Listen und Kisten – In Anlehnung an meinen Artikel im Bereich Leben

Zunehmend verwandelt sich unsere Wohnung in ein Umzugskistenlager. Leere Kartons liegen im Büro
und jede freie Minute nutzen wir, diese zu füllen. An den Wochenenden schaffen wir immer am Meisten.
Allein 10 Säcke alte Kleidung und Schuhe konnten wir bereits aussortieren. Es ist richtig befreien, sich von
dem ganzen alten Ballast zu trennen, der sich jahrelang in den Schränken versteckt hielt. Lustig sind dann
immer wieder kleine Entdeckungen längst vergessener Schätze. So tauchte der Gutschein für eine
Gratisübernachtung in einer Ferienwohnung im Vogtland auf, den wir anlässlich eines Luftballonstarts zu
unserer Hochzeit bekommen hatten. Vielleicht lösen wir den noch vor unserer Reise nach Indien ein.

Die Größe unserer Container, welche wir mit nach Indien nehmen dürfen, steht jetzt endlich auch fest.
Vier große Kisten mit den Maßen 150 x 105 x 115 cm stehen uns zu Verfügung. Das entspricht ungefähr
meinem Büroschreibtisch und ist nicht besonders viel Raum. Da werden wir wirklich hart entscheiden müssen,
was wir tatsächlich mitnehmen.
Mittlerweile haben wir unzählige Listen erstellt, um alle Aufgaben im Überblick zu halten. Dank Google können
wir auf diese online von jedem Arbeitsplatz aus zugreifen. Das macht vieles einfacher und hält die Zettelwirtschaft in Grenzen.

Auch einen Termin für unseren Garagenflohmarkt haben wir bereits festgelegt. Am 28. Mai wollen wir zusammen
mit unseren Nachbarn einige Sachen unseres Hausstandes verkaufen. Mal sehen, ob wir dann etwas weniger haben,
was eingelagert werden muss. Hoffen wir auf gutes Wetter und kauflustige Nachbarn.

Die ersten Kandidaten zur Wohnungsbesichtigung waren ebenfalls schon bei uns. Unser Vermieter hat die Kündigung
letzte Woche erhalten und bereits drei Tage später kamen die Interessenten. Ein komisches Gefühl ist es schon,
wenn „fremde“ Leute deine Wohnung besichtigen. Wir wären allerdings ganz froh, wenn sich schnell ein Nachmieter findet,
der vielleicht gleich unsere Küche übernimmt. Dann könnten wir uns den Ausbau und die Einlagerung dieser ebenfalls sparen.

Weiterhin sehen wir uns Dokumentationen über Indien im Fernsehen an. Unglaublich wie viele Berichte dort kommen.
Schön für uns, dann kriegen wir einige gute Tipps und interessante Eindrücke dieses riesigen Landes. Bei manchen Berichten
kommen dann allerdings auch Zweifel auf, ob es wirklich die richtige Entscheidung war.

Sandra (18.04.2011)

Tolles Video

Ein wirkliches gelungenes Video zu einem mutigen Abenteuer haben wir auf der Seite
www.vimeo.com entdeckt: http://vimeo.com/11564312?ab
2.000 miles
30 days
3.000 photo
in 3 minutes. Einfach rasend schnell und atemberaubend schön.

Sandra (13.04.2011)

Erste Reaktionen und erste Kisten

Kistenpacken
Kistenpacken

Nachdem mein Mann den offiziellen Antrag für das Assignment gestellt hat konnte ich auch meinen
Arbeitgeber über unsere Pläne informieren. Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend startete ich
heute ins Büro. Meinen unmittelbaren Vorgesetzter und den Bürgermeister informierte ich zuerst.
Beide zeigten Verständnis für meinen Ausstieg aus dem Job. Mutig und richtig finden sie diese Entscheidung,
dann zu gehen, wenn die Kinder noch klein sind. Auf der anderen Seite wird eine Mitarbeiterin jetzt fehlen
und die Aufgaben werden schnellstmöglich umorganisiert. Der Personalchef wird von mir erst morgen eingeweiht.
Einigen Kolleginnen und Kollegen hatte ich bereits im Vorfeld von unserem Projekt berichtet und heute ebenfalls
über die Sache informiert. „Wow – Indien“ war wohl die häufigste Antwort. Da werden sicher noch viele Leute
nachfragen und Informationen von mir wissen wollen.

Am Wochenende habe ich schon die ersten Kisten verpackt. Hauptsächlich Winterklamotten, die wahrscheinlich
nicht mehr gebraucht werden in den nächsten zwei Jahren und eingelagert werden. Neue Umzugskisten muss
ich jetzt dringend besorgen, damit ich meinen Tatendrang weiterführen kann.
Das Büro in unserer Einliegerwohnung werden wir am kommenden Wochenende soweit vorbereiten, dass dort
Kisten für Indien und die Einlagerung Platz finden.

Außerdem waren wir beim Fotograf und haben von den Kindern und mir neue Passbilder machen lassen.
Für Reisepässe, Visa und Schulanmeldung werden wir die sicher gebrauchen können.

Den Zeitpunkt der Abreise haben wir mit Ende Juli terminiert. Dann bleiben uns in Bangalore gut zwei Wochen
zur Eingewöhnung, bis die Schule beginnt. Den Auszug aus unserer Wohnung hoffen wir schon bis Mitte Juli
bewerkstelligen zu können, dann kann ich mit den Mädchen zwei Wochen Urlaub in Auerbach machen, bevor
wir abfliegen Richtung Indien. Steffen fliegt eventuell bereits vor uns nach Bangalore, um alles für die Ankunft
seiner „Weiber“ vorzubereiten. Über Pfingsten möchten wir unseren Look&See-Trip nach Bangalore machen,
um dort ein Haus und eine passende Schule für Charlotte auszusuchen.

Wir werden sehen, ob sich der Zeitplan halten lässt.

Sandra (12.04.2011)

Es ist geschafft!

Seit Dienstagabend wissen wir, dass unser großes Projekt Indien endlich genehmigt ist.
Bisher nur als inoffizielle Mitteilung Seitens des Chefs meines Mannes, aber die offizielle
Bestätigung erwarten wir in den nächsten Tagen. Der große Freudensprung blieb dennoch
bisher irgendwie aus, denn ich hatte innerlich fast damit gerechnet, dass es nichts mehr wird.
Nun also doch! Meine Gedanken sind auf der einen Seite von großem Glück erfüllt, auf der
anderen Seite erwartet uns jetzt jede Menge Arbeit und die Aufregung wird sich in den
nächsten Wochen wohl ziemlich steigern.

Jetzt heißt es die große To-Do-Liste nach zeitlichen Prioritäten ordnen und die ersten wichtigen
Dinge anstoßen. Noch weiß nicht einmal mein Arbeitgeber von meinen Plänen, hier Mitte des
Sommers die Stadtverwaltung zu verlassen. Immerhin ist die Phase des Wartens endlich vorbei und
wir können in die Vorbereitungen dieses „Mammutprojekts“ einsteigen. Ich kann es irgendwie noch
gar nicht glauben, dass sich unser Leben in ein paar Monaten radikal verändern wird.

Die Reaktionen der Familie sind auch gespalten. Einige freuen sich mit uns, andere sind traurig,
dass wir gehen werden. Ich denke, zwei Jahre gehen schnell vorbei und Indien ist nicht aus der Welt.
Mal sehen, wer uns wirklich dort besuchen kommt oder ob die meistern das nur so leichtfertig sagen jetzt.

Sandra (07.04.2011)

Int. School Bangalore
Int. School Bangalore