Ausgestellt – Glücklich

Burg
Ins beste Licht gesetzt – für die Ausstellung „Lichtblicke“

Auf Burg Kalteneck in Holzgerlingen kann man sich trauen lassen, und wer möchte sogar von mir (danke meiner Erlaubnis zur Standesbeamtin) – oft finden hier auch Konzerte, Kabarettabende oder Lesungen statt. Und natürlich immer wieder Kunstausstellungen aller Art in sehr unterschiedlichen Bereichen.
Jetzt durfte der Fotoclub Blende96 aus dem Ort die kleinen weißgetünchten Räume nutzen und Fotos zum Thema „Lichtblicke“ ausstellen. Das 20jährige Clubjubiläum sollte gebührend gefeiert werden. Auch wenn ich erst seit dem Frühsommer Mitglied im Team der anderen 17 Fotografen und Fotografinnen (3, jetzt 4) bin, durfte ich sechs Bilder zur Ausstellung beitragen.

Insgesamt wurden über 110 Werke mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten in mühevoller Teamarbeit ausgewählt, gerahmt und aufgehängt. Es gab Bilder auf Fotopapier, Leinwand, Alu-Dibond, Acrylglas und in einem Bildband zu sehen. Unterwasser, Landschaft (sogar mit einer Drohne fotografiert), Detailaufnahmen, Reisefotografie und Straßenfotografie (klar von mir) zu bestaunen.

Ich entschied mich für eine Serie aus New York, fünf schwarz-weiß und eine farbige Aufnahme, alle mit Licht- und Bewegungsmomenten. Den Druck der Fotos und die passenden Passepartouts übernahm der Club, die Rahmen bestellt ich selbst (Nielsen C2, schwarz-matter Alurahmen). Leider kam ein zerbrochener Rahmen zu Hause an, so dass ich kurz vor der Ausstellung ein Ersatzglas organisieren musste. Die Vorbereitung machte mir trotzdem Spaß, ich verteilte ein paar Flyer an Freunde und Bekannte, in der Hoffnung auf reges Interesse zur Vernissage.

Am Freitag, 14. Oktober war es dann soweit – eine kleine feine Veranstaltung mit Klaviermusik, Begrüßungsworten und einem gut gefüllten Saal. Die Interessenten bestaunten nach dem offiziellem Teil die Bilder im Obergeschoss, ließen sich einen Sekt oder ein Bier schmecken, kamen ins Gespräch mit uns Fotografen.

Bilderwand
Meine Bilder hängen für zwei Wochenenden.

Wer wollte konnte sich ins Gästebuch eintragen, ich war glücklich meine Familie dabei zu haben und einige Freunde begrüßen zu dürfen. Am Sonntag hatte ich dann Ausstellungsbetreuung und konnte weitere Besucher durch die Räume führen. Schon ein tolles Gefühl, wenn die eigenen Bilder gelobt werden, das gibt mir Motivation weiterhin neue Motive zu suchen und einzufangen.

Gästebuch - Lotte schreibt nette Worte für uns.
Gästebuch – Lotte schreibt nette Worte für uns.
Mädels
Zur Eröffnung
Baum
Spiegelung im Burggraben

Die Serie wird irgendwann auch im Glückscafé in Auerbach im Vogtland ausgestellt, da werde ich mir dann einen Kaffee und Kuchen zur Belohnung gönnen. :-)

Übrigens findet am 19.11. ein neuer Workshop „Straßenfotografie“ von mir bei der VHS in Sindelfingen statt. Anmeldungen sind möglich direkt über die Webseite der VHS: www.vhs-aktuell.de

Von Sonnenanbetern & Nachtschattengewächsen

Strahl
Nachmittagssonne in der Cala Figuera

Gleißendes Licht, harte Schatten, hohe Temperaturen, optimale Bedingungen für Fotografen sehen anders aus, die Trauminsel vieler Deutschen stellte diesen August eine echte Herausforderung dar, nicht nur der unglaublichen Anzahl an Touristen wegen, für stimmungsvolle Fotos ebenso. Morgenstund hat Gold im Mund, sowie das bezaubernde Abendlicht zusammen mit etwas Abkühlung nach 12 Sonnenstunden täglich waren die besten Zeiten für mich, um einige Aufnahmen auf die Speicherkarte zu bannen.
Die Zeit dazwischen gehörte den unersättlichen Sonnenanbetern und Nachtschattengewächsen. Entweder direkt in der Sonne brutzeln, bis die Haut gegerbt und braun trotz Sonnencreme irgendwann runzelig glänzt – oder im Schatten der Dinge ausharren, die um einen herum geschehen. Ich mag die kleinen Geschichten, die sich in den Gedanken spinnen, oft sogar erst nach dem Betrachten der Bilder zu Hause.

Cala Lombards
Ein letzten Foto von der Bucht.

Die kleinen Strände der idyllischen Buchten im Südosten waren chronisch überfüllt, wer ein Plätzchen ergatterte, rechnete spätestens nach elf Uhr am Vormittag nicht mehr mit Meerblick, einige saßen immer direkt an der Wasserkante.

Strandschild
Zum Strand bitte hier entlang.

Der Mittagshitze entflieht man am besten in eine ausgedehnte Siesta. Gönnt sich eine Stunde Schlaf, ein gutes Buch im Schatten der Bäume im Garten, ein kühles Glas Wein oder lauscht der Plattensammlung des Nachbarn, der die Fenster seines kleinen Hauses immer weit geöffnet hatte.

Siesta
Halbschatten-Siesta

Die Innenstädte der kleinen Gemeinden waren selbst am Nachmittag oft leergefegt. Lediglich in den Bars, Cafés unter den Sonnenschirmen hielten sich Gleichgesinnte auf, die neben Strand ein wenig Kultur suchten. Jegliche Besichtigungstouren wurden kategorisch verweigert, Eis und Kaltgetränke dienten als Lockmittel für unsere Kinder, um nicht nur im Meer zu tauchen und etwas von der Insel zu sehen.

Schattenspiele
Seilhüpfen mit den Schatten der Girlanden
Se Vende - zum Verkauf
Se Vende – zum Verkauf

Mir gefielen die Schattenspiele mit der Kamera, das Auge gewöhnt sich schnell an das grelle Licht und nutzt die Möglichkeit, harte Gegensätze zu finden und einzufangen. Inspirationen kommen ganz automatisch durch Bäume, Dachbedeckungen oder einfach die Architektur der Umgebung.

Palmen
Mittagshitze unter Bäumen
Streifen
Kleines Zebra in der Strandbar
Dorfplatz
Er versteckt sich gut. Siesta in Fornalux

In den Bergen gefiel es mir richtig, dem Massentourismus kann man hier zwar ebenfalls nicht ganz entfliehen, eine traumhafte Kulisse von der Terrasse der kleinen Finca und der nächtliche Sternenhimmel mit Blick in die Milchstraße lassen einen versöhnt die Zeit dort genießen. Für Wanderungen war es freilich zu heiß, da hätten wir einen Esel mit Wassertank mitführen müssen, um einen der vielen Gipfel zu erklimmen. Die engen Passstraßen sind mit dem Auto Herausforderung genug, besonders dann wenn die Reisebuskarawane sich durch die Kurven schlängelt. Traumbuchten ziehen alle in ihren Bann, jeder möchte sich für ein paar Stunden als Pirat fühlen, die es in damaligen Zeiten sicher bedeutend einsamer dort hatten.

Soller
Passagiere in der Historischen Straßenbahn
Leseratte
Leseratten finden man oft im Schatten.
Sonne satt
Sonnenanbeter par ex­cel­lence

Manchmal frage ich mich, wer kauft eine pinke Luftmatratze mit Totenköpfen darauf, oder wer produziert diese, und wer designt sie? Vielleicht hätte ich auch eine gekauft, wenn ich sie in einer der unzähligen Strandboutiquen gefunden hätte. Sollér verzaubert mit seinen engen Gassen, köstlicher Eiscreme und Läden, die echte Handwerkskunst anbieten. Es gibt sogar einen Laden für Stickereien, deren Besitzerin die Ware sorgfältig in Zeitungspapier wickelt und sich mit einem fröhlichen „Gracias Madam“ für den Einkauf bedankt. Die bestickten Lavendelsäckchen duften die Mädchen noch jetzt in ihre Träume.

Steinmann
Urgesteine Palmas

Zum Abschied bummelten wir einen ganzen Tag durch die Hauptstadt, Palma boomt in jeder Hinsicht, wir verschmolzen wieder mit der Masse und ließen uns treiben bis das Flugzeug in Richtung Heimat uns schließlich verschluckt, um uns im nächsten Augenblick wieder zu entlassen. In eine angenehm kühle Nacht, leider ohne Milchstraßenanblick.

Absprung
Der Augenblick

„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.“

Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann