Einen Monat ohne …

opel

… nein, nicht das was die meisten jetzt denken. Einen Monat ohne Auto! Das haben wir nämlich am Freitag letzte Woche verkauft. Da hieß es Abschied nehmen von unserem blauen Blitz. Ein kleiner Trost bleibt uns, der Wagen geht zurück in seine Heimat und an einen echten Opelfan. Danke Kai, wir wissen ihn ab jetzt in guten Händen.

Jetzt heißt es laufen oder das Rad nehmen. Ein komisches Gefühl ist das schon, der Radius ist deutlich eingeschränkt und im Notfall muss ich wohl ein Taxi rufen. Da wir aber schon immer viel mit dem Fahrrad unterwegs sind, wird es kein Problem sein, die meisten Wege auf diese Weise zu erledigen.

Jetzt ist es noch knapp eine Woche bis zu unserer ersten gemeinsamen Reise nach Bangalore. Die Anspannung steigt und ich werde etwas nervös. Steffen hat glaube ich auch etwas Angst, hauptsächlich vor meinen Reaktionen. Ich werde mich bemühen die Situation mit Fassung zu tragen und die ersten Eindrücke erst einmal wirken zu lassen. Ich hoffe nur, dass wir ein nettes Zuhause dort finden. Auch die Kinder merken die Anspannung und sind selbst nervöser als sonst. Die Omas werden beide am Pfingstmontag mitnehmen und dann sehen wir sie erst nach unserer Reise wieder.

Die ersten Zusagen zu unserem Abschiedsfest treffen endlich ein. Wir dachten schon, dass wir allein feiern müssen. Es wäre doch schön, wenn wir uns von allen Freunden und Bekannten noch einmal richtig verabschieden könnten. Der Raum ist jedenfalls gemietet und die Verpflegung gesichert.

Sandra

Garagenflohmarkt – Bericht

Garagenflohmarkt
Garagenflohmarkt

Letzten Samstag ist unser Garagenflohmarkt erfolgreich über die Bühne gegangen. Es wurden einige Dinge verkauft und wir verbrachten den ganzen Tag vor der Garage bei schönem Wetter. Leider ließ der große Besucheransturm auf sich warten aber hatte ich es etwas anderes in Altdorf erwartet? Selbst die Nachbarschaft schien unsere Aktion völlig zu ignorieren. Lediglich drei unmittelbare Nachbarn schauten bei uns vorbei. Dafür lief es mit den anderen Einkäufern richtig gut, die gekommen waren, kauften dann immer gleich mehrere Sachen. Ein paar lustige Begebenheiten blieben nicht aus. Eine ältere Damen erwarb einen pinken Kinder-Toilettensitz von uns und trug diesen dann in ihrer Handtasche nach Hause. In einem der verkauften Bücher fanden wir glücklicherweise noch vor dem Besitzerwechsel alte Fotografien. Wer erkennt Steffen auf dieser historischen Aufnahme aus dem Jahr 1987? Einen kleinen Tipp kann ich geben; er trägt kein Pionierhemd.

FDJ

Die Zeit verging dann doch recht schnell, was wohl auch an dem vielen Sekt lag, den es ab 10 € Kaufumsatz gratis gab und ich mit allen Freundinnen auf unseren Umzug nach Indien anstoßen sollte. Insgesamt war es eine lustige Erfahrung. Hier in Baden-Württemberg ist der Garagenflohmarkt nicht sehr populär, schade eigentlich, denn bei richtiger Planung und Organisation könnte man in einem Wohnviertel wie unserem, sicher ein kleines Event daraus machen. Auch unsere Mädels hatten Spaß und versuchten einige Kleinigkeiten aus dem reich gefüllten Kinderzimmer zu verkaufen. Immerhin hat sich Charlotte damit 10 € Taschengeld verdient. Die restlichen Sachen stehen jetzt bei Ebay zum Verkauf. Einige der Teile müssen wir wohl verschenken, entsorgen oder doch einlagern.

Sandra

Interview mit Charlotte am 25. Mai 2011

Charlotte, 6 Jahre alt, 1. Klasse

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S: Wie findest du, dass deine Eltern nach Indien gehen wollen?

C: Ich finde es eigentlich toll, weil ich dann ein anderes Land kennenlernen kann. Aber ich finde es auch schade, weil ich hier alle meine Freunde verliere.

S: Was wirst du am meisten vermissen?

C: Maultaschen, Brezeln, unser schönes Zuhause.

S: Wen wirst du am meisten vermissen?

C: Meine Freunde, meine Lehrerin, meine Nachbarn, meine Großeltern.

S: Wie stellst du dir Indien vor?

C: Die Gehwege sind voller Müll, die Straßen sind voller Mofas und Ochsenkarren. Es gibt ganz viel Sonnenschein, aber keinen Schnee.

S: Wie sehen wohl die Menschen in Indien aus?

C: Die Leute laufen auf der Straße herum und haben tolle bunte Kleider an. Die heißen glaube ich Saris. Dann haben die noch einen Punkt auf der Stirn, die Männer einen schwarzen und die Frauen einen roten.

S: Was denkst du, wie das Essen in Indien schmeckt?

C: Nicht so gut, aber eigentlich weiß ich es nicht. Ich glaube ich habe noch nie indisches Essen gegessen.

S: Wie stellst du dir unser neues Haus / Wohnung vor?

C: Vorne ist ein Gartenzaun, dort stehen die Kühe rum. Ich habe ein eigenes Zimmer mit allen Puppen auf dem Schrank.

S: Was erwartest du von deiner neuen Schule?

C: Am Anfang habe ich bestimmt keine Freunde und keiner will neben mir sitzen. Die Schule ist bestimmt toll, weil es dort einen Pool und einen Reitstall gibt.

S: Was willst du in Indien unbedingt ausprobieren?

C: Als erstes will ich mich mit Papa mit Farben bewerfen (macht man bei einem indischen fest namens Holi). Dann will ich englisch lernen und Bollywood-Dance ausprobieren.

S: Vor was hast du am meisten Angst?

C: Vor allem, aber nur am Anfang.

S: Was nimmst du auf alle Fälle mit nach Indien?

C: Meine Familie, meine große Puppe, deutsche Bücher, denn dort gibt es nur englische Bücher. Außerdem meine Pauline (Kuschelpuppe), mein Schuli (Schulranzen) und mein Freundschaftsbuch.

Interviewer: Sandra

Garage-Sale

Eine Menge Arbeit steckten wir die letzte Woche in die Vorbereitung unseres Garagenflohmarktes. Jetzt hoffen wir, dass die Werbeaktionen (Plakate, Flyer, Webseitenankündigung) auch zum Erfolg führt und wir einige Käufer nächste Woche begrüßen können. Hier in Deutschland ist der Garagenflohmarkt noch nicht so verbreitet, wie z.B. in USA. Dort findet in fast jeder Stadt immer ein Garage-Sale oder Yard-Sale statt. Einen Versuch ist es wert und vielleicht lassen sich auch die Schwaben zu unserem Verkauf locken.

Außerdem standen die nächsten Impfungen auf dem Programm, die wir aber alle gut überstanden haben. Jetzt müssen noch einige wenige Arzttermine erledigt werden, dann ist auch diese ganze Sache erledigt. Endlich haben wir auch den Flug und das Hotel für unseren Look&See-Trip gebucht. Am 17. Juni geht es dann für eine Woche nach Bangalore, um ein Haus zu suchen und die richtige Schule für unsere große Tocher bzw. den Kindergarten für die kleine Tochter zu finden.

Das Kistenpacken ist vorerst eingestellt, denn die Umzugsfirma wird alles selbst einpacken. Aus versicherungstechnischen Gründen sind die dazu sogar verpflichtet. Das heißt wir werden uns auf das Sortieren der Sachen beschränken, was bleibt hier in Deutschland, was kommt mit nach Indien, was wird verschenkt / verkauft usw. Unsere Wohnung ähnelt so langsam einem Pfandhaus. Überall kleben Zettel an den Gegenständen, die weitergegeben werden, wenn wir weg sind. Es wird zunehmend leeren und unwohnlicher. Aber die Zeit bis Mitte Juli wird so schnell verfliegen, damit können wir jetzt leben.

Wir brauchen eine kleine Pause und die Kinder sollen auch etwas vom warmen Sommer haben. Nächste Woche noch der Flohmarkt, dann heißt es mal wieder Freibad, Radtour oder anderes.

sommer

Sandra