Kameras wie ein Biest anfühlt) war damit einsatzbereit. Das erste Foto gehörte meiner kleinen Tochter, die noch gerne Model steht. Weitere Aufnahmen entstanden in Karlsruhe und Tübingen. Der Rest auf der Insel Rügen und im heimischen Garten.
BambusmädchenDrachentöterEuropafanKein Raum Für Fragen Mohnliebe
Die Entwicklung des Films überließ ich einmal mehr dem Labor „MeinFilmLab“, mit denen ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Diese bieten neben der Entwicklung auch gleich Scans der Fotos (Größe M – XL) und Druck (13×13 cm) an. Alles in allem bezahlt man dann zwas knapp 30,- € mit Versand pro Film, aber mir ist es das wert. Ich mag das Format, die Drucke haben eine sehr schöne Qualität und der Service ist super.
Analoges PotpourriGrabsteinwieseKreidefelsenblickFels in der BrandungÜberflug der MöweAltlastenUmaii
Ich muss sagen, man bringt diesen Fotos eine ganz andere Wertschätzung entgegen, wenn sie nicht einfach nur digital mit der Kamera oder dem Smartphone aufgenommen wurden. Ich freue mich wie ein kleines Kind, wenn ich die richtige Belichtung eingestellt, den richtigen Ausschnitt gewählt und das für mich stimmige Motiv eingefangen habe. Manchmal stehe ich an den Orten länger als 10 Minuten, um endlich den Auslöser zu drücken. Das Bild prägt sich dadurch besser ein und die Stimmung in jenem Augenblick an jenem Ort. Die Temperatur und Geräusche, der Duft und das Licht. Alles klebt an mir und wird beim Anblick der Bilder sofort abbrufbar.
Wolkenpoesie
Das letzte Foto war eigentlich ein Portrait meiner großen Tochter zusammen mit ihrer Freundin. Leider war das Film vorher schon voll und somit rückte die Wolkenpoesie auf den letzten Platz. Ein neuer Film ist bereits eingelegt. Dieses Mal wieder in schwarz-weiß. Farbe gibt es wohl wieder in Dänemark und Schweden, auf der nächsten Reise für das Beast.