Asha Niketan – Charity Trip in Bangalore

Letzte Woche besuchte ich zusammen mit ca. 20 anderen OWC-Mitgliedern die Behinderteneinrichtung Asha Niketan in Koramangala (Bangalore). Das Haus bietet Unterkunft für etwa 15 Menschen mit Behinderung. Sie erhalten dort Essen, Pflege, Arbeit und Betreuung. Einige wohnen im Haus, andere werden täglich von Familienmitgliedern gebracht oder kommen mit dem Bus in die Einrichtung. Es herrschte eine herzliche und warme Atmosphäre und man fühlte sich dort gleich wohl. Eine Pujha mit Kerzen, Gebeten und Danksagung stand am Beginn unseres Besuchs. Gefolgt von einem Snack (Gebäck und Tee) erfuhren wir dann mehr über die Arbeit von Asha Niketan, konnten die Werkstätten besichtigen und dort hergestellte Kerzen kaufen. Höhepunkt war die Tanzaufführung der Hausbewohner, die zwei Tänze für uns einstudiert hatten. Mit voller Begeisterung waren alle dabei und wir konnten erleben, wie Tanz und Musik Freude in die Gesichter aller zauberte. Ein wirklich schöner Vormittag für einen guten Zweck. Das Eintrittsgeld, der Erlös aus dem Kerzenverkauf geht direkt an diese Einrichtung. Außerdem unterstützt der OWC mit Wachslieferungen das Handwerksprogramm. Eine kleine Fotoshow dokumentiert diesen Ausflug:

Eingang

Behinderteneinrichtung in Bangalore

Welcome

Willkommen mit Pujha

Warten

Alle Warten auf den Start der Veranstaltung

Kerzen

Die Puhja beginnt.

Snack

Snacks und Tee für alle

Werkstatt

In der Handarbeitswerkstatt

Lustige

Ihm macht die Arbeit Spaß.

Deutschland

Abtreter mit Deutschlandflagge

Kerzenwerkstatt

In der Kerzenwerkstatt

Kerzen

Kerzen kann man dort auch kaufen.

Tanzen

Die Tanzaufführung startet.

Aktion

Alle sind mit Begeisterung dabei.

Konzentration

Voller Konzentration

Freunde

Gute Freunde sind sich nah.

Road Trip zum Sri Sri Ravi Shankar Ashram

Wikipedia:
Ashram bezeichnet in den indischen Sprachen ein klosterähnliches Meditationszentrum. Die Bedeutung des Wortes ist „Ort der Anstrengung“.

Damit hängt der Begriff der vier Lebensstadien im Hinduismus zusammen, den Ashramas. Diese sind: der Brahmacarin (Schüler), der Grihastha (Haushalter), der Vanaprastha (sich in die Waldeinsamkeit Zurückziehender) und der Sannyasin (die Erleuchtung Suchender). Der Ort der dritten Lebensstufe, die Walderemitage, in die sich der Familienvater mit seiner Frau zurückzog, um sich durch Studium und Meditation auf die Erlösung moksha (die Einheit mit Gott und die Befreiung vom Kreislauf der Wiedergeburten Samsara) vorzubereiten, erhielt die Bezeichnung Ashram.

Den spirituellen Leiter und Führer eines Ashrams nennt man Guru. Daneben gibt es noch andere „Hauptamtliche“, die Yogis, die Vorträge halten, Bhajans singen, Mantras rezitieren und Gebete sprechen.

Der OWC organisiert einmal im Monat sog. Road Trips (Tagesausflüge) in der Umgebung von Bangalore. Für diesen Mittwoch war ein Trip zum Sri Sri Ravi Shankar Ashram (Art of Living) geplant. Ca. 50 Teilnehmerinnen folgten der Einladung und trafen sich gegen 10:30 Uhr im Infozentrum des Ashrams. Der Ashram liegt ca. 30 min. außerhalb von Bangalore mitten im Grünen. Es ist eine eigene kleine Welt mit Sicherheitsdienst, Küche, Wohnhäusern, Shops, Bankautomat, Meditationsräumen, Ayuvedainstitut, Schulen, Farmen und vielem mehr. Der Guru war leider nicht vor Ort und so mussten wir uns mit einem jungen Freiwilligem begnügen (der wenigstens wie Tom Cruise aussah). Nach einem kurzen Werbefilm durften wir das große prächtige Haupthaus besichtigen. Wir sollten 10 min meditieren und tatsächlich schafften es die 50 Frauen die ganze Zeit keinen Ton zu sprechen. Nur die Tauben flatterten über unsere Köpfe hinweg.

Ashram

Ashram - Haupthaus

Ganesha

Ganesha - Steinfigur

Kissen

Meditationskissen

Danach erfolgte eine kleine Rundfahrt durch den Ashram. In zwei kleineren Bussen wurden uns alle Anlagen gezeigt. Einen Teil konnten wir dabei auch zu Fuß erkunden. Das ganze Gebiet wurde künstlich angelegt, bevor es den Ashram gab, waren hier nur Felsen und Steine zu finden. Jetzt ist es ein grüne Oase der Ruhe mit kleinen Gebäuden und schönen Ausblicken. Viele Menschen kommen hier her, um eine Auszeit zu nehmen oder eben die „Erleuchtung“ zu suchen. Auf der Meditationsterrasse konnten wir einige dieser Leute beobachten.

Bett

Hängebett im Grünen

Lotus

Lotusblüte

Götterkult

Götterfigur

Terrasse

Terrasse für Meditation

Rundgang

Rundgang mit Ausblick

Ruhepause

Ruhepause

Im Anschluss an unsere Rundfahrt wurde uns der „Geschenkeraum“ gezeigt. Wie ein kleines Museum mit alten Möbeln, Teppichen und Vitrinen stehen dort alle Präsente und hängen alle Urkunden, die der Ashram im Laufe der Jahre erhalten hat. Dort gab es für alle Teilnehmer Wasser und es wurde ein Film gezeigt über die International Women’s Conference, welche im Februar 2012 in Bangalore stattfinden wird. Danach ging es zum gemeinsamen Essen in das riesige Küchengebäude. Im Ashram wohnen und arbeiten ständig ca. 600 Personen, die alle dort auch mit Essen versorgt werden. Der Speisesaal war schon gut gefüllt und viele Leute saßen auf dem Fußboden in langen Reihen, um ihr Mittagessen einzunehmen. Aus Eimern und riesigen Schüsseln wurden Reis und Gemüse sowie Soße und Wasser ausgeschenkt. Für die Gäste des Ashrams gibt es einen abgetrennten Bereich mit Tischen und Stühlen. Das Essen war sehr gut und sogar nicht besonders scharf. Im ebenfalls großen Waschraum mussten wir dann unser Geschirr selbst abwaschen. Damit war der offizielle Teil des Ausflugs beendet. Wer wollte, konnte sich noch in den Souvenierläden umschauen, um CD`s, Bücher oder Handwerkskunst zu kaufen. Ein erlebnisreicher Ausflug war es auf alle Fälle.

Geschirr

Geschirr

Speisesaal

Speisesaal

Indisch aussehen …

Am vergangenen Samstag stand das erste große Partyevent auf dem Programm, der OWC hatte zur Indian Night ins Hotel Leela eingeladen. Da wir uns auch Tickets besorgt hatten musste vorab die Kleiderfrage geklärt werden. Formal Indian stand dort geschrieben, was bedeutet: Damen im Sari und Herren in einer langen Kurta mit passender Hose, Schuhen und Schal.
Eine Woche vorher war ich zusammen mit einer Freundin zum Sari-Kauf in der Commercial Street verabredet. Bangalore´s größter Einkaufsmeile. Im Mysore Sari Shop wurden wir dann auch fündig. Allein der Einkauf war ein Event, der Laden bietet auf zwei Etagen Saris und indische Kleider in allen Farben und Preisklassen an. Nach einigen Anproben entschied ich mich dann für ein klassisches Modell mit kleinen goldenen Glitzersteinen. Der Sari ist ein ca. 8 m langes dünnes Tuch, welches um den Körper gewickelt und über die Schulter drapiert wird.

Eine einfache Variante kann man sich hier anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=Z1XbPDqF0GQ&noredirect=1

Für festliche Anlässe wird der Sari natürlich etwas aufwändiger drapiert und mit Nadeln festgesteckt. Eigentlich ist das verboten, denn die indische Religion verbietet, dass der Saristoff durchstochen wird. Aber ich habe schon viele Inderinnen gesehen, die ebenfalls kleine Nadeln benutzen. Ist auch praktischer, besonders im Alltag. Nachdem Sarikauf muss dieser zum Schneider gebracht werden. Dort wird das passende Oberteil aus dem Stoff genäht und man bestellt sich einen Pettikot (Unterrock), an dem der Sari festgemacht wird. Ich hatte mich für ein zusätzliches Oberteil entschieden, das aufwendig mit kleinen Perlen und Edelsteinen verziert war. Zu guter Letzt brachte ich noch passende Schuhe und Armbänder. Für die Handtasche blieb keine Zeit mehr 🙂

Auch Steffen staffierte sich entsprechend aus und ist nun Besitzer einer Kurta und lustiger „Sandmannschuhe“. Zum Ankleiden bekamen wir Hilfe von Karla, die meinen Sari perfekt wickelte und feststeckte. Er hielt den ganzen Abend inklusive 2 h Autofahrt und Besuch der Toilette. Und eigentlich fühlt es sich richtig schön an, einen Sari zu tragen. Sehr luftig und für die tropischen Temperaturen genau das richtige Outfit. Vielleicht sollte ich mir später einen weiteren Sari zulegen.

Hier einige Fotos meiner Vorbereitungen auf dem indischen Abend:

Sari_2

Sari_2

Sari_1

Sari_1

Sari_3

Sari_3

Sari_4

Sari_4

Sari_5

Sari_5

Hilfsprojekt

Am Dienstag folgte ich der Einladung einer Schweizerin, die schon etwas länger in Bangalore als Expat wohnt, um eine Schule für sehr arme Kinder zu besichtigen. Die MEG School wurde aus Spendengeldern finanziert und bietet ca. 350 Kindern die Möglichkeit vom Kindergarten bis zur 10. Klasse eine Schulausbildung zu bekommen. Neben der Ausblidung erhalten die Kinder dort zwei Mahlzeiten am Tag, was der Hauptgrund dafür ist, dass ihre Eltern die Kinder überhaupt zur Schule schicken. Zusätzlich wird dort die medizinische Versorgung der Kinder gewährleistet, es ist jeden Tag ein Arzt vor Ort.

Die Schule liegt in einem Stadtteil von Bangalore, genannt Fraser Town. Die Umgebung ist geprägt von Wohnhäusern, die von der Regierung errichtet wurden und Wellblechhütten. Es liegt sehr viel Müll in den Straßen. Zur Wasserversorgung der Menschen dort dient ein Brunnen, der nur sehr unsauberes Wasser zur Verfügung stellt. Die Kinder kommen aus sehr armen Verhältnissen und erleben zu Hause oft die Hölle auf Erden. Neben Hunger und Enge stehen dort Misshandlungen und sexuelle Übergriffe, Alkohol und Drogen auf der Tagesordnung.

In der Schule wird neben dem normalen Unterricht auch ein Kunst-/Handwerksprojekt angeboten. Einmal pro Woche erhält jede Klasse die Möglichkeit sich kreativ zu betätigen, sei es nun mit Malen, Basteln, Handarbeit oder Musik. Dieses Projekt wird ausschließlich durch freiwillige Helfer organisiert, die dort unentgeltlich eine oder zwei Klassen betreuen. Die Kinder sind sehr dankbar für dieses Angebot, denn zu Hause gibt es keine Möglichkeit für solche Beschäftigungen. Um das Projekt am Leben zu erhalten werden immer wieder neue Helfer gesucht. Über den OWC (mehr dazu in einem nächsten Artikel) wurde ich angesprochen und werde ab November einmal in der Woche in dieser Schule aushelfen. Ich bin sehr gespannt, was mich dann dort erwartet und welche Erlebnisse ich mit nach Hause nehme. Ich finde, dass alle Kinder eine Chance verdient haben, auch wenn sie nicht auf der „Sonnenseite“ unserer Welt geboren wurden. Und wenn es nur einer von den Schülern dort schafft, einen guten Job zu finden, hat sich die Mühe gelohnt.

MEG School

MEG School

Slum

Slum

Klasse

Klasse

Kindergarten

Kindergarten

Wohnviertel

Wohnviertel