Balsam für Augen & Gemüt

Such‘ nicht immer, was dir fehle;
Demut fülle deine Seele.
Dank erfülle dein Gemüt.
Alle Blumen, alle Blümchen
und darunter selbst ein Rühmchen
haben auch für dich geblüht.

Theodor Fontane

Für einen neuen Fotoworkshop zum Thema „Entspannung mit Fotografie“ war ich auf der Suche nach einem Weg, der gegangen wird mit den nach Entspannung und Entschleunigung Suchenden. Die Waldesruh liegt nah bei mir, ein Glück, ich muss nur loslaufen und die Bilder auf mich einwirken lassen. Mit Geduld und Aufmerksamkeit kommt man irgendwann ganz zu sich und findet seinen Rhythmus, die Motive ins rechte Licht und in Szene zu setzen.



Erscheine mir, aus deinen reinen Lüften,
Mit heitern Strahlen, heil’ge Poesie!
Wie neu belebend über stille Triften
Der Morgen glänzt; in deinem Licht erblüh‘,
Was, noch von keinem Lebenshauch bewegt,
Nur dunkel sich in dem Gemüte regt.
Sophie Mereau

Wie machen wir uns gegenseitig das Leben leichter?

Wir haben zu großen Respekt vor dem,
Was menschlich über uns himmelt.
Wir sind zu feig oder sind zu bequem,
Zu schauen, was unter uns wimmelt.

Wir trauen zu wenig dem Nebenuns.
Wir träumen zu wenig im Wachen.
Und könnten so leicht das Leben uns
Einander leichter machen.

Wir dürften viel egoistischer sein
Aus tierisch frommem Gemüte. –
In dem pompösesten Leichenstein
Liegt soviel dauernde Güte.

Ich habe nicht die geringst Lust,
Dies Thema weiter zu breiten.
Wir tragen alle in unsrer Brust
Lösung und Schwierigkeiten.
Joachim Ringelnatz

Ahoi 2017

Was für ein Jahr! Der Kopf wurde uns allen mehrmals durchgewaschen, die Gefühle fuhren Achterbahn. Unzählige schlimme Nachrichten durchfluteten die Medien, von den Bildern erst gar nicht zu reden. Wie erklärt man seinen Kindern diese Welt, die man selbst nur schwer versteht. Viele Fragen bleiben offen, wie zum Beispiel?
– Wo ist die Friedensbewegung?
– Warum demonstriert keiner mehr?
– Wieso werden Bildungs- und Kulturbudgets gekürzt?
– Wer stoppt Waffenlieferungen in Kriegsgebiete?
– Wo ist die Solidarität geblieben?

Friedenstauben per WhatsApp zu versenden, Profilbilder mit Trauerflagge zu posten, … oder eben nur Artikel wie diese zu schreiben über die Lage … sinnlos.? Ich wünsche mir für 2017, das wir endlich aufwachen. Unsere freie Gesellschaft sollte sich unbedingt die Freiheit nehmen, für diese Freiheit zu kämpfen. Echte Aktionen sind gefragt: aufeinander zugehen, reden, diskutierten, kritisieren, demonstrieren, hinterfragen.
Den Worten Taten folgen lassen und selbst für positive Nachrichten sorgen. Weniger ist mehr (abgedroschener Slogan, immer wieder aktuell). Verzicht üben und die damit gewonnene Energie für wichtige Aktionen verwenden. Es gibt immer wieder Beispiele die mir Mut machen, dass nicht alles verloren scheint in unserer Konsum- und Freizeitspaß-Gesellschaft:

22-jähriger Niederländer will Ozeane vom Müll befreien

Indischer Bundesstaat pflanzt fast 50 Millionen Bäume an einem Tag

https://nur-positive-nachrichten.de/positive-nachrichten/durch-zufall-gelingt-es-forschern-co2-in-kraftstoff-umzuwandeln

http://www.amnesty.de/einsatz-mit-erfolg

Auch dieser Artikel aus dem Stern bringt einen guten Ansatz zum Nachdenken, vielleicht im kommenden Jahr mehr „Sein“ als „Haben“ zu verfolgen.
http://www.stern.de/gesundheit/psychologe-im-gespraech–wer-weniger-besitzt–hat-mehr-zeit-7246178.html

Für mehr Hintergrundinformation empfehle ich die Film-Dokumentations-Reihe „Zeitgeist“, http://www.zeitgeistmovie.com/, auf Youtube auch in Deutsch zu finden.

Um positiv ins Neue Jahr zu starten halte ich mich an den vielen guten Beispielen fest, die neben all den schlimmen Nachrichten doch immer wieder ihren Weg in meinen Kopf finden. Es wäre sonst auch schwer auszuhalten und die eigene Motivation neu zu beflügeln. Eine positive Zukunft für meine beiden Töchter ist mir ein großes Anliegen. Dafür muss auch ich noch mehr tun. Ich bin ein Mensch mit positiver Grundeinstellung, offen für Neues und lasse mich gerne auf andere Pfade leiten (nicht nur in der Fotografie). 2017 möchte ich wieder einige neue Pfade entdecken und gehen. In der Hoffnung viele andere wollen das auch beschließe ich 2016 hier in diesem Medium.

Friedliche Weihnachten allen da draußen. AHOI 2017!!!

Anders sein und anders scheinen,
anders reden, anders meinen,
alles loben, alles tragen,
allen heucheln, stets behagen,
allem Winde Segel geben,
Bös‘ und Guten dienstbar leben,
alles Tun und alles Dichten
bloß auf eignen Nutzen richten:
wer sich dessen will befleißen,
kann politisch heuer heißen.

Friedrich Freiherr von Logau

(1604 – 1655), deutscher Jurist, Satiriker, Epigramm- und Barockdichter, Pseudonym: Solomon von Golaw

Quelle: Logau, Deutsche Sinn-Getichte. Drey Tausend, 1654. Originaltext

Feiner Staub

Smog
Dunkle Wolke oder Smog?

Eigentlich sind wir beim Thema Smog (smoke und fog bilden das sog. Kofferwort) einiges gewohnt aus den Zeiten in Peking, abgehärtet quasi bei teilweise Werten von bis zu 800 µg/m³ in den Wintermonaten dort. Erlaubt sind in Europa max. 25 und wenn der Wert in mehreren Tagen über 50 steigt, sollten die betroffenen Städte Maßnahmen ergreifen. Nun auch hier, in Deutschland, in Stuttgart, nur ca. 25 km entfernt, in der Woche ab 11. Januar erreichten die Werte dort 140 µg/m³, fast dreimal soviel als erlaubt. Es wurde ein freiwilliges Fahrverbot angeordnet, an dass sich natürlich unglaublich viele Autofahrer hielten. Satte 3% weniger waren am Tag darauf mit dem Fahrzeug unterwegs, der Wert blieb weiterhin über 100. Nun hat Stuttgart durch seine Kessellage erschwerte Bedingungen, die schlechte Luft bleibt in der Stadt hängen. Selbst bei meiner Laufrunde konnte ich die Smogwolken aus Richtung Stuttgart heranziehen sehen. Und von den vielen Aussichtspunkten hoch über der Stadt wird sich ein ähnliches Bild zeigen wie damals im Smog geplagten Peking. Gut dass hier auch gemessen wird und die Bevölkerung über die Gefahren aufgeklärt sind, die Feinstaub verursacht.
Es ist nicht der Autoverkehr allein, der die Rußpartikel in die Atmosphere bläst, Industrie und das Verbrennen von Holz, Öl und Gas tragen ebenfalls kräftig dazu bei. In Peking wurde es immer besonders in den Wintermonaten schlimm, wenn zusätzlich zu den Industrie- und Autoabgasen die vielen Kohleheizkraftwerke und Privathaushalte mit Kohleöfen in Betrieb gingen. Im Sommer hielt oft die Wetterlage (Wind aus Süden, dort stehen die Fabriken) den Smog in der Stadt.

Passend dazu zeigte eine Dokumentation auf ARTE, die dramatischen Auswirkungen der mit Feinstaub belasteten Luft. Selbst in den entferntesten Bergdörfern hoch oben im Himalaya waren die Werte erschreckend. Außerdem sind nicht nur die Luftschichten zum Atmen belastet, auch in den höheren Wolkenschichten der Atmosphäre lagern sich die Rußpartikel ab und erhöhen die Temperatur, da sie das Sonnenlicht absorbieren. Und die Gletscher schmelzen schneller, weil hier ebenfalls diese schwarzen Rußpartikel das Sonnenlicht absorbieren und somit die Schmelze beschleunigen. Alles keine positiven Daten, die uns die Forscher darlegten.

http://www.arte.tv/guide/de/044781-000-A/dunkle-wolken-ueber-dem-dach-der-welt

Was kann der Einzelne tun, fragen wir uns immer wieder. Angesichts dieser globalen Verschmutzung, die nicht nur den großen Wirtschaftsboom-Ländern in die Schuhe geschoben werden kann. Klar wird in Indien, China und vielen anderen Regionen vermehrt CO2 ausgestoßen, wir haben es schließlich mit eigenen Augen gesehen und durften wochenlang Atemmasken in Peking tragen. Wir sind in der glücklichen Lage, dass alle Familienmitglieder kein Auto für den täglichen Arbeitsweg brauchen. 3 fahren Rad und eine läuft, damit sparen wir wenigstens etwas CO2 ein. Strom sparen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen, regionale Produkte kaufen, weniger Online einkaufen, … daran werden wir 2016 weiter arbeiten. Das wärmste Jahr seit den bisherigen Wetteraufzeichnungen und der derzeit viel zu milde Winter sind nicht mehr weg zu diskutieren.