Es ist geschafft!

Seit Dienstagabend wissen wir, dass unser großes Projekt Indien endlich genehmigt ist.
Bisher nur als inoffizielle Mitteilung Seitens des Chefs meines Mannes, aber die offizielle
Bestätigung erwarten wir in den nächsten Tagen. Der große Freudensprung blieb dennoch
bisher irgendwie aus, denn ich hatte innerlich fast damit gerechnet, dass es nichts mehr wird.
Nun also doch! Meine Gedanken sind auf der einen Seite von großem Glück erfüllt, auf der
anderen Seite erwartet uns jetzt jede Menge Arbeit und die Aufregung wird sich in den
nächsten Wochen wohl ziemlich steigern.

Jetzt heißt es die große To-Do-Liste nach zeitlichen Prioritäten ordnen und die ersten wichtigen
Dinge anstoßen. Noch weiß nicht einmal mein Arbeitgeber von meinen Plänen, hier Mitte des
Sommers die Stadtverwaltung zu verlassen. Immerhin ist die Phase des Wartens endlich vorbei und
wir können in die Vorbereitungen dieses „Mammutprojekts“ einsteigen. Ich kann es irgendwie noch
gar nicht glauben, dass sich unser Leben in ein paar Monaten radikal verändern wird.

Die Reaktionen der Familie sind auch gespalten. Einige freuen sich mit uns, andere sind traurig,
dass wir gehen werden. Ich denke, zwei Jahre gehen schnell vorbei und Indien ist nicht aus der Welt.
Mal sehen, wer uns wirklich dort besuchen kommt oder ob die meistern das nur so leichtfertig sagen jetzt.

Sandra (07.04.2011)

Int. School Bangalore
Int. School Bangalore

Aufgeben ?

Slum in Pune
Slum in Pune

Ein weiterer Monat ist vergangen, ohne das wir eine Entscheidung für oder gegen unseren Indien-Plan erhalten haben.
Es macht uns langsam mürbe, Woche um Woche zu warten und nichts dagegen tun zu können. Die Mühlen der
Entscheidungsträger mahlen einfach zu langsam und den Plan Ende Juni Deutschland zu verlassen, haben wir bereits
aufgegeben.

Für uns stellte sich schon die Frage, ob wir die ganze Aktion abblasen sollen. Es hätte zum Schulwechsel im August zeitlich
super gepasst. Aber ohne Genehmigung können wir hier gar nichts tun, außer warten und warten. Der Umzug nach Indien
bedeutet im Vorfeld eine Menge Arbeit und wir haben Zweifel, dass alles in so kurzer Zeit zu schaffen. Schulbeginn an den
meisten Internationalen Schulen ist Mitte August, wenn wir noch ein bisschen Eingewöhnungszeit vorab rechnen, sollten wir
hier spätestens Ende Juli aufbrechen. Von heute an gerechnet sind das dann knapp vier Monate, die uns bleiben.

Wohnung auflösen, Behördengänge, Arzttermine, Autoverkauf, Schul-und Kindergartenabmeldungen, Reise nach Indien zur
Wohnungssuche. Das alles müssten wir in diesem knappen Zeitraum schaffen. Können wir das leisten neben Arbeitsleben,
Haushalt und Familie? Steffen hat jetzt eine Frist für seine Chefs gesetzt; wenn bis zum 18. April keine Entscheidung getroffen ist,
werden wir wohl absagen. Es bleibt also spannend und wir drücken die Daumen. Eigentlich sind wir nämlich immer noch überzeugt,
dass es die richtige Entscheidung wäre, nach Indien zu gehen. Auch wenn es eine Menge Arbeit und zusätzlichen Stress bedeuten würde.

Einkaufszentrum Bangalore
Einkaufszentrum Bangalore

Sandra (05.04.2011)

Langes Warten

Tempel in Bangalore
Tempel in Bangalore
Geduld zu haben ist in einem Land wie Indien wichtige Lebensvoraussetzung. Denn Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
so habe ich mir sagen lassen sind keine Stärken der indischen Bevölkerung. Unsere Geduld wird momentan ebenfalls
auf eine harte Probe gestellt, wir können also üben. Die Genehmigung für unseren Indienaufenthalt ist noch immer
nicht erteilt, was bedeutet, dass nichts geplant werden kann. Weder ein Look-and-See-Trip noch die Kündigung der
Wohnung oder die Mitteilung bei meinem Arbeitsgeber. Alles ist offen und die gesamte Organisation liegt auf Eis.
Dabei wollten wir eigentlich Ende Juni Deutschland verlassen, um noch einige Zeit der Eingewöhnung in Indien zu haben,
bevor die Schule dort Mitte August startet.

Dafür ist Indien in unseren Köpfen schon richtig real geworden. Die Entscheidung das Angebot anzunehmen haben wir getroffen,
die Pro-Liste war einfach länger. Auch unsere große Tochter konnten wir nach anfänglicher Ablehnung davon überzeugen, dass
dieses Abenteuer für uns alle richtig ist. Sie freut sich jetzt auch darauf und möchte am liebsten gleich losfliegen. Wahrscheinlich
liegt es daran, dass ich ihr eine große Abschiedsparty mit allen ihren Freunden hier in Deutschland versprochen habe.

Momentan bereite ich mich bildlich und geschmacklich auf das Abenteuer vor. Der Besuch eines guten indischen Restaurants in Stuttgart
(Ganesha) war dabei sehr hilfreich. Die Gerichte, Einrichtung und das Personal waren sehr authentisch und eine neue Erfahrung für mich.
Wir wählten ein Vier-Gänge-Menü um möglichst viele verschiedene Sachen auszuprobieren und bis auf einige sehr scharfe Soßen schmeckte
einfach alles köstlich. Besonders vom knusprigen Nan-Brot werde ich wohl Fan in Indien. Das nächste Mal möchte ich auf alle Fälle die
vegetarischen Gerichte ausprobieren, denn indische Küche basiert eigentlich nicht auf Fleisch.

Außerdem haben wir begonnen alle Dokumentationen und Filme über Indien, die das Fernsehen uns bietet, anzuschauen. Ich finde bewegte
Bilder und Geräusche können schon einen ersten Eindruck vermitteln. Auch wenn mein Mann immer sagt: „Du kannst es dir nicht vorstellen,
es ist einfach komplett anders als Europa.“ Wir schauen also Filme über indische Städte, Naturdokus oder Menschen aus Indien an und lernen
dabei eine Menge über dieses vielfältige Land.

Im Internet habe ich einige interessante Seiten gefunden, z.B. Bangalore Daily Photo oder den Blog einer anderen Familie, die als Expats in
Bangalore leben. Ich bin neugierig geworden und kann es kaum erwarten, endlich die Genehmigung für unsere Reise zu sehen. Auch wenn ich
bisher noch nie in Asien war reizt es mich sehr, diesen Teil der Welt kennenzulernen.

Sandra (09.03.2011)

Von Altdorf nach Bangalore (Indien)

Von A(ltdorf) nach B(angalore)
Von A(ltdorf) nach B(angalore)

Eine neue Kategorie findet sich nun auf dieser Seite. Denn es wird ein neues Kapitel in unserem Leben geben.
Expat ist eine Abkürzung für das englische Wort „expatriate“ und bedeutet ausbürgern / Ausgebürgerte.
Ich kannte dieses Wort bis vor kurzem nicht. Nun werden wir wahrscheinlich bald selbst sog. Expats sein.

Indien – ein fremdes Land für mich, denn bisher war ich dort noch nie. Ich kenne es nur aus dem Fernsehen,
Büchern oder Erzählungen. Indien, mit einer Fläche von 3.287.590 km² der siebtgrößte Staat der Erde, ist
Heimat von 1,2 Milliarden Einwohnern (Zahl aus dem Jahr 2009). Die Zahlen sind gewaltig, besonders wenn
man in einem kleinen Dorf in Deutschland wohnt.

Ein internationales Assignment hatten wir uns schon lange als Ziel gesetzt. Nun bietet uns die Fa. meines
Mannes die Möglichkeit für 2 Jahre in Bangalore (Bengaluru) zu arbeiten und zu wohnen. Ein wichtige Entscheidung,
die unser Leben verändern wird.

Sollen wir das machen? Mit zwei kleinen Kindern? Ist das nicht gefährlich? Warum denn nach Indien?
Fragen, die wir uns seit den ersten Informationen fast täglich stellen. Aber warum nicht? Die Welt von heute
ist kleiner geworden. Mit den neuen Kommuikationsmitteln würden wir der alten Heimat immer verbunden
bleiben. Der Aufenthalt ist zeitlich begrenzt und das Land bietet unzählige Möglichkeiten. Auf der anderen
Seite stehen Einwände, wie: Kulturschock, Gesundheitsgefährdung, mörderischer Verkehr, ungewöhnliches
Essen, fremde Sprachen, Aufgabe der Wohnung in Deutschland, Heimweh nach Familie und Freunden.

Dennoch sind die Chancen, die sich durch diese zwei Jahre allen Familienmitgliedern bieten größer und die
Risiken lassen sich mit Vorsicht hoffentlich eindämmen. Andere haben das auch geschafft und sind um viele
Erfahrungen reicher wieder zurück gekommen. Warum also nicht? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Über unsere Entscheidung, alle weiteren Vorbereitungen und den eventuelle Umzug nach Indien werde ich
hier berichten. Seid also gespannt, genau wie wir es sind…

Sandra (09. Februar 2011)

Straßenszene in Bangalore
Straßenszene in Bangalore