Was lange gedauert hat, wird nun endlich Wirklichkeit – meine erste eigene Bilderausstellung und das in China! Die Vorbereitungen liefen schon einige Zeit, dafür klappte die Umsetzung dann reibungslos. In zwei Café einer bekannten Kette hier in Peking dürfen meine Bilder bis zum Jahresende ausgestellt werden. Ein professioneller Prinshop, eine nette Storemanagerin und die Mithilfe der Familie machten den Traum von mir wahr. Es wird ein erster Versuch sein und sollte die Aktion Erfolg zeigen darf ich ab Januar in einem weiteren Café ausstellen, direkt im Kunstviertel 798. Titel der Ausstellung ist „Beijing – My state of mind“ und es werden Szenen, Gebäude, Menschen aus Peking gezeigt, eben meine Gemütsverfassung der letzten sieben Monate hier. Neben einigen wenigen „Postkartenmotiven“ zeige ich auch Schnappschüsse und Skurriles, z.B. ein Hochzeitspaar zwischen altem Ziegelgemäuer, Soldaten im Stechschritt auf der Großen Mauer, blühende Damen oder einen dampfenden Teekessel unter einem BH. Wer alle Motive in Ruhe auch zu Hause anschauen mag, kann meine neue Webseite: www.sandra-thoss.de besuchen. Die Bilder finden dann hoffentlich bald einen neuen Besitzer ;-).
VorstellungHelferinSpiegelbild im CaféGanz gut gelungen.Theke im Café Flatwhite 751Dekoration im CaféDer Mao muss erst weichen!An die Arbeit mit Fidel.Vier gewinnt
Catwalk Beijing – Laufsteg Peking. Heute möchte ich mich der Mode in der Hauptstadt widmen. Schon seit ich hier bin fallen mir die vielen Farben auf, die kleidungstechnisch am Start sind. Besonders die junge Generation hat ein Faible für ausgefallene Mode. Es darf bunt und knallig sein, momentan ist auch Neon sehr angesagt. Viele junge Frauen tragen auch gern Rüschenkleider und mit Spitzen verzierte Klamotten, die an viktorianische Zeiten erinnern. Aber auch die ältere Generation scheut sich nicht, knallbunte und mit ausgefallenen Mustern versehene Stücke zu Tragen. Da wird wild kombiniert und oft tut einem das Auge schon etwas weh angesichts des Farb- oder Stilmixes.
Auch die Schuhe sind zu beachten!
Beliebt ist auch der Partnerlook bei Chinesen. Und was T-Shirts angeht kann ich immer sehr viel Schmunzeln, welche Motive und Texte darauf abgebildet sind. In einer belebten Einkaufsstraße kam mir neulich eine älter Dame entgegen, die mit großen weißen Buchstaben auf dem schwarzen Shirt stehen hatte: I’m the coolest. Ich vermute sie wusste nicht genau, was dort steht und hatte das Shirt vielleicht nur deshalb an, weil es ein Geschenk war. Aber genau weiß man das natürlich nicht.
Hier passt der Text auf dem Shirt zum Foto. „Lovely cat friends“
Besonders fasziniert war ich auch in welchen Klamotten und vor allem Schuhen die Chinesen auf eine Ausflugstour zur Großen Mauer aufbrechen. Man könnte meinen, es handelt sich um eine Modenschau. Ich bevorzuge dann doch wenigstens bequeme Schuhe und einigermaßen luftige Sachen, denn die Wanderung ist teilweise etwas anstrengend und das Gelände steil. Auch der Wind macht das Tragen von Kopfbedeckungen oder Sonnenschirmen schwierig, aber das kümmert die Chinesen überhaupt nicht. Es wird gewandert wir auf der Pret a porter show.
Mit Hut und Tasche auf die Große Mauer.Wanderschuhe auf chinesisch
Und nicht nur die Frauen sind sich zu schade, bei den Kopfbedeckungen lassen sich auch die Männer zu lustigen Varianten als Sonnenschutz hinreisen. Bei den Frauen dominieren farbenfrohe Hüte, neuerdings auch mit Ohren oder kleinen Rehgeweihen aufgenäht. Auch beleuchtete Minni-Maus-Ohren als Haarreifen habe ich schon gesehen. Ich freue mich schon wieder auf den Winter, wenn dann die vielen verschiedenen Ohrenschützer zum Einsatz kommen.
Sonnenschutz muss sein!Sehr gefragt und günstig zu haben hier, lustige Hüte.
Viele Chinesinnen tragen zum Beispiel Brillen mit Fensterglas, weil sie das angeblich jünger und gebildeter aussehen lässt. Auch bei Männern wird diese Form des „Anti-Aging“immer beliebter. Und weil das nicht spinnig genug ist, trägt man oft einfach nur einen Brillenrahmen ganz ohne Glas.
Die ältere Generation macht da nicht mit und bleibt sich dem Morgen- oder Abendspaziergang im Pyjama treu. Erst gestern konnten wir eine Oma zusammen mit ihrer Enkeltochter erleben, die in der beliebtesten Shopping-Hutong-Straße der Stadt gegen 22 Uhr noch eine Runde im Schlafanzug drehten. Das Mädchen hatte zum Entzücken der Zuschauer noch Tierohrenclips in den Haaren, welche gerade an jeder Ecke verkauft werden.
Katzenohren-Haarclips sind nicht nur bei kleinen Mädchen beliebt.
Peking ist in modischer Hinsicht nicht immer stilecht, aber mutig würde ich sagen. Hier können sich Designer austoben und gleich ausprobieren, ob die Ware angenommen wird. Das Publikum ist zu für nichts zu schade und trägt einfach alles, was es in den Millionen von kleinen Shops oder Märkten zu kaufen gibt. Man besser gesagt Frau trägt bunt und ausgefallen!!
Extravagant – nicht nur die Schuhe.Hier hat die Frau die Hosen an.