Shopping in Bangalore

Pferd
Mit dem Pferd zum Einkaufen?
Tuk Tuk
Mit dem Tuk Tuk zum Shopping?
Innova
Expats fahren meistens Innova.

Shopping ist ein großes Thema hier in Bangalore. Fast jeden Monat eröffnet irgendwo eine neue Shopping Mall oder ein anderes Einkaufsparadies. Selbst bei uns in der Einkaufsstraße auf dem Weg zur Schule werde viele Geschäfte neu eröffnet, erweitert oder umgebaut. Natürlich kann man seine Lebensmittel in den unzähligen kleinen Supermärkten der Stadt oder auf den Frischmärkten kaufen. Ein besonderes Erlebnis aber und das nicht nur für die Inder sind die gigantischen Malls, die im westlichen Stil ausgestattet Waren aus der westlichen Welt zu teilweise auch westlichen Preisen anbieten. Die Namen der Malls klingen immer wieder faszinierend: Mantri-Mall, Esteem-Mall, Phoenix-Mall, Orion-Mall, usw. Letztgenannte ist erst seit einem Monat eröffnet und so machten wir uns diese Woche auf, jenem Shoppingtempel einen Besuch abzustatten.
Die Parkhäuser ähneln denen in Europa, es gibt aber ein paar kleine Unterschiede. Bevor man ins Parkhaus gelassen wird, erscheinen 1 oder 2 Securityleute, die das Auto auf Sprengstoff untersuchen. Mit großen Spiegeln wird der Unterboden überprüft, auch der Kofferraum wird geöffnet. Lediglich der Fahrgastraum bleibt meistens unkontrolliert, so dass man leicht irgendetwas ins die Mall schleusen könnte. Am Ticketautomaten steht dann eine Hilfskraft, die einem das Parkticket ausdruckt, könnte der Fahrer auch selbst machen, aber so ist wenigstens einer mehr in Lohn und Brot. Weiterhin stehen mehrere Personen im Parkhaus, die den ankommenden Fahrzeugen den Weg zur Parklücke weisen. Man könnte sich ja verfahren!

Check
Checkpoint für Besucher
Gate
Einlass nur durch den Scanner

Als nächstes muss man zum Checkpoint um sich der persönlichen Sicherheitskontrolle zu unterziehen. Handtasche aufmachen, Körpercheck. Seit dem Terroranschlägen in Indien wird auf Sicherheit in öffentlichen Gebäuden großen Wert gelegt, Security gibt es in allen großen Malls, Regierungsgebäuden, Restaurants und Hotels, auch an der Schule stehen Sicherheitsleute und natürlich hier im Wohngebiet. Nur mit gütligem Ausweis wird man eingelassen. Ob die manchmal sehr bildungsfern erscheinenden Personen im Notfall wirklich für Sicherheit sorgen könnten bleibt zu bezweifeln.

Fahrstuhl
Lift Operator bei der Arbeit

Ein für mich sehr seltsamer Arbeitsplatz und Job sind die Leute, die im Aufzug sitzen und die Knöpfe bedienen. Auf der einen Seite kann man die wenigstens gleich fragen, in welcher Etage der gesuchte Shop ist, andererseits wie trostlos muss es sein, den ganzen Tag im Aufzug hoch und runter zu fahren.

Orion
Neu eröffnete Orion Mall von innen.
Etagen
Vier Etagen Shops und Foodcort
Innen
Tolle Innenarchitektur

In den Malls finden sich alle großen Brands der Modebranche, es gibt Elektroläden, Drogerie, meistens einen Supermarkt und viele andere Läden. Unter dem Dach ist dann oft der Foodcort untergebracht. Hier kann man sich Speisen und Getränke jeder Geschmacksrichtung schmecken lassen. Indisch, chinesisch, italienisch, usw. Nur den deutschen Bratwurststand vermissen wir hier. Auch ein paar Restaurants mit Bedienservice erweitern das kulinarische Angebot.

Food
Foodcort

Zum Thema Shopping haben die indischen Konsumenten wohl eine andere Auffassung als wir. Ziemlich laute Musik erfüllt die ganze Mall, auch in den Shops laufen ständig volle Dröhnung westliche oder indische Songs. Nach gut einer Stunde mag ich das dann nicht mehr hören, aber über eine Beschwerde wackeln die Inder nur mit dem Kopf. Indien ist eben einfach laut, nicht nur auf der Straße.
Viele Inder kommen in die Malls auch nur zum sogenannten „Window-Shoppen“, denn die Preise dort können sich die wenigsten leisten. Also wir meistens an den Wochenenden ein Familienausflug in eine der vielen Malls unternommen und ausgiebig die Schaufenster betrachtet. Wenn dann „Weißnasen“ (also Europäer) ebenfalls unterwegs sind, kann es schon passieren, dass man um eine gemeinsames Foto gebeten wird. Besonders dann wenn es Dorfbewohner sind, die zum ersten Mal in die Stadt kommen, eine Shopping-Mall und dann auch noch weiße Menschen sehen. Man kommt sich immer vor wie auf dem Rummelplatz, trotzdem willigen wir auch schon mal ein, wenn einer nett fragt und nicht einfach nur unseren Kindern in die Wangen kneift. Gern lassen sich auch die jungen Männer fotografieren und schauen sich das Bild sofort auf der Kamera an.

Foto
Ein Foto bitte Madam!
Rolltreppe
Sicherheit an der Rolltreppe

An jeder Rolltreppe steht ein Sicherheitsbeauftragter, der mit einer Trillerpfeife und strengem Blick ausgestattet ist. Sobald mal auch nur einen Schritt auf der sich bewegenden Rolltreppe macht wird sofort getrillert. Laufen ist dort nicht erlaubt und wird streng überwacht. Wahrscheinlich gab es schon einige Unfälle mit den langen Gewändern der Frauen oder den Leuten, die zum ersten Mal eine Rolltreppe in ihrem Leben benutzt hatten. Wir lachen uns jedes Mal kaputt und mit unseren Besuchern aus Deutschland wird dann natürlich extra mal auf der Rolltreppe gelaufen, um das zu demonstrieren.

Taschen
Taschenabgabe
Kontrolle
Taschenkontrolle nach dem Einkauf

Bevor man einen Laden betritt muss jede Einkaufstasche, die man bei sich trägt an einem extra dafür eingerichteten Schalter abgegben werden. Vermutlich um Diebstählen vorzubeugen. Nach Verlassen des Ladens muss am Ausgang der Kassenbon einem Sicherheitstyp gezeigt werden. Dieser überprüft dann, ob der „Paid“ Bezahlstempel auf dem Bon ist und auch die richtige Ware in der Tüte. Sehr nervig und zeitintensiv. Besonders ärgerlich, wenn der Typ dann noch direkt neben der Kasse steht, sieht wie man gerade bezahlt und danach den Kassenbon trotzdem sehen möchte.

Kasse
An der Kasse kann es dauern.

Der Bezahlvorgang in den Läden nimmt immer ca. 20 min in Anspruch. Im Supermarkt kann es auch länger dauern. Die installierten Förderbänder an den Kassen funtkionieren nie oder sind vielleicht gar nicht eingeschaltet. Meistens ist ein Preis nicht im System, dann wird eine Extra-Rechnung für diesen Artikel per Hand geschrieben. Wenigstens werden alle Einkäufe gleich von hilfsbereiten und neugieren Einpackern in die Tüten geladen. Da werden alle gekauften Sachen interessiert betrachtet. In einigen Läden werden die Tüten dann noch mit Kabelbindern zugebunden. Wenn ich Glück habe funktioniert die Kartenzahlung ohne Probleme. Aber bereits 5 mal wurden die Beträge doppelt vom Konto abgebucht, was jeweils eine weitere nervenaufreibende Rückbuchungsaktion nach sich zieht. Kassenbon einscannen, Email an die Bank schicken, die möchte eventuell noch ein Schreiben vom Shop, das nur einmal gezahlt wurde. Anscheinend liegt es an den Lesegeräten in den Shops und nicht an der Karte. Barzahlung würde helfen, aber mit diesen hohen Geldbeträgen (10 € = 693 INR) möchte ich nicht immer unterwegs sein. Selbst wenn man barzahlen möchte scheitert es dann am Wechselgeld im Laden. „Do you have change?“ kann ich langsam nicht mehr hören.

Die Eröffnung der vielen neuen Einkaufsmalls bietet Chancen für viele Menschen auf einen Job. An Servicepersonal mangelt es nirgends, eher zuviel des Guten meine ich. Betritt man einen Laden (Drogerie, Klamottengeschäft, Schuhladen) kommt sofort ein Verkäufer angesprungen und weicht einem nicht mehr von der Seite. Selbst im kleinsten Laden stehen in jeder Regalreihe Verkäufer um einen auf neue Produkte oder Angebote aufmerksam zu machen.
Das Personal ist allerdings nicht immer fachkundig und auf bestimmte Fragen wissen die keine Antwort, dann wird der Manager geholt. Ein tolles Beispiel erlebte ich an der Käsetheke der neu eröffneten Foodhall. Der Laden ist erst seit einer Woche offen, sieht aber innen wirklich wie ein gut sortierter Edeka aus (es gibt jetzt hier sogar Haribo und Ritter Sport, natürlich zum Importpreis von knapp 3 € pro Packung). Das Käseangebot sah verlockend aus, also wollte ich ein paar kleine Kostproben mitnehmen. Der Mann hinter der Theke meinte dann auf meine Frage wieviel der Käse denn kosten würde und wie der Käse heißt, dass er das nicht wüsste, aber der zuständige Manager für diese Abteilung gleich kommen würde. Zwischenzeitlich kam eine Dame und versuchte zu helfen, die nervös den Käsemanager anrief. Ich könnte den Käse gern probieren und dann sagen welche Sorte das wäre, dann könnte sie in der Preisliste nachschauen. Leider kenne ich auch nicht jede Käsesorte beim Namen, also wählte ich einfach mal drei Sorten aus. Der Laden verfügte auch nicht über eine Schneidemaschine, so dass die Scheiben sehr dick ausfielen. Käse ist hier noch teuer, die Inder haben dieses Genussmittel einfach bisher ignoriert. Es gibt eine indische Käsesorte, genannte Paneer, schmeckt ein bisschen wie Tofu und wird meistens in Spinatsoße oder anderen Soßen ertränkt.

Nichts desto trotz ist es immer wieder ein Erlebnis in den vielen kleinen und großen Shops in Bangalore einzukaufen. Man muss es mit Humor nehmen, sonst wird man wahnsinnig. In ein paar Jahren kennen die sich alle besser aus und es wird kein Unterschied mehr zwischen der indischen und westlichen Welt zu bemerken sein. Vielleicht ist das schade, wenn der indische Charme und die vielen Story’s darüber dann allerdings verloren gehen.

Töchter unerwünscht !

Hina
Der Fall Hina beschäftigt ganz Bangalore

Ein brutaler Fall von Tochtermord bewegte ganz Bangalore letzte Woche. Die kleine Hina wurde von ihrem Vater zu Tode gefoltert, weil sie das flasche Geschlecht hatte. Er schüttelte das erst drei Monate alte Baby, vergiftete es und fügte ihm Verbrennungen zu, bis es ins Koma fiel. Fünf Tage kämpfte die Kleine und die Ärzte um ihr Leben, keine Chance, sie verstarb im Krankenhaus. Der Vater ist jetzt wegen Mordes in Haft, die Mutter (19) kann ihr Unglück nicht begreifen.
Einer von so vielen Fällen, die sich in Indien abspielen. Töchter sind eine Belastung für die Familien, denn sie kosten nur Geld und bringen kein Einkommen. Für die Hochzeit müssen die Eltern eine oft so hohe Mitgift zahlen, dass sie sich für den Rest ihres Lebens verschulden. Die Tochter zieht nach der Hochzeit ins Haus des Ehemannes und ist damit keine Hilfe mehr für ihre eigenen Eltern. Wird sie schwanger, muss sie zu ihren Eltern zurück, um das Kind zu gebähren und für die ersten paar Monate dort zu versorgen. Ihre Eltern müssen die Krankenhauskosten für Entbindung und Nachsorge zahlen, das Krankenhaus wird allerdings von den Schwiegereltern ausgesucht. Eine weitere finanzielle Belastung, denn die meisten Frauen müssen so lange Kinder zu Welt bringen, bis sie einem Sohn das Leben schenken.
Unglaubliches spielt sich in diesem Land ab, die Mädchen und Frauen haben sehr wenige Rechte, trotz herrschender Demokratie. Viele sind auch ungebildet, gerade für die Töchter wird nichts in eine Schulausbildung investiert. Ohne Ausbildung müssen sie sich dem Schicksal fügen und einen Mann heiraten, den die Eltern ausgesucht haben. Das Leben im Haus der Schwiegermutter ist für viele nicht einfach. Diese bestimmt ab dem Zeitpunkt der Hochzeit über die junge Ehefrau. Kleidung, Freunde, Verhalten, Festlichkeiten unterliegen ihrem Diktat. Bringt sie dann noch selbst eine Tochter zur Welt wird das Leben, wie im Fall Hina, zur Hölle.
Es ist verboten in Indien eine Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft machen zu lassen, um das Geschlecht festzustellen. In allen Krankenhäusern hängen Schilder und der Arzt darf es den Eltern nicht sagen, auch wenn er es weiß. So wurden zumindest schon zahlreiche Abtreibungen verhindert, wenn ein Mädchen unterwegs war. Das sich die Gewalt nun auch gegen Babys richtet ist eine drastische Folge.
Trotz des großen westlichen Einflusses gerade hier in der Millionenstadt Bangalore scheint diese Problematik noch lange nicht gelöst. Indien muss sich gerade was Frauenrechte angeht noch einen großen Schritt bewegen. Unser Fahrer hat das System durchbrochen und lässt seine beiden Töchter auf guten Schulen eine Ausbildung zugute kommen. Auch die Töchter meiner Maid besuchen eine Schule. Ich hoffe alle diese Mädchen machen ihren Weg und finden später einen Job.

Spur der Steine – Baustelle Indien

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,823128,00.html

http://www.spiegel.de/karriere/ausland/0,1518,823290,00.html

Wieder einmal zwei erschreckende Artikel zum Thema Kinderarbeit in Indien. Die Kinder, welche auf den vielen Baustellen im Land arbeiten, sind auch hier in Bangalore zu finden. Obwohl offiziell verboten sehe ich täglich Kleinstkinder zusammen mit ihren Eltern auf den Baustellen. Sie schleppen Steine, Sand oder helfen einfach wo sie gebraucht werden. Das weit verbreitete System das ganze Familien einen Neubau erstellen zieht die Kinder automatisch mit hinein. Direkt neben der Baustelle „hausen“ die Familien dann bis zur Fertigstellung des Baus in ärmlichsten Behausungen. Den Kindern bleibt meistens nichts anderes übrig als die Langeweile mit Spiel im Sand, Steinen oder Dreck zu bekämpfen oder eben mitzuarbeiten. Solange die Regierung in Indien diese Zustände nicht verbietet wird es wohl noch ewig weiter gehen und die Kinder keine Chance auf eine bessere Zukunft haben.

Baustelle
Kleines Mädchen an einer Baustelle
Spiel mit Steinen
Es bleibt nur das Spiel mit Steinen

Bunt, bunt, Holi !

Holi – darauf haben wir uns gleich zu Beginn unseres Indienabenteuer gefreut, das Fest der Farben und bunten Gesichter. Wir mussten 7 Monate warten, doch am Weltfrauentag (08. März) wurde endlich gefeiert in den Straßen von Bangalore und der Schulde unserer Kinder. Das Fest markiert den Frühlingsanfang hier in Indien, obwohl wir den diesjährigen Temperaturen nach schon im Hochsommer sind (32° im Schatten). Gefeiert wird immer am Vollmondtag des Monats Phalguna (Februar/März) und meistens zwei Tage, in manchen Regionen im Norden auch 10 Tage, lang. Es ist eigentlich ganz einfach an Holi mitzumachen. Alte Klamotten anziehen, wer richtig bunt werden möchte zieht weiße Sachen an, Farbpulver kaufen, Wasser bereithalten. Mit dem Farbpulver beschmiert man einfach die anderen Leute am ganzen Körper, auch die Haare werden oft eingepudert. Mit Wasser vermischt hält dann alles noch besser. Beliebt sind auch Wasserspritzpistolen in die Farbwasser gefüllt ist. Die gibt es zusammen mit dem Farbpulver eine Woche vor Holi in vielen Shops zu kaufen. Am Ende wird geduscht oder man lässt sich mit einem Eimer Wasser übergießen.
Es ist ein riesen Spaß für alle und die Menschen sind einfach zwei Tage lang fröhlich und ausgelassen. In vielen Straßen und Gegenden haben wir bunt geschmückte Menschen gesehen. Zum Fotografieren ist Holi natürlich ein absolutes Highlight. Das ohnehin schon bunte Indien ist an diesen Tagen einfach an Farben nicht zu toppen.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,820284,00.html
Es kann auch schlimm enden, besonders bei Verwendung von gesundheitsschädlichen Farben. In der Schule wurden Ökofarben benutzt, die trotzdem richtig toll bunt färbten, sich aber wieder gut auswaschen ließen.

Erste
Holi feiern alle gern
Moped
3 Bunte auf dem Moped unterwegs
Kinder
Schön bunt geschmückt - Straßenkinder unterwegs
Farben
Farbenverkauf an der Straße
Field
Vor der Farbenschlacht
Bereit
Gut gerüstet für Holi - unsere Jüngste
Anlauf
Der Startschuss ist gefallen. Der große run beginnt.
Farben
Hier werden die Farben an die Kinder verteilt.
Bunt
Die ersten sind schon bunt.
Rot
Die Farben rot orange und pink dominierten.
Ausgaben
Jetzt gibt es Pink
Lotte
Es wird langsam mehr im Gesicht
Drei
Die drei sehen schon richtig toll aus.
Ella
Auch die Kindergartenkinder machen fleißig mit.
me
Mich hat es auch erwischt.
Biance
Lehrerin Miss Bianca
Freundinnen
Die Schlacht ist vorbei - alles sind bunt und happy.