Leicht erhöhter Stresslevel

Warum? –> Eine durchgebrannte Klassenlehrerin; ein Umzug auf die indische Art; zwei Krankenhauspatienten; alles in knapp einer Woche!

Mofa

Transportproblem clever gelöst

Helfer

Unsere fleißigen Helfer

Havarie

Erste Havarie

Butter

Musste auch umziehen - Butter

Aber jetzt ist alles geschafft, sogar die Katze hat das neue Haus endlich gefunden und hat sich zusammen mit uns eingelebt. Eine etwas stressige Woche liegt hinter uns. Die Klassenlehrerin unserer großen Tochter verließ kurz nach Ostern die Schule und lässt 18 Kinder drei Monate vor Ende des Schuljahrs allein zurück. Eine neue Aufgabe in Afrika war wohl der Ausschlag gebende Punkt Indien zu verlassen. Eine Ersatzlehrerin zu finden wird wohl bis zu den Sommerferien nicht so einfach, viele Meetings mit Eltern und neuem Direktor stehen im Kalender. Momentan unterrichtet eine Hilfskraft, allerdings ist das keine Dauerlösung, denn die Qualität des Unterrichts leidet massiv. Den Schritt die Schule zu wechseln wollen wir noch nicht gehen, aber wenn sich nichts bessert, werden wir wohl nicht darum herum kommen.

Ein Umzug in Indien ist nicht viel schlimmer als in der westlichen Welt. Mit Ausnahme der vielen kleinen Stolpersteine, die sich kurz vorher und danach einem in den Weg legen. Das neue Haus war trotz genügend Zeit zur Vorbereitung nicht fertig für die Schlüsselübergabe. Zwei Tage vorher wurde erst damit begonnen, alle elektrischen Geräte zu kontrollieren, die Pestcontrol (Insektenbekämpfung) durchzuführen und eine Reinigung zu veranlassen. Entsprechen fiel dann das Ergebnis aus. Die Waschmaschine leckte, der Ofen war defekt, der Küchenabfluss fiel nach unserer Reinigung gleich komplett ab. Zur Reinigung wurde erst ein „normales“ Team durch das Haus geschickt, danach sah es allerdings nicht wirklich sauberer aus, so dass wir eine Nachbesserung einforderten. Das „professionelle“ Team bestand schließlich aus einem Mann (keine Englischkenntnisse) ausgerüstet mit einem Eimer, einem Lappen, einer Probeflasche Glasreiniger und einer Minidose Waschpulver. Damit wollte dieser das komplette Haus inklusive Küche und aller Schränke, Lampen, Ventilatoren, Bäder und Böden putzen. Erneute Intervention von unserer Seite, am nächsten Tag rückten dann die richtigen Profis an und danach konnten wir von einer einigermaßen ordentlichen Säuberung sprechen. Allerdings gingen die Männer nicht gerade vorsichtig zu Werke, so dass ein Gasknopf am Herd abbrach und ein etwas größerer Riss in der Wand entstand. Wenigstens ging der Umzug problemlos über die Bühne. Innerhalb von ein paar Stunden waren alle Sachen im neuen Haus. Im Übereifer packten die Jungs sämtliche restlichen Sachen im alten Haus ein, so kamen dann gefüllte Mülleimer im neuen Haus an. Auch vor meinem Kleiderschrank machten sie nicht Halt und trotz vorherigem Hinweis, dass ich diese Sachen selbst transportieren wollte, freute sich ein junger Inder meine Unterwäsche einpacken zu dürfen. 🙂

Gleich in der ersten Nacht viel der momentan schlimm grassierende Magen-Darm-Virus über uns her und Charlotte wurde der erste Patient. Am Morgen ging es in die Notaufnahme des nahe gelegenen Krankenhauses, wo nach der Blutabnahme das Erbrechen mit einem Medikament gestoppt wurde. Wieder zu Hause verschlimmerte sich ihr Allgemeinzustand (zu wenig Nahrung und Flüssigkeit) bis Dienstag so sehr, dass wir erneut ins KH fahren mussten. Über Nacht bekam sie einen Tropf gelegt und wurde mit Infusionen aufgebaut. So kam ich in den Genuss ein indisches (sehr modernes) Krankenhaus zu erleben. Im Doppelzimmer verbrachten wir eine Nacht zusammen mit einer indischen Familie: Mama, Papa und Neugeborenes.
Kaum wieder zu Hause kündigte sich der nächste Patient an, Steffen hatte sich wohl angesteckt und dehydrierte innerhalb von einem Tag so stark, dass wir wieder ins Krankenhaus fahren mussten. Die Notaufnahme hatten wir bisher nur tagsüber erlebt, Nachts ist es ein Erlebnis der besonderen Art. Ein bisschen wie im Film kamen wir uns vor, denn alle Betten dort waren schon belegt, also hieß es Wartebank. Ein Herzinfarktpatient hätte wohl kaum eine Chance gehabt. Es gab nur einen Arzt und einen Pfleger, der sämtlichen Patienten Venenzugänge legen musste. Die Hilfskräfte durften Blutdruck messen und Spritzen vorbereiten. Bobby machte seine Sache dann gut und der Tropf wirkte schnell. Nach gut zwei Stunden konnten wir das KH wieder verlassen. Aber die Bilder und Geräusche bleiben im Kopf, schreiende Babys, stöhnende Alte, ein blutüberströmter Mann, der eine schwere Kopfverletzung nach einer Schlägerei davon getragen hatte und direkt neben uns behandelt wurde. Für schwache Nerven ist das nichts. Zu guter Letzt ist unser Fahrer krank geworden und musste zwei Tage frei nehmen, um sich zu erholen. Die heißen Temperaturen lassen hier wohl die Viren und Bakterien schneller wachsen, der Parkplatz vor dem KH ist seit Tagen überfüllt. Hoffen wir, dass sich keiner mehr infiziert hat und wir jetzt in Ruhe unser neues Heim genießen können. Seit gestern haben wir ein paar neue Haustiere, ein kleiner Fischteich steht vor der Eingangstüre.