Knallerei vorbei und Skifahren in der Wüste

Ditanpark

Happy Chinese New Year

Knallerei

Lichtshow am Kanal

Raketen

Bang und Boom

Das Jahr des Holz-Pferdes hat nun endlich begonnen, mit weniger Knallerei als im letzten Jahr wurde es hier in Peking empfangen. Aber der große Parteiführer hatte die Pekinger dazu aufgefordert, in diesem Jahr weniger Feuerwerk zu veranstalten, wegen der schlechten Luft! Ob das geholfen hat können wir nicht nachmessen, die Luftwerte waren mit und ohne Böller wieder an einigen Tagen der Ferienwoche sehr hoch. Angesichts der günstigen Preise wollten wir uns den Spaß nicht verderben lassen und veranstalteten auch eine kleine Lichtzaubershow, einmal mit unseren Freunden zusammen zum Neujahrsfest am 30. Januar und ganz privat für uns allein ein paar Tage später. Hier ist es erlaubt, eine ganze Woche lang Feuerwerk zu zünden und das wird auch fleißig ausgenutzt. So wurde auch dieses Jahr am 5. Tag des Neujahrsfestes noch einmal richtig geböllert, denn das ist der Frühlingsbeginn nach dem chinesischen Kalender. Anlässlich dieses Ereignisses zieht es die Pekinger an diesem Tag in die Parks der Stadt um eine der vielen Tempel Fairs zu besuchen, die während dieser Zeit stattfinden. Es handelt sich dabei um eine Art Rummelplatz mit kombinierter Shoppingmeile für chinesische Dekorationsartikel aller Art und Fressbuden in allen Geschmacksrichtungen. Der Taxifahrer versuchte uns irgendwie verzweifelt davon abzuhalten zum Ditanpark zu fahren, natürlich auf chinesisch, so dass wir keine Ahnung hatten, was er von uns wollte. Als wir uns dem Zielort näherten ahnten wir dann warum. Aus der Metrostation strömten bereits die Massen, die Straße vor dem Park war total blockiert und überall Menschen. Wohl doch keine gute Idee an einem smogfreien Nationalfeiertag eine solche Attraktion zu besuchen. Da wir das im letzten Jahr aber bereits verpasst hatten wollten wir uns dieses mal nicht abschrecken lassen, da hieß es einfach nur Ellenbogen ausfahren und durch. Für ca. 1,20 € Eintritt konnten wir uns mit den gefühlt 500.000 anderen Besuchern in den Tempelpark drängen, der ohne diese Veranstaltung wirklich sehr nett ist und einen Besuch lohnt, auch die Nähe zum Lamatempel auf der anderen Straßenseite macht ihn zu einem beliebten Ausflugsziel mit Besuchern.

Deko

Dekorativer Parkeingang

Park

Da hilft nur Augen zu und durch – Massenauflauf

Farben

Der ganze Park ist herrlich geschmückt in den Farben rot und gelb.

Neben beliebten Spielebuden, wo es allerlei Kuscheltiere zu gewinnen gibt, decken sich die Chinesen hier mit Artikeln ein, die man meiner Meinung nach nicht wirklich braucht, aber irgendwie jeder in der Hand hatte. Plastikblumen, kunstvoll gestaltete Tiere aus Zucker, Spielsachen, wie z.B. Aufblasbare Wickingerkeulen, lustige Masken und Hüte, rote Plastikäpfel am Spieß usw. Zwischendurch wird fleißig gegessen, was es an den Buden eben gibt. Viele stehen mit ihren Fleischspießen direkt neben dem Mülleimer, um die leeren Sticks gleich richtig zu entsorgen. Einige haben auch ihre kleinen Sitzhocker mitgebracht und veranstalten ein kleines Picknick. Es ist ein bisschen Wahnsinn, wenn man dort als einziger Ausländer unter den vielen Chinesen mitläuft. An einem Stand mit lustigen Haarbändern konnten wir uns dann nicht mehr zurückhalten und haben den Kindern auch einige der Teile gekauft. So verkleidet fällt man dann eben weniger auf.

Essen

Andrang beim Essen

Haarband

Verkleidung hilft um nicht aufzufallen.

Nach gut einer Stunde wurde es uns dann doch zu viel und wir verließen den Park, nicht ohne festzustellen, das China Mobile Com extra einen riesigen Anhänger mit zwei gigantisch großen Mobilfunkantennen direkt vor dem Park postiert hatte. Wahrscheinlich wäre sonst das Handynetz in diesem Gebiet dauernd zusammengebrochen. Ein Erlebnis war es trotzdem und hielt uns nicht davon ab, gleich am nächsten Tag ins nächste Abenteuer aufzubrechen. Den letzten Ferientag wollten wir nutzen, um das nur 1 Autostunde entfernt liegende Skigebiet Nanshan zu besuchen. Püntklich zur Öffnung um 9 Uhr standen wir mit den ersten chinesischen Skifahrern vor dem Tor. Das Skigebiet liegt eingebettet an den Hängen der Berge im Miyun County, mitten in einer trockenen Stein- und Baumwüste umgeben von einigen Dörfern. Da es seit Ende August keinen Tropfen Niederschlag in der ganzen Region gegeben hat, wurde hier mit gigantischem Aufwand Kunstschnee in die Landschaft gepulvert. 5000 Paar Leihski warten dort auf die zahlreichen Besucher, das Skigebiet ist beliebt bei den Pekingern, ein Ausflugsziel für Jung und Alt. Sehr gut organisisert zahlt mal erst einmal Parkgebühr und Eintritt, um überhaupt auf das Gelände zu dürfen. Für das Skiliftticket und die Leihski (+Deposit) muss man Bargeld mitbringen, für zwei Stunden zahlten wir pro Person ca. 25€, was ich fair finde. Die Pisten sind alle bestens präpariert und es gibt genügend Aufpasser, Skilehrer und Helfer an den Anlagen. Etwas seltsam ist einem dann doch zumute, wenn es über die total öde Landschaft hinweg auf den Berg geht. Für unsere Jüngste war es das erste Mal auf den Brettern und das in China. Aber auch die Chinesen sind mehrheitlich Anfänger und müssen vor allem das Bremsen üben. Nach erfolgreichen 2 h Pistengaudi gönnten wir uns zum Abschied ein paar Snacks und warme Getränke im Liegestuhl mit Blick auf den Skihang. Man hätte fast glauben können in den Alpen zu sein, das musikalische Aprés-Ski-Gedudel haben wir jedenfalls nicht vermisst.

Skifahren

Mitten in der Wildnis das Skigebiet von Nanshan

Sessellift

Im Sessellift geht es nach oben.

Anfaenger

Das erste Mal auf Ski – Ella.

Pause

Sonnenpause vor der Skihütte

Für alle Blogleser gibt es heute ein Rezept, der berühmten Jiaozi. Diese Teigtaschen werden traditionell immer am Neujahrstag mit der gesamten Familie zusammen hergestellt und gegessen. Gern werden auch kleine Münzen versteckt und dem Finder beschert das Glück im kommenden Jahr. Die Jiaozi zu Neujahr werden nur mit vegetarischer Füllung hergestellt, ansonsten gibt es sie aber auch mit Fleischfüllungen. Wir haben sogar die süße Variante ausprobiert und Erdbeerkompott hinein getan, zusammen mit Vanillesauce ein wahres Genusserlebnis. Den Teig kann man entweder selbst herstellen oder hier in Peking überall fertig kaufen, bereits in runder Form erhältlich, was die Arbeit erleichtert. Wer die Teile also einmal ausprobieren möchte, hier die Anleitung (fleischhaltige Variante):

200 g Schweine Hackfleisch
200 g Mehl
kleiner Chinakohl
1 Bund grüne Zwiebeln
Ingwer
helle Sojasauce
brauner Essig (am besten aus dem Asialaden)
Sesamöl
Salz, Pfeffer
Wasser

Zubereitung:
Die grünen Zwiebeln klein schneiden. Den Chinakohl ebenfalls klein schneiden in eine Schüssel geben und mit Salz vermengen und ca 30 min . stehen lassen. Das Salz soll dem Chinakohl Wasser entziehen. Danach den Chinakohl in einem Stoff Küchentuch „auswringen“.
Ein etwa Wallnussgroßes Stück Ingwer fein klein schneiden. Die Zwiebeln, das Fleisch, den Ingwer und den Chinakohl in eine Schüssel geben. Alles gut vermengen und mit Pfeffer, Sojasoße und etwas Sesamöl würzen. Eventuell auch noch Salz hinzufügen, aber aufpassen, da ja der Chinakohl vom „Wasser ziehen“ noch ziemlich salzig ist.

Als nächstes muss man den Teig für die Taschen herstellen. Es handeldt sich dabei um einen einfachen Nudelteig aus Wasser und Mehl. Dazu das Mehl mit etwas Wasser und einer Prise Salz vermischen und kneten. Solange Wasser hinzufügen, bis ein elastischer und homogener Teig entstanden ist, der nicht mehr an den Händen kleben bleibt. Den Teig etwa eine halbe Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit kann man die Soße zum Tunken herstellen. Dazu schneidet man wieder ein Stück Ingwer klein gibt ihn in ein Schüsselchen und mischt ihn mit heller Sojasoße und braunem Essig.

Diese 3 Schritte lassen sich prima vorbereiten, mit den Freunden/Familien zusammen kann dann das Füllen und Kochen erfolgen.

Nun den Teig mit einem Wellholz in runde Teigplatten mit einem Durchmesser von ca. 8 cm ausrollen. Es geht auch einfacher, Teig ausrollen und mit einem Glas (ca. 8 cm Durchmesser) die einzelnen Teigplatten dann ausstechen. Dabei sollte der Teig an den Rändern dünner sein, als in der Mitte. Man muss auch beachten, das eine Seite der Teigplatten nicht mit Mehl bestäubt sein darf. Da sich sonst die Täschchen später beim Füllen nicht mehr richtig verschließen lassen, weil der Teig nicht mehr zusammenklebt (man kann auch etwas Wasser auf die Ränder streichen). Nun füllt man die Teigplatten mit der vorbereiteten Füllung und verschließt sie sorgfältig.

Wir haben unsere Jiaozi dann in einer großen Pfanne in Öl angebraten, dann etwas Wasser zugegeben und die Pfanne abgedeckt, solange geköchelt bis das Wasser von den Teigtaschen aufgesogen war.

Food

Selbstgemachte Jiaozi – eine Art chinesische Ravioli

Guten Appetit.