Palast der Bäume

Über alles hinaus!

Ich bin ein Fremdling auf Erden
Und wandere ein und aus,
Und kann nicht heimisch werden
In meinem eigenen Haus.

Der Sehnsucht wunde Schwingen,
Gezwängt in Gefangenschaft,
Schlagen in blutigem Ringen,
Flattern in lechzender Kraft!

Paläste aus Marmorquadern
Sind leichtes Wandergezelt;
Tief in des Herzens Adern
Glüht eine andere Welt.

Emil Claar (1842 – 1930)

01
Licht an im Palast
02
Gefunden und Genommen
03
Auftritt
04
Festhalten
05
Zweifeln erlaubt
06
Leichtigkeit des Seins
07
Kopflos verwurzelt
09
Zeitreisende
10
Sinne schärfen
11
Ende der Vorstellung
12
Loslassen

Im Palast der Bäume wurden Träume wahr. Ich danke ganz besonders Simone für ihre Arbeit hinter der Kamera. Ihre Skepsis zu meiner Idee der „Superwoman“ im Wald dürfte sich mit diesen Bildern endgültig in Luft aufgelöst haben. Das herrliche Licht, ein betörender Duft, die kräftigen Farben, die vielen kleinen Krabbeltiere und die meditative Stimmung im von Gezwitscher und Pollen durchfluteten Wald machten diesen Abend zu etwas sehr Besonderem. „Tief in des Herzens Adern Glüht eine andere Welt.“ – Sandra

Den Wald vor lauter Bäumen sehen!

Stille
Mystische Stimmung

Waldfotos – wie langweilig, dachte ich immer und eigentlich liegt meine Leidenschaft auch eher im Bereich Straßenfotografie. In Indien und China waren wir eigentlich recht wenig im Wald unterwegs und als wir zurück kamen stellte sich ein tiefes Glücksgefühl ein, als ich zum ersten Mal wieder in den Wald gehen konnte. Durchatmen, den Duft einsaugen und die Stille genießen, die Farben des Sommergrüns und des Herbstlaubes bewundern und ja auch Fotos davon machen. Eine Art Meditation hat es schon irgendwie, durch die heimischen Wälder zu streifen und auf wenig frequentierten Wegen dem Knacken der Äste zu lauschen oder einen Specht beim Klopfen zu hören. Wir waren sehr viel unterwegs in den letzten Monaten, im Wald natürlich, Schwarzwald, Tiroler Wald, Vogtland-Wald, überall hat es mich in die Abgeschiedenheit des Waldes gezogen oder vielleicht hat er mich angezogen. Wie ein Kind dort Dinge zu sammeln oder in die Baumkronen zu schauen mit dem Gedanken wie ein Vogel darüber hinwegzufliegen.
Ja der Wald ist schön und ich wollte versuchen die Stimmung und Gefühle auch in meinen Fotos auszudrücken. Licht und Schatten, Schneefall, gerade im Winter hat der Wald eine große Bandbreite an Motiven zu bieten. Nicht ganz einfach und einige werden denken auch langweilig, immer nur Bäume zu fotografieren. Doch wenn man näher hinschaut gelingt doch die eine odere andere Aufnahme, bei der ein kleines Wow über die Lippen kommt. Gerade die Einfachheit – Baum, Bäume, Holzstämme, Wege, Wipfel, Blätter, … einfach Motive, die gerade durch ihre Schlichtheit das Kopfkino anwerfen können.

Malerei
Scheint als laufen die Bäume davon.
Blumenwinter
Als ob sie auf die Sonne warten.
Winterwald
Farbenspiel im Winterwald
Zeitreise
Wieder Kind sein – Zeitreise im Wald.
Farbe
Kontrastprogramm im Winterwald
Waldgeister
Unheimlich schön.
Baum
Als schauen einem die Bäume zu beim Vorbeigehen.

Mein täglicher Spaziergang

Nur ein paar Birken, Einsamkeit und Leere,
Ein Sumpf, geheimnisvoll, ein Fleckchen Heide,
Der Kiebitz gibt mir im April die Ehre,
Im Winter Raben, Rauch und Reifgeschmeide,
Und niemals Menschen, keine Grande Misère,
Nichts, nichts von unserm ewigen Seelenleide.
Ich bin allein. Was einzig ich begehre?
Grast ihr für euch, und mir laßt meine Weide.

Detlev Freiherr von Liliencron (1844 – 1909)