Noch sechs Wochen bis zum Sommerurlaub, denn Baden-Württemberg schickt seine Schulkinder immer als Letzte in die Pause. Vielleicht kann man so den Sommer (der sich dieses Jahr bisher eigentlich nur auf ein paar Tage reduzierte) etwas verlängern.
Bis dahin wäre also noch genügend Zeit für jede Menge Fotoprojekte, die ich umsetzen könnte. An Equipment soll es ebenfalls nicht scheitern, es liegt genug zur Auswahl im Schrank, inklusive zwei Kameras meiner lieben Freundin Birgit. Die Sony mit einem Klappdisplay werde ich auf alle Fälle noch vor dem Urlaub ausprobieren, vielleicht sogar gleich am kommenden Samstag in den Straßen von Stuttgart. Dann gibt es da noch die Snapshot zum Testen, die meine Ergebnisse sofort in Miniformat ausdrucken kann. Ich liebäuge ja schon seit längerem mit einer Instax-Kamera, um einige meiner Motive auf Polaroid zu bannen und die Momente wirklich einmalig festzuhalten, da diese keine Speichermöglichkeit hat.
Sogar mit der Anschaffung eines neuen Objektivs befasse ich mich gerade. Vielleicht als kleinen Push für die Urlaubsreise, vielleicht ein analoges der Firma Meier-Optik aus Görlitz, da müsste ich mir Zeit lassen beim Fotografieren und viel manuell einstellen. Vielleicht fällt mir ein gutes Thema ein, dass ich auf der Insel umsetzen kann.
Vielleicht lasse ich auch einfach das Sommerloch Sommerloch sein und mache Pause. Vielleicht auch nicht. ;-)
Cabrio-Summer-Feeling
Die neu entdeckte App „PRISMA“ macht Spaß und sorgt für Kurzweil.
Auch in diesem Monat werde ich von meiner gesetzten Foto-Projekt-Liste abweichen, aus gutem Grund, wie ich finde. Denn was kann einen Fotokünstler besser inspirieren als andere Kunst? Unser kleines Dorf machte sich am vergangenen Sonntag auf, sonst eher unsichtbare Künstler und Künstlerinnen zu präsentieren. Dazu lud man das Publikum zu einem Spaziergang durch den Ort ein und zeigte die Kunstwerke in 12 von vielen anderen Scheunen, die sonst ebenfalls nicht öffentlich zugänglich sind.
Kunst trifft Traktor – farblich abgestimmt
Neben Skulpturen und Gemalten gab es auch Schmuck, bedruckte Seidentücher, Installationen, eine Foto-Musik-Diashow und allerlei entzückend gebastelte Dinge (Upcyclingprojekt von alten Aktenordnern, Ketten aus Bierflaschendeckeln, Visitenkartenhalter aus gefalteten Büchern, Mobile aus Notenpapierrollen und vieles mehr). Zwischen all der Kunst boten Livekonzerte und Verköstigung für Kurzweil der Besucher. Die Künstler selbst waren ebenfalls vor Ort, so dass man sich über deren Projekte direkt austauschen konnte.
Installation in Schwarz-WeißObjekt im Bild
Eine Arbeit beinhaltete dann auch das Thema Fotografie. Die blaue Skulptur wurde fotografiert und tauchte als Fotomontagen auf den Bildern in einem ungewöhnliche Kontext wieder auf. Mir hat sich der künstlerische Aspekt irgendwie nicht erschlossen, da sollte ich meinen Foto-Kunst-Horizont wohl erweitern und Ausstellungen dieser Art besuchen. Leider sind diese rar gesät im südlichen Raum.
Brandursache geklärt, es ist Kunst.Beruf: Musiklehrerin, Hobby: Kunst aus Notenblättern
Es zeigte sich, dass es viele kreative Köpfe in unserem 5000 Einwohner-Dorf gibt. Die Scheunen waren ein idealer Kontrast zu den Kunstwerken, teilweise fügten sich die Bilder und Skulpturen perfekt in die ländliche Szene ein oder machten die Wand im Stall zum Hingucker.
Kunst im Stall – perfekte InszenierungRecycling-Projekt – Altmetall trifft auf Altholz
Gut zwei Stunden war ich mit Freunden im Ort unterwegs, selbst die Kinder fanden Gefallen an den Objekten und natürlich an den Süßigkeiten, die an jeder Station kostenfrei auslagen. In zwei oder drei Jahren wird es eine neue Auflage geben, vielleicht schließe ich mich dem „Kreis der Kreativen“ dann an und stelle selbst einige Fotoarbeiten aus.
Grüner Schirm mit GoldbehangSkeptischer Blick des Herrn in grüner JackeFarbentanz vor dem Bürgerhaus
Zitat neben diesem KunstwerK: „Wenn Deutschland in der Karibik liegen würde, wäre vieles einfacher.“ PUNKT
Entspannt in der SonneGeradeausChat-PauseTGIFHandmade
Mein erster Workshop als Kursleiterin zum Thema „Straßenfotografie“ liegt hinter mir, und was soll ich sagen, es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Zehn aufgeschlossene Leute aller Altersgruppen hatten sich zum VHS Kurs in Böblingen angemeldet, es gab an zwei Terminen alles was zum Thema „Fotos auf der Straße machen“ wichtig war. Zwei Praxisteile wurden durch einen größeren Theorieteil am Anfang und einem kleineren am Ende ergänzt.
Den schwierigen Bereich „Recht und Gesetz“ habe ich ganz bewusst ans Ende des Workshops gestellt, da ich schon bei den eingesendeten Arbeitsproben gemerkt haben, dass sich die Teilnehmer verunsichert fühlten, Fotos mit erkennbaren Personen darauf einzuschicken. Die Straßenfotografie in Deutschland liegt meiner Meinung nach momentan am Boden. Nicht nur die Klage gegen einen Fotografen der Agentur Ostkreuz und die erste Entscheidung des Gerichts machen es schwierig sich diesem Bereich der Fotografie zu widmen. Viele Fotografen trauen sich nicht mehr im öffentlichen Raum ungefragt Fotos zu machen, Alltagssituationen festzuhalten, des Leben im Jahr 2016 zu dokumentieren, geschweige denn die Fotos in irgendeiner Form zu veröffentlichen.
Schade, ich finde damit geht ein großes Stück Kultur verloren. Die Fotos verschwinden in privaten Archiven oder auf Webseiten, die nur mit Zugangscode erreichbar sind. Keiner wird Bücher drucken, da die abgebildeten Menschen jederzeit eine Unterlassungsklage einreichen könnten.
Es mag sein, dass ich die kritischen Stimmen (Recht am eigenen Bild) in meiner Meinung ausblende. Ich finde es trotzdem sehr schade, dass meine Kinder keine echten Straßenfotografien aus dem heutigen Deutschland erleben werden, meine Fotos einmal ausgenommen. Viele Menschen schauen sich dennoch gerne Straßenfotografien in Ausstellungen oder im Internet an, sind selbst aber gegen die Aufnahme ihrer eigenen Person (im öffentlichen Raum). Auf der anderen Seite werden unzählige zum Teil auch sehr private Fotos in sozialen Netzwerken von diesen Personen selbst veröffentlicht. Ein für mich unverständlicher Widerspruch.
Meistens bin auch ich im Ausland entspannter, was das Fotografieren auf der Straße angeht. In Deutschland habe ich oft das Gefühl, die Leute sehen mich als Feind an, der intime Details über sie verraten möchte. Sobald jemand die Kamera erblickt, wird ausgewichen, weggeschaut, die Straßenseite gewechselt usw. Ich würde mir mehr Offenheit wünschen, gerne zeige ich meine Fotos direkt auf der Kamera, sende die Dateien per Mail zu, oder würde das Foto auch löschen wenn gewünscht. Keines meiner Fotos landet mit Namen der dargestellten Person(en) und Ortsangabe im Netz, sie bleiben immer anonym.
Macht euch locker! Wir Straßenfotografen gehen nur unserer Passion nach, besondere oder einfach ganz normale Momente des alltäglichen Lebens einzufangen. Den Zauber des Augenblicks, das Lachen oder Ernste in den Augen, die Stimmung der Gesellschaft, Gefühle einer Generation. Meine Teilnehmer haben es verstanden und bereits im ersten Praxisteil viel mutiger fotografiert.
NewsDaumen hochLicht am Ende des TunnelsIrrlichterDer BeschützerAus EritreaSicherheitssystemeReich mir deine HandLicht & SchattenModepuppeRollen fürs LebenEinsame MahlzeitDowntown
Da macht mir ein Flashback nach Peking einen Strich durch das Projektthema Nr. 4, dann wird es einfach geändert, als freier Mensch darf ich das entscheiden. :-)
Im Vorfeld der kurzen Reise habe ich mir den Kopf zermartert, welches Thema wäre etwas, 5 Tage sind nicht wirklich lang. Zumal ich nicht alleine dorthin gereist bin und ein gut gefülltes Programm bevorstand. Radtour, Kochkurs, Mauerwanderung, Freunde treffen, … was könnte ich fotografisch umsetzen zwischendurch???
Peking fasziniert, erschreckt, begeistert, ermüdet, nach 2 Jahren Landleben in der Megacity einzutauchen strengt von der ersten bis zur letzten Minute an und trotzdem würde ich es immer wieder machen. Erstaunlich viel ist geblieben und erstaunlich viel hat sich verändert. Peking eben! Es wird sich jetzt sogar in der Metro angestellt zum Einsteigen in die Züge. Mein Gemüsemarkt wurde grundrenoviert. Einige neue Gebäude und Metro-Linien sind dazu gekommen. Das Café in unserem Wohngebiet gibt es noch, wurde etwas aufgehübscht. Es spucken viel weniger der Leute auf die Straße. Der Verkehr ist noch chaotischer. Und Luftwerte um die 180 erschreckten mich, bei denen ich damals nicht mal eine Maske getragen habe.
Die Stadt pulsiert, schläft nicht, ist immer in Bewegung. Wieder jede Minute von Menschen umringt zu sein, das hatte mir zwar nicht gefehlt, erstaunt mich aber immer wieder aufs Neue. Peking ohne Chinesen – nicht immer einfach, besonders an Orten, wo ich umzingelt war von Menschentrauben. Einige Aufnahmen habe ich dennoch hinbekommen und ich finde sie zeigen Peking auf eine ganz besondere Art und Weise. Ruhig ohne Hektik, menschenleer und dennoch Großstadtdschungel. Vielleicht komme ich irgendwann wieder in die Stadt und versuche mich dann wieder an den Bewohnern.
Typischer Briefkasten, gefüllt, Hutong noch bewohnt.Bunt, süß, für alle Feierlichkeiten – Kekse gehen immer in Peking.In der beliebten Einkaufsstraße stehen Plüschtiere hoch im Kurs, ein Kunde scheint gerade auszuwählen.Dekorativ versteckter Imbiss- spätestens zur Mittagszeit ist hier die Hölle los.Die Großstadt ist ständig hungrig, daher werden die Verkaufsstände für Nahrhaftes bereites Morgens überall aufgebaut.Am Perlenmarkt wird gerade umgebaut, Altes musste weichen, Gebäude und Händler.Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein – Weihnachten ist eben immer.Ist das Kunst oder kann das weg? 798 die Kunstmeile in Peking – immer wieder gut besucht. Teilweise verstauben die Kunstwerke nach kurzer Zeit.Wohnen wird immer teurer in der Millionenstadt, da wird jeder qcm genutzt.Rote Dekorationen sind beliebte Souvenirs – wie auch hier im Jingshan Park, der an den Wochenende voller Touristen ist.Werbeprospekte in einem Café – leider kann ich diese nicht lesen, aber immerhin die Fotos darin bestaunen.